Polizei-News Rendsburg, 12.07.26: Realitätsnahe Großübung fordert Feuerwehr und Rettungsdienst in Tappendorf
Ein Autounfall und Brand wurde aktuell von der Polizei in Rendsburg gemeldet. Alle bekannten Details zum Fall.
Erstellt von Team Datenjournalismus - Uhr
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Verkehrsunfall mit Linienbus, Pkw und Transporter - über 100 Einsatzkräfte trainieren die Zusammenarbeit bei einem Massenanfall von Verletzten
Am Freitagabend (10.07.2026) wurden die Freiwilligen Feuerwehren Hohenwestedt, Remmels sowie Tappendorf-Rade gegen 18:45 Uhr mit dem Einsatzstichwort "TH G R10 - Verkehrsunfall mit mehreren verletzten Personen" in die Dorfstraße nach Tappendorf alarmiert. Schnell wurde deutlich, dass es sich um kein gewöhnliches Einsatzszenario handelte - glücklicherweise war die Alarmierung Teil einer groß angelegten Einsatzübung. Zwar wussten alle beteiligten Einsatzkräfte, dass an diesem Abend ein Übungsdienst stattfinden würde, der tatsächliche Inhalt der Übung war jedoch nur einem sehr kleinen Personenkreis bekannt.
Verantwortlich für Planung und Durchführung war Stefan Kanschat, stellvertretender Gemeindewehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Hohenwestedt. Gemeinsam mit seinem Organisationsteam hatte er ein anspruchsvolles und äußerst realitätsnahes Einsatzszenario vorbereitet.
Anspruchsvolles Unfallszenario
Nach der angenommenen Lage war ein Linienbus in einer Kurve von der Fahrbahn abgekommen und in den Gegenverkehr geraten. Dort kollidierte er frontal mit einem Pkw. Ein hinter dem Bus fahrender Transporter konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und prallte auf das Heck des Linienbusses.
Im Linienbus befanden sich zahlreiche Fahrgäste, die unterschiedlich schwer verletzt wurden. Im Pkw waren zwei Personen eingeklemmt. Für den Fahrer kam nach dem Übungsszenario jede Hilfe zu spät - seine Verletzungen waren nicht mit dem Leben vereinbar und wurden durch eine Übungspuppe dargestellt. Der Beifahrer erlitt schwere Verletzungen und musste nach einer patientengerechten technischen Rettung in ein Krankenhaus transportiert werden. Auch die Insassen des Transporters mussten medizinisch versorgt werden.
Feuerwehr übernimmt Erstversorgung und technische Rettung
Nach dem Eintreffen verschafften sich die ersten Einsatzkräfte zunächst einen Überblick über die Lage und forderten aufgrund des Schadensausmaßes weitere Kräfte nach.
Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes übernahmen die Feuerwehren die Erstversorgung und Betreuung der Verletzten. Parallel dazu wurde der Brandschutz sichergestellt, die Fahrzeuge gegen Wegrollen gesichert und die technische Rettung vorbereitet.
Nach der medizinischen Sichtung durch den Leitenden Notarzt begann die technische Rettung. Um den schwer verletzten Beifahrer möglichst schonend aus dem Fahrzeug zu befreien, musste das Dach des Pkw mit hydraulischem Rettungsgerät entfernt werden.
Wertvolle Ausbildung für den Rettungsdienst
Ein besonderer Schwerpunkt der Übung lag auf der rettungsdienstlichen Versorgung der zahlreichen Verletzten. Diese wurde überwiegend durch Auszubildende des Rettungsdienstes übernommen, die unter Anleitung erfahrener Praxisanleiter praxisnah arbeiten konnten. Die Übung bot damit sowohl den Feuerwehren als auch dem rettungsdienstlichen Nachwuchs eine hervorragende Möglichkeit, das Zusammenspiel unter realitätsnahen Bedingungen zu trainieren.
Unterstützt wurden die rettungsdienstlichen Maßnahmen durch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Rendsburg, das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Neumünster sowie die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) Rendsburg. Mit dem Einsatzleitwagen stellten sie die wichtige Schnittstelle zwischen dem Organisatorischen Leiter Rettungsdienst (OrgL) und dem Leitenden Notarzt (LNA) dar.
Zu ihren Aufgaben gehörte unter anderem die Koordination der Patientenströme sowie die Planung der Krankenhauszuweisungen. Gemeinsam mit der Leitstelle Mitte wurde eine Bettenplatzabfrage bei den umliegenden Krankenhäusern durchgeführt, um sicherzustellen, dass jede verletzte Person entsprechend ihres Verletzungsmusters in eine geeignete Klinik transportiert werden konnte.
Auch der ADAC-Rettungshubschrauber "Christoph 67" aus Hohenlockstedt war zunächst Bestandteil der Übung. Kurz nach der Landung wurde die Besatzung jedoch zu einem Realeinsatz alarmiert und verließ die Übung.
Während der laufenden Einsatzübung stellte die Freiwillige Feuerwehr Nortorf mit ihrem Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug den Grundschutz für die Gemeinde Hohenwestedt sicher.
Zusammenarbeit als Schlüssel zum Erfolg
Zum Abschluss zog Übungsleiter Stefan Kanschat ein durchweg positives Fazit. Alle beteiligten Organisationen arbeiteten professionell, strukturiert und Hand in Hand zusammen. Gerade bei Einsatzlagen mit einer Vielzahl verletzter Personen sei eine enge Zusammenarbeit aller Hilfsorganisationen unerlässlich.Gleichzeitig betonte er, dass sich niemand ein solches Einsatzszenario im realen Leben wünsche. Umso wichtiger seien regelmäßige und möglichst realitätsnahe Übungen, um Abläufe zu festigen, die Kommunikation zwischen den Organisationen zu stärken und auf den Ernstfall bestmöglich vorbereitet zu sein.
Ein besonderer Dank gilt allen Unterstützern, ohne deren Hilfe eine Übung dieser Größenordnung nicht möglich gewesen wäre.Stellvertretend bedankte sich Stefan Kanschat bei der Amtsverwaltung, dem Autohaus Ihle und dem Autohaus Häufle & Lundt sowie Marco Weber und Henning Edler für ihre Unterstützung.
Organisatorischer Leiter Rettungsdienst (OrgL) *
ADAC-Rettungshubschrauber "Christoph 67" * Polizei * Leitstelle
+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung der Kreisfeuerwehrverband Rendsburg-Eckernförde vom 12.07.2026 gegen 11:46 Uhr. Die Originalmeldung aus dem Blaulichtreport des Presseportals finden Sie hier. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben aktualisiert und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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