Berlin: Dokumentarfilm über Helene Weigel: Feier einer Legende
Helene Weigel ist als Schauspielerin, Intendantin und Muse Bertolt Brechts legendär. Doch sie war noch mehr: Die Doku feiert sie ehrfurchtsvoll als im besten Sinne eigenwillige Persönlichkeit.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Der Titel "Helene Weigel – Revolutionärin im Rampenlicht" verweist auf den Schwerpunkt des Films: das Selbstverständnis der Künstlerin Helene Weigel (1900-1971) als politisch denkende und engagierte Persönlichkeit, als Kämpfernatur auf der Bühne und im Leben. Die Gefährtin und Erbin Bertolt Brechts (1898-1956), von 1949 bis zu ihrem Tod Intendantin des Berliner Ensembles, hat dem Theater entscheidende, weit über ihr eigenes Wirken hinausweisende Impulse gegeben.
Autorin und Regisseurin Maria Wischnewski ("Clärchens Ballhaus") schaut in diesem Dokumentarfilm weniger auf Lebensdaten denn auf Lebensentscheidungen: Weigels erster Ruhm im Berlin der 1920er Jahre, Emigration während der Zeit des deutschen Faschismus, die Führung einer eigenen Bühne - des Berliner Ensembles - in der DDR werden benannt. Beleuchtet werden aber vor allem persönliche Momentaufnahmen.
Blick auf die Beziehung zu Bertolt Brecht
Der alles andere als konfliktfreien Beziehung mit Bertolt Brecht gilt besonders viel Aufmerksamkeit. So lesen die Schauspielstars Birgit Minichmayer und August Diehl Passagen aus Briefen des Paares. Zeitzeugen und Nachfahren erzählen Anekdoten und Erinnerungen. Dabei geht es andeutungsweise auch um die zahlreichen intimen Beziehungen des Dichters zu vielen Frauen. Ausschnitte aus alten Filmen und Fotos zeigen Helene Weigel in ihrer Zeit. Deutlich wird: Sie war keine passive Muse. Ohne ihren Einsatz hätte Brecht wohl nie seine herausragende Position in der Welt des Theaters erreicht.
Analysen werden im Film keine geboten. Impressionen dominieren. Erklärt wird nichts. Kritische Anmerkungen kommen kaum vor. Voller Verehrung wird vor allem das Bild einer privat und beruflich offenbar ungemein starken Persönlichkeit beschworen. Am Ende kommt einem in den Sinn, wie falsch es ist, Helene Weigel als Gattin Bertolt Brechts abzustempeln - richtiger sollte es wohl heißen, dass Bertolt Brecht der Gatte von Helene Weigel war.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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