07.06.2020, 15.10 Uhr

Missbrauchsfall Münster: DAS ist über den Kinderschänder (27) aus der Gartenlaube bekannt

"Abscheulichen Dreck" nannte Polizeipräsident Rainer Furth das, was sich in einer Gartenlaube in Münster abgespielt haben soll. Jahrelang sollen hier Kinder missbraucht und umher gereicht worden sein. Der Hauptverdächtige ist ein 27 Jahre alter IT-Experte. Seiner Mutter gehörte die Laube. Sie soll von den Taten ihres Sohnes gewusst haben.

In dieser Gartenlaube sollen die Kinder missbraucht worden sein. Bild: dpa

Die Polizei in Münster ist auf ein professionell verschleiertes Kindesmissbrauchsnetz gestoßen und hat in mehreren Bundesländern elf Verdächtige festgenommen. Sieben Beschuldigte befinden sich in Untersuchungshaft, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Samstag in Nordrhein-Westfalen mitteilten. Drei Kinder seien als Opfer identifiziert worden. Sie seien 5, 10 und 12 Jahre alt.

Missbrauch in Münster: Hauptverdächtiger ist 27 Jahre alter IT-Experte

Der Hauptbeschuldigte ist ein 27-jähriger IT-Experte aus Münster. In einer Gartenlaube und in einem Keller in der westfälischen Stadt fanden die Ermittler hochprofessionelle technische Ausstattung zur Videoaufzeichnung und riesige Mengen versiert verschlüsselter Daten. Die Täter nutzten Handys, auf denen ein Großteil der Spuren gelöscht war. Bislang haben die Ermittler mehr als 500 Terabyte sichergestellt. Viele der Daten müssen noch entschlüsselt werden. Die Videos ihrer abscheulichen Taten sollen die Männer im Darknet verkauft haben.

Kinderschänder missbrauchte jahrelang den Sohn seiner Lebensgefährtin

Bei einem der Opfer soll es sich um den heute zehn Jahre alten Sohn der Lebensgefährtin des IT-Experten handeln. Über Jahre hinweg soll der 27-Jährige den Jungen in der Gartenlaube missbraucht haben. Besonders abscheulich:Die Mutter des Hauptbeschuldigten ist die Nutzerin der Laube im Stadtteil Kinderhaus; sie soll ihrem Sohn die Schlüssel überlassen und den sexuellen Missbrauch der Kinder in Kauf genommen haben. Auch sie sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Bis zu ihrer Festnahme arbeitete die sie als Erzieherin in einer Kita. Der Kindergarten wurde bereits informiert.Derzeit gebe es aber keine Hinweise auf Taten der 45-Jährigen im Kindergarten.

Männer vergewaltigten Kinder wechselweise

Bei den fünf weiteren Beschuldigten, gegen die Haftbefehl erlassen wurde, handelt es sich den Angaben zufolge um Männer aus Staufenberg bei Gießen (30 Jahre alt), Hannover (35), Schorfheide in Brandenburg (42), Kassel (43) und Köln (41). Die Ermittler hätten "unfassbare" Bilder sehen müssen, sagte der Leiter der Ermittlungen, Joachim Poll.Mindestens vier der Männer sollen wechselweise einen 5- und einen 10-jährigen Jungen in einer Gartenlaube in Münsters Norden über Stunden schwer sexuell missbraucht und die Taten teils gefilmt haben.

Pädophile stellten eigenen Sohn und Neffen zum Missbrauch zur Verfügung

Bei den zwei weiteren Opfern handelt es sich laut den Ermittlern um den 5-jährigen Sohn des Beschuldigten aus Staufenberg und um den 12-jährigen Neffen des Beschuldigten aus Kassel. Dieser soll den Jungen missbraucht haben, wie aus sichergestellten Daten des 27-jährigen Münsteraners hervorgehe. Die Kinder sollen vor den Taten betäubt worden sein. Besonders widerlich:Zu seinem Geburtstag vergewaltigte der Kinderschänder laut "Bild"-Zeitung mit drei weiteren Männern zwei Kinder über mehrere Stunden.

Gegen den IT-Experten wurde bereits 2018 ermittelt

Der 27-jährige IT-Experte sei in einem landwirtschaftlichen Betrieb im Kreis Coesfeld für die IT-Technik tätig gewesen. Ausgangspunkt der Ermittlungen sei ein Verfahren aus dem Jahr 2018 gewesen; damals habe eine unbekannte Person Daten mit Kinderpornografie übers Internet angeboten. Über eine ermittelte IP-Adresse habe die Spur zu dem landwirtschaftlichen Betrieb geführt. Der mutmaßliche Kinderschänder ist in den Jahren 2016 und 2017 zweimal wegen der Verbreitung und des Besitzes von Kinderpornografie zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Wegen einer offen bekundeten pädophilen Neigung sei er vom Gericht auch zu einer Therapie verpflichtet worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist er dieser Aufforderung auch nachgekommen.

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fka/news.de/dpa

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