München: David Dietl über den Münchner Himmel, Aufbruch und Wegzug
München als Himmel auf Erden? Gut möglich, wenn es nach Filmemacher David Dietl geht. Was er sich von Oberbürgermeister Dominik Krause erhofft und warum er rät, die Stadt auch mal zu verlassen.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Darum sollte man München verlassen
Mit seinem Film setzt Dietl, der einige Jahre in Berlin gelebt hat, München ein Denkmal - ähnlich wie sein Vater, der 2015 verstorbene Helmut Dietl, der Kultserien wie "Kir Royal" und "Monaco Franze - Der ewige Stenz" geschaffen hat. "Der Himmel muss schon echt viel zu bieten haben, damit er schöner ist als das Leben hier in München", sagt Dietl und schwärmt vom Englischen Garten oder dem Bad in der Isar.
Die Stadt sei wunderbar, um aufzuwachsen und um Kinder in die Welt zu setzen. "Dazwischen muss man München verlassen haben, um zu wissen, wie gut man es hier hat, weil alle, die hiergeblieben sind, denken, das ist normal."
Energien, die weiterleben
Gibt es überhaupt einen Himmel oder eine Existenz nach dem Tod, so wie in dem Film, in dem der Taxifahrer Wiggerl als Geist auf die Erde zurückkehrt, um Fehler aus Lebzeiten wiedergutzumachen? "Ich möchte sehr gerne denken, dass da etwas ist, was danach kommt", findet Dietl. "Für mich ist es eine Art Parallelwelt, wo die Energien der Leute, die auf der Erde gelebt haben, weiter existieren. Ich glaube, dass diese Idee von Weiterleben in der Erinnerung passiert. Wenn jetzt jeder überall Geister sehen würde, wäre es dann doch eher anstrengend."
Ein einprägsames Erlebnis hatte der Regisseur nach dem Tod seines Vaters. Er sei danach in dessen alte Wohnung gezogen und habe fast jede Nacht Albträume gehabt, "bis dann mein Stiefvater vorbeikam und diese Wohnung ausgeräuchert hat mit weißem Salbei", erzählt Dietl. "Ich habe das Ganze bis dahin für Humbug gehalten, aber es hat wirklich von einem Tag auf den anderen geholfen." Woran das liegen könnte? "Ich glaube, dass es Energien gibt, und ich glaube durchaus, dass Leute unter bestimmten Umständen diese Energien stärker spüren oder Zugang dazu finden können."
Der Schmerz "ist eh da"
Überhaupt wünscht sich Dietl einen anderen Umgang mit dem Tod, wie er durch den Verlust seines Vaters gelernt hat. "Jede Anteilnahme ist gut und hilft. Das habe ich selber erfahren", sagte er. "Wir sollten an die Leute erinnern, ohne Angst zu haben, dass man Wunden aufreißt. Der Schmerz, dass jemand gegangen ist, der ist eh da. Aber die gemeinsame Erinnerung an jemanden und das gemeinsame Ausleben, das kann sehr heilsam sein."
Das Wichtigste sei Versöhnung - zu Lebzeiten. "Man sollte sich gerade auch im innersten familiären Kreis öfter sagen, dass man sich liebt", rät der 46-Jährige. "Ich beobachte, nicht nur bei mir selbst, sondern auch bei anderen, wie man irgendwann verlernt, mit den engsten Menschen richtig zu sprechen und sich zu sagen, was man denkt." Das sei auch für einen selbst wichtig: "Ich habe gemerkt, wie die Versöhnung, die ich mit meinem Vater hatte, angesichts seines Todes mir geholfen hat, über seinen Tod hinwegzukommen."
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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