Berlin: Berlinale-Chefin bleibt – Kultur-Politiker Lehmann lobt Tuttle

Die Leiterin des renommierten Filmfestivals Berlinale will bleiben. Der Vorsitzende des Kulturausschusses im Bundestag freut sich – und richtet einen Appell an einen anderen.

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Die Berliner Skyline an der Spree. Aktuelle News aus und über Berlin hier auf news.de. Bild: Adobe Stock / Rico Oder

Der Vorsitzende des Bundestags-Kulturausschusses begrüßt die Ansage von Berlinale-Chefin Tricia Tuttle, Leiterin des Filmfestivals bleiben zu wollen. "Gerade angesichts der Kampagne der letzten Woche gegen ihre Person zeigt das ihre bemerkenswerte Stärke und ihr tiefes Engagement für die Berlinale und die Filmkunst", erklärte der Grünen-Politiker Sven Lehmann in Berlin.

Er verband dies mit Kritik an Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. Dieser habe viel Vertrauen verspielt und müsse es nun wieder herstellen, sowohl gegenüber Tuttle als auch gegenüber der Kulturszene, meinte Lehmann.

Appell: Berlinale "kein Ort der Einschüchterung"

"Ich erwarte, dass die Bundesregierung und die Berlinale ein tragfähiges Konzept zur Zukunft der Berlinale entwickeln, auch zum Umgang mit polarisierenden politischen Äußerungen", erklärte der Kulturpolitiker. "Die Berlinale soll ein Ort der freien Kultur und des Austauschs bleiben, kein Ort der Einschüchterung."

Tuttle hatte in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur angekündigt, ihre Arbeit bei der Berlinale fortsetzen zu wollen. Zuvor war heftig über die Zukunft der Intendantin und des Festivals selbst diskutiert worden. Weimer hatte der "Rheinischen Post" gesagt, Tuttle habe von sich aus ihre Zukunft bei der Berlinale infrage gestellt. Tuttle bestätigte, dass "über die Möglichkeit meiner einvernehmlichen Kündigung" gesprochen worden sei.

Hintergrund Streit über Umgang mit Nahostkonflikt

Hintergrund ist der Streit über den Umgang mit dem Nahostkonflikt. Der syrisch-palästinensische Regisseur Abdallah Alkhatib hatte der Bundesregierung auf der Bühne bei der Abschlussgala vorgeworfen, Partner "des Völkermords im Gazastreifen" zu sein. Weimer und andere verurteilten diese Aussagen. Israels Regierung streitet ab, im Gazastreifen einen Völkermord zu begehen, auch die Bundesregierung weist den Völkermord-Vorwurf zurück.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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