Polizei-News Karlsruhe, 22.07.26: Anklage gegen vier mutmaßliche Mitglieder einer kriminellen Vereinigung erhoben

Die Polizei informiert über eine aktuelle Festnahme in Karlsruhe. Was ist heute passiert?

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Aktuelle Polizeimeldung: Blaulichtreport Bild: Adobe Stock / Karl-Heinz H

Die Bundesanwaltschaft hat am 16. Juli 2026 Anklage vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf gegen die deutschen Staatsangehörigen

Mathias B.

Peter F.Benjamin M. undMartin S.

erhoben.

Die Angeschuldigten sind verdächtig, sich als Rädelsführer in einer kriminellen Vereinigung mitgliedschaftlich betätigt zu haben (§ 129 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 5 StGB). In diesem Zusammenhang werden Peter F. und Mathias B. der Betrieb eines unerlaubten Einlagengeschäfts (§ 54 Abs. 1 Nr. 2, § 32 KWG) sowie - teilweise gemeinschaftlich mit Benjamin M. handelnd - mehrere Fälle der bandenmäßigen Urkundenfälschung (§ 267 Abs. 1 und 4 StGB) vorgeworfen. Peter F. werden außerdem der Betrieb eines unerlaubten Versicherungsgeschäfts (§ 331 Abs. 1 Nr. 1, § 8 Abs. 1 VAG) sowie zahlreiche Fälle der Steuerhinterziehung (§ 370 Abs. 1 Nr. 2, Abs. 3 Nrn. 1 und 5 AO) und des Vorenthaltens von Arbeitsentgelt (§ 266a Abs. 1 StGB) sowie der Anstiftung hierzu (§ 26 StGB) zur Last gelegt. An den meisten dieser Taten soll Mathias B. als Gehilfe (§ 27 Abs. 1 StGB) beteiligt gewesen sein.

In der Anklageschrift ist im Wesentlichen folgender Sachverhalt dargelegt:

Die Angeschuldigten gehörten einer im September 2012 gegründeten Vereinigung an, die sich selbst "Königreich Deutschland" (KRD) nennt. Das KRD hält sich für einen souveränen Staat im Sinne des Völkerrechts und strebt an, sein behauptetes "Staatsgebiet" auf die Grenzen des Deutschen Reiches des Jahres 1871 zu erstrecken. Ziel der Gruppierung ist es, das System der Bundesrepublik Deutschland durch ein eigenes zu ersetzen.

Entsprechend der Ideologie der sogenannten Reichsbürger und Selbstverwalter warb die Vereinigung für den Systemausstieg aus der Bundesrepublik Deutschland und den Anschluss an das KRD. Hierdurch sollten die Mitglieder von der Steuer- und Sozialabgabenpflicht befreit sein. Zu diesem Zweck hatte das KRD pseudostaatliche Strukturen errichtet. So wurden ein Bank- und Versicherungssystem mit Filialen in Dresden, Ulm, Menden und Lutherstadt Wittenberg, ein Meldeamt mit fiktiven Ausweisdokumenten und eine eigene Währung geschaffen. Die Vereinigung finanzierte sich durch unerlaubte Bank- und Versicherungsgeschäfte sowie über Spenden, Geschenke und kostenpflichtige Seminare. Zwischen 2020 und 2025 vereinnahmte sie Gelder in Höhe von rund zehn Millionen Euro. Zudem warb das KRD Unternehmen mit dem Versprechen an, Waren und Dienstleistungen steuer- und abgabenfrei vertreiben zu können. Auf Umsätze von vereinigungseigenen Betrieben wurden keine Steuern gezahlt. Für die Mitarbeiter unterblieb die Abgabe von Lohnsteuern und Sozialversicherungsbeiträgen. Hierdurch wurden Gelder in Höhe von über zwei Millionen Euro hinterzogen.

Peter F., Benjamin M. und Martin S. zählten zu den Gründungsmitgliedern des KRD. Mathias B. übernahm ab 2016 Führungsaufgaben. Gemäß der "Verfassung" des KRD verfügte Peter F. als sogenannter "Oberster Souverän" über die Kontrolle und Entscheidungsgewalt in allen wesentlichen Bereichen. Er bestimmte die ideologische Ausrichtung und erließ eigene "Gesetze". Benjamin M. und Martin S. bildeten neben Peter F. als dessen Stellvertreter die oberste Leitungsebene. Im Jahr 2018 übergab Benjamin M. seine Zuständigkeit für die Finanzen des KRD an Mathias B. Zudem erstellten beide gemeinsam mit Peter F. fiktive, dem Bundespersonalausweis ähnelnde Identitätskarten. Martin S. kümmerte sich insbesondere um die Öffentlichkeitsarbeit des KRD.

Die Angeschuldigten wurden am 13. Mai 2025 festgenommen (vgl. Pressemitteilung Nr. 26 vom 13. Mai 2025) und befinden sich weiterhin in Untersuchungshaft.

+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung des Der Generalbundesanwalt vom 22.07.2026 gegen 11:02 Uhr. Die Originalmeldung aus dem Blaulichtreport des Presseportals finden Sie hier. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben aktualisiert und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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