Berlin: Neuer Intendant macht Berliner Volksbühne zum Schwimmbad

Matthias Lilienthal übernimmt die Volksbühne in Berlin. Zum Auftakt will er ein 25-Meter-Becken vor dem Haus aufstellen. Das "Volksbad" soll offen für alle sein - "gratis und ohne Ausweispflicht".

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Die Berliner Skyline an der Spree. Aktuelle News aus und über Berlin hier auf news.de. Bild: Adobe Stock / Rico Oder

Zum Auftakt seiner Intendanz will Matthias Lilienthal die Berliner Volksbühne vorübergehend zum Schwimmbad machen. Statt Bühne oder Podium soll es anfangs ein Schwimmbecken und eine Pommesbude geben, wie er mit seinem Team ankündigte. Vor dem Gebäude am Rosa-Luxemburg-Platz wird demnach von August bis Oktober ein 25 Meter langes Schwimmbecken aufgebaut.

Einerseits sei das die Möglichkeit zu sagen, "die Volksbühne versteht unter theatralischen Events auch, wenn zwei Leute sich nass spritzen", sagte Lilienthal bei der Vorstellung seiner Pläne.

Andererseits sei es aber auch Protest gegen den Verfall der Infrastruktur, den man in Berlin etwa bei Bahnen, Schulen, Universitäten und Schwimmbädern erlebe. "Uns freut es sehr, dass wir den Freibadmangel für zwei Monate ein klein bisschen relativieren", sagte Lilienthal. Das "Volksbad" soll man laut Mitteilung "gratis und ohne Ausweispflicht" besuchen können.

Lilienthal übernimmt die Volksbühne, nachdem der bisherige Intendant René Pollesch vor zwei Jahren überraschend gestorben war. Lilienthal hatte schon früher an der Volksbühne gearbeitet, leitete das Berliner HAU und die Münchner Kammerspiele. Nun kehrt er an die Volksbühne zurück.

Neue Inszenierung von Holzinger 2028

Zum Ensemble gehören weiterhin etwa Kathrin Angerer, Martin Wuttke und Sophie Rois. Neu hinzu kommt die Österreicherin Julia Riedler, die 2025 vom Fachmagazin "Theater heute" zur Schauspielerin des Jahres gekürt worden war und gerade mit "Fräulein Else" beim Theatertreffen war.

Das Performancekollektiv Rimini Protokoll wird sich mit dem Mauerfall beschäftigen. Geplant sind zum Beispiel auch Arbeiten der Japanerin Satoko Ichihara, des brasilianischen Performanceduos Wallace Ferreira und Davi Pontes sowie von Lena Brasch, Christopher Rüping und Toshiki Okada.

Bespielt werden soll auch wieder der Prater, der mehr als ein Jahrzehnt geschlossen war. Dort ist etwa die Uraufführung von "Die Perfektionen" nach dem Roman von Vincenzo Latronico in der Regie von Anta Recke geplant.

Choreographin Florentina Holzinger soll im Mai 2028 eine neue Produktion an der Volksbühne zeigen. Sie ist für radikale Performancestücke wie "Sancta" und "A Year without Summer" bekannt und bespielt derzeit auch den österreichischen Pavillon auf der Kunstbiennale in Venedig. Holzinger wird Lilienthal mit Choreographin Marlene Montero Freitas auch beraten.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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