München News: "Pferd am Stiel": Trendsport Hobby Horsing kommt ins Kino
Zwischen Spott und Freundschaft: Wie Sarah in "Pferd am Stiel" für ihren Traum vom Hobby Horsing kämpft und was die Gemeinschaft in ihrer Hochhaussiedlung damit zu tun hat.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Noch vor einigen Jahren war das Reiten auf Steckenpferden ein Spiel für kleine Kinder. Doch seit man das Hobby Horsing nennt, ist es eine Trendsportart, der vor allem Mädchen und junge Frauen begeistert. Nun gibt es den passenden Kinofilm. In "Pferd am Stiel" entdeckt die 13 Jahre alte Sarah aus München das Reiten ohne echtes Pferd für sich, zum Entsetzen ihrer besten Freundin Dilek, die das peinlich findet. Doch Sarah macht unbeirrt weiter und will zur Hobby Horsing Meisterschaft in Finnland, dem Mutterland des Sports.
"Pferd am Stiel" ist ein liebenswerter und vergnüglicher Kinderfilm. Er zeigt die Fallstricke des Erwachsenwerdens und dass es sich lohnt, mutig gegen alle Widerstände den eigenen Weg zu gehen und seine Träume zu leben.
Meisterschaften im Sommer
Tatsächlich ist Hobby Horsing gerade ganz aktuell: am 2. Mai steigt in Frankfurt am Main die Deutsche Meisterschaft 2026, am 6. Juni die Europameisterschaft in Prag. Bundesweit zählt der Deutsche Hobby Horsing Verband rund 9.500 aktive Sportlerinnen und Sportler. Und die müssen einiges leisten, wie der Verband klarstellt. Hobby Horsing erfordere Fitness und Ausdauer, dazu "gute Koordination, Geschicklichkeit und ein hohes Maß an Konzentration, um die komplexen Bewegungsabläufe präzise auszuführen".
"Das ist so peinlich"
Doch in der Neuperlacher Hochhaussiedlung von Sarah ist dieser Trend noch nicht angekommen. Regisseurin Sonja Maria Kröner erzählt einfühlsam, wie Sarah hier mit ihrem neuen Hobby auf völliges Unverständnis trifft. Trotzdem findet die 13-Jährige nichts dabei, mit ihrem selbst gebastelten Steckenpferd "Lucky" Dressur zu reiten oder über Hindernisse zu springen. Dilek macht widerwillig mit, auch weil sie Sarah nicht hängen lassen will. Dabei wäre sie lieber bei der coolen Tanzgruppe dabei. Als Mitschüler die beiden heimlich beobachten und auch ein Video davon in der Schule die Runde macht, versinkt Dilek vor Scham in Grund und Boden. "Das ist so peinlich", wirft sie Sarah vor.
Heimliche Finnland-Reise
Dileks Fremdscham für ihre Freundin wird sehr spürbar und nachvollziehbar - gleichzeitig wird auch Sarahs Sicht verständlich. Allem Spott zum Trotz lässt sich die 13-Jährige nicht von ihrem Traum abbringen und trainiert intensiv für das Turnier. Und sie hat eine neue Freundin, Beatrice, die selbst eine Reiterin ist (auf echten Pferden) und Sarah für den Wettkampf trainiert. Als es so weit ist, reisen die Mädchen heimlich und ohne Wissen der Eltern nach Finnland.
Der in München und Litauen gedrehte Film ist hervorragend besetzt, vor allem die Nachwuchsdarstellerinnen Manon Debaille (Sarah), Chiara Kitsopoulou (Dilek) und Aurelia Ott (Beatrice) spielen überzeugend und natürlich. In weiteren Rollen zu sehen sind Lana Cooper ("Love Steaks"), Valerie Neuenfels ("Der Fall Marianne Voss") und Thomas Loibl ("Eingeschlossene Gesellschaft").
Zusammenhalt in der Hochhaussiedlung
Eine wichtige Rolle übernimmt die Hochhaussiedlung im Münchner Stadtteil Neuperlach, eine Gegend mit viel Beton und Wohnblöcken. Es ist ein anderes München fernab von schicken Einkaufsmeilen, doch ebenso ein Zuhause für die Menschen, die dort wohnen, ihre Freunde treffen und ihr Leben verbringen. Auch Dilek und Sarah sind hier verwurzelt - und Teil einer Gemeinschaft von Menschen, die am Ende fest zusammenhalten, wenn es darauf ankommt.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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