06.07.2015, 15.33 Uhr

Studie zur Intelligenz: Lügende Kinder sind die schlausten

Eine Studie will herausgefunden haben, dass Kinder, die konsistent lügen können, intelligenter als ihre Altersgenossen und später erfolgreicher sind. Getestet wurden 135 Kinder im Alter von sechs bis sieben Jahren. Die Kinder, die während des Tests besser lügen konnten, lösten auch die Intelligenztest-Aufgaben besser. Aber worin besteht die Verbindung zwischen Lüge und Cleverness?

Nach einer Studie der Universitäten von Sheffield und Northern Carolina haben Kinder, die konsistente Lügen erzählen, einen höheren IQ-Wert als Kinder, die nicht lügen können bzw. schlechte Lügen erzählen. Für die Studie wurden 135 Kinder im Alter von sechs bis sieben Jahren getestet. Die Studie wurde im "Journal of Experimental Child Psychology" veröffentlicht.

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Kleine Lügner sind die schlausten Kinder von allen. Bild: Robert Kneschke/picture alliance/dpa

Die lügenden Kinder konnten sogar begründen, wie sie auf die Antwort kamen

Die Feststellung der Intelligenz erfolgte anhand eines Wissensquiz. Drei Fragen mussten die Kinder beantworten, wovon eine fiktiv war. Dabei sollten die Kinder sagen, wie die Hauptfigur einer erdachten Comic-Serie namens "Space-Boy" heißt. Die Forscher verließen nach der Frage das Zimmer und ließen die Karte mit der Antwort auf dem Tisch liegen. Dann beobachteten sie, welches der Kinder schummelte und die Antwort las.

Schließlich stellten die Forscher zusätzliche Fangfragen, wie zum Beispiel, welche Farbe die Schrift auf der Antwortkarte hat. Dabei stellte sich heraus, dass Kinder, die gut lügen können, beide Fangfragen beantworteten und Kinder, die schlecht lügen können, entweder nur eine oder keine Frage beantworteten. Es war auch zu beobachten, dass schlecht lügende Kinder nervös waren, während sie ihre Antwort begründeten, und gute Lügner sich sogar logische Erklärungen zurecht legten, wie sie auf die Antwort gekommen seien.

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Gut lügende Kinder haben eine bessere Denkfähigkeit

Bei einem anschließenden Gedächtnistest erzielten dann die Kinder, die gut gelogen hatten, bessere Ergebnisse als jene, die schlecht lügen konnten. Daraus folgerten die Wissenschaftler, dass lügende Kinder einen besseren bildlichen und verbalen "Arbeitsspeicher", auch "working memory", haben. Demnach könnte das Flunkern für die Denkfähigkeitsentwicklung von entscheidender Bedeutung sein.

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