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Oster-Lockdown: Experte warnt! Wird der Einkauf am Karsamstag zum Superspreaderevent?

Über Ostern wird das öffentliche Leben in Deutschland wieder runter gefahren. Das bedeutet auch, dass Geschäfte zu bleiben. Das haben Bund und Länder am Montag beschlossen. Doch am Karsamstag sind die Supermärkte offen. Ein Experte sieht dieses Vorgehen kritisch.

Wird der Supermarkteinkauf am Karsamstag zum Superspreaderevent? (Symbolfoto) Bild: picture alliance/dpa/ Marwan Naamani

Die Osterfeiertage fallen in diesem Jahr strenger aus. Bund und Länder haben am Montag (22.03.2021) über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie entschieden - und den Lockdown noch einmal verschärft. Denn über Ostern sollen sich die Menschen eine "Corona-Ruhepause" gönnen. Diese Taktik sieht Prof. Dr. Christian Hesse aber kritisch, wie er in einem Interview mit "Bild" verriet

Oster-Lockdown: Geschäfte über Ostern geschlossen - Supermärkte sind am Ostersamstag geöffnet

Der Gründonnerstag (1. April) und der Karsamstag (3. April) sollen in diesem Jahr einmalig als "Ruhetage" gelten. Ganz nach der Devise "#WirbleibenZuhause" betonte Angela Merkel in der anschließenden Pressekonferenz, dass das private, öffentliche und wirtschaftliche Leben an fünf aufeinanderfolgenden Tagen heruntergefahren wird. Alle Geschäfte sollen vom 1. bis zum 5. April geschlossen bleiben. Nur der "Lebensmitteleinzelhandel im engen Sinne" darf am Karsamstag öffnen. Diese Entscheidung sorgte bereits auf Twitter für Wut.

Statistiker rechnet mit Superspreaderevent am Karsamstag

Prof. Dr. Christian Hesse sieht unter anderem den verkaufsoffenen Karsamstag kritisch "Ich fürchte das Ostern zu einem Superspreaderevent werden könnte, weil es die Verdichtung auf einen Tag gibt und die Supermärkte werden wahrscheinlich voll sein, die Abstandsregeln werden nicht eingehalten werden können, mit allen Konsequenzen für das Infektionsgeschehen." "Ich denke das uns diese fünf Tage nichts Positives bringen werden. Selbst wenn sich der Großteil der Bevölkerung vorbildlich verhalten wird", fügte Hesse hinzu.

Experte rechnet mit mehr Neuinfektionen nach Ostern

Auf die Frage der "Bild"-Moderatorin, welche Maßnahmen es wirklich gebraucht hätte um das Infektionsgeschehen einzudämmen, antwortete Hesse: "Eine Sache die ich vorhin angesprochen habe. Einkaufen am Gründonnerstag hätte zur Entzerrung geführt. Im Prinzip ist der harte Lockdown nicht schlecht - in der Theorie. In der Praxis wird es wieder so sein, dass es Festtagsbesuche auch über Ostern geben wird." Er rechnet im Hinblick auf das Gesetz der großen Zahl damit, dass es nach Ostern zu "sehr vielen Neuinfektionen" kommen könnte. Außerdem sieht er die Urlaubsreisen nach Mallorca als Infektionsbrennherd, weil beim Hin- und Rückflug viele Menschen aufeinander treffen würden.

Coronavirus-News aktuell: Bricht die Dritte Welle nach Ostern aus?

Bedeutet dies etwa, dass die Dritte Welle dann über uns herein bricht. Dazu meinte Prof. Dr. Christian Hesse: "Die Dritte Welle folgt nämlich nicht dem Mehrheitsprinzip, sondern dem Paretoprinzip, auch als 80:20 Prinzip bezeichnet. Das bedeutet, dass 20 Prozent der Infizierten tatsächlich 80 Prozent der Neuinfektionen verursachen." Er sagte, dass es nicht auf das Verhalten der Mehrheit ankäme, sondern auf das der 20 Prozent an Superspreadern".

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bos/bua/news.de/dpa

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