11.02.2021, 12.40 Uhr

Ilse Koch: Gehäutet, verprügelt, versklavt! So quälte die "Hexe von Buchenwald" Häftlinge

Im Konzentrationslager Buchenwald mussten Hunderttausende Häftlinge Höllenqualen erleiden - nicht zuletzt wegen Ilse Koch. Die "Hexe von Buchenwald" quälte Lagerinsassen und schmückte ihre Wohnung mit Leichenteilen.

Das Eingangstor zum KZ Buchenwald. Bild: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Mario Gentzel

Im Konzentrationslager Buchenwald wurden, so lehrt es der Blick in die Geschichtsbücher, wurden rund 266.000 Menschen von den Nazi grausamst gequält, schätzungsweise 56.000 davon ermordet. Einen besonders düsteren Nachklang in der Geschichte des Todeslagers bei Weimar hat der Name Ilse Koch - die Ehefrau des Lagerkommandanten Karl Otto Koch wurde nicht ohne Grund als die "Hexe von Buchenwald" bezeichnet und nach Kriegsende für ihre unfassbaren Taten vor Gericht gestellt.

Ilse Koch als "Hexe von Buchenwald": Häftlinge wurden versklavt und beklaut

Ilse Koch, die 1906 als Margarete Ilse Köhler geboren wurde, lebte mit ihrem Ehemann nach der Hochzeit auf dem Gelände des Konzentrationslagers Buchenwald - während Hunderttausende Gefangene in dem Todeslager unter erbärmlichen Bedingungen dahinvegetierten, genoss Ilse Koch mit ihrem Mann und den gemeinsamen Kindern ein Leben in Saus und Braus. Lagerinsassen wurden dreist bestohlen, während sich die "Hexe von Buchenwald" mit den geraubten Wertgegenständen schmückte, und mussten Ilse Koch als Sklaven zu Diensten sein. Jedermann sollte spüren, welchen Einfluss Ilse Koch als Ehefrau des Lagerkommandanten hatte. Ohne Anflug von Scham ließ sich die gefürchtete Sadistin auf sexuelle Affären ein und ließ ihre Launen immer wieder an den Gefangenen aus.

Nazi-Monster Ilse Koch ließ sich Lampen aus der Haut von Mordopfern fertigen

Häftlinge mit einer Reitgerte zu verprügeln, sich an brutalen Folterungen als Zuschauerin zu ergötzen oder andere unfassbare Zeitvertreibe Ilse Kochs gehen aus Schilderungen von Augenzeugen zurück. Darüber hinaus kursieren unfassbare Anekdoten aus der Zeit von Ilse Koch als Ehefrau des Buchenwald-Kommandanten, die zwar in späteren Gerichtsverhandlungen nicht zweifelsfrei bewiesen werden konnten, aber dennoch den sadistischen Charakter der Nazi-Braut erkennen lassen. Ilse Koch soll sich beim Rundgang durch das Konzentrationslager Häftlinge mit besonders auffälligen Tätowierungen ausgeguckt haben - um die Aufseher-Gattin gnädig zu stimmen, wurden die Tätowierten ermordet und gehäutet, bevor die Körperkunst zu Lampenschirmen, Bucheinbänden und ähnlichen morbiden Alltagsgegenständen umgearbeitet wurden. Ilse Koch soll der Überlieferung zufolge in Auftrag gegeben haben, selbst menschliche Finger zu Lichtschaltern umzuarbeiten.

"Hexe von Buchenwald" nahm sich im Frauenknast das Leben

Nachdem Ilse Kochs Ehemann Karl Otto Koch in Ungnade fiel und wegen Mordes und Korruption zum Tode verteilt und im Konzentrationslager Buchenwald hingerichtet wurde, kam auch die "Hexe von Buchenwald" als Kriegsverbrecherin vor Gericht. Im Buchwald-Hauptprozess wurde sie schuldig gesprochen und inhaftiert - wäre Ilse Koch nicht zu diesem Zeitpunkt schwanger gewesen, hätte ihr vermutlich das Todesurteil gedroht. Nach ihrer Verurteilung zu lebenslanger Haft wegen versuchten Mordes, Anstiftung zum Mord und Anstiftung zu schwerer Körperverletzung saß Ilse Koch für den Rest ihres Lebens im Frauenknast Aichach in Bayern ein. Hier nahm sie sich im September 1967 das Leben.

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loc/news.de

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