Polizei-News Lüneburg, 11.06.26: Neue Impulse für alte Fälle - 2. Bundesweite Fachtagung Cold Case in Lüneburg erfolgreich beendet
Ein Kapitalverbrechen wurde aktuell von der Polizei in Lüneburg gemeldet. Alle bekannten Details zum Fall.
Erstellt von Team Datenjournalismus - Uhr
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Unter Federführung des Sachgebiets Cold Case der Polizeidirektion Lüneburg fand vom 10. bis 11. Juni 2026 die 2. Bundesweite Fachtagung rund um ungelöste Tötungsdelikte und Vermisstenfälle statt. Zu dem zweitägigen Netzwerktreffen kamen rund 130 Expertinnen und Experten aus Polizeibehörden des gesamten Bundesgebiets sowie Referentinnen und Referenten aus dem In- und Ausland zusammen.
Polizeipräsidentin Kathrin Schuol eröffnete die Tagung und hob dabei die besondere Bedeutung der Cold-Case-Arbeit für die polizeiliche Ermittlungsarbeit, für Opferangehörige und für das Vertrauen in den Rechtsstaat hervor:
"Cold Cases sind keine abgeschlossenen Kapitel. Sie stehen für offene Fragen, für fehlende Gewissheit und für Menschen, die oft über viele Jahre auf Antworten warten. Deshalb ist es unsere Verantwortung, lange zurückliegende Fälle mit dem Wissen, den Möglichkeiten und den Methoden von heute neu zu betrachten. Die Tagung hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig fachlicher Austausch, wissenschaftlicher Fortschritt und unterschiedliche Perspektiven für diese Arbeit sind. Für die Polizeidirektion Lüneburg ist es ein starkes Zeichen, diesen bundesweiten Austausch erneut ausrichten zu dürfen."
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen aktuelle Entwicklungen, besondere Herausforderungen und vielfältige Ermittlungsansätze in der Bearbeitung lange zurückliegender Tötungsdelikte und Vermisstenfälle. Die Bandbreite der Beiträge reichte von spezialisierten operativen Ansätzen, unter anderem dem Einsatz von Diensthunden und Mantrailing, über digitale Werkzeuge und den digitalen Wandel bis hin zu modernen forensischen und genetischen Verfahren. Auch Themen wie forensisch-investigative genetische Genealogie und Rechercheansätze, mitochondriale DNA und Verwandtschaftsmarker, moderne archäologische Methoden, Möglichkeiten der Erinnerungserhebung sowie rekonstruktive Verfahren vom Schädel zum Gesicht wurden im Rahmen der Tagung aufgegriffen.
Darüber hinaus widmete sich die Fachtagung Fragen neuer Kooperationsformen, unter anderem im Bereich Public Private Partnership, sowie der Perspektive von Angehörigen, die oftmals über Jahre oder Jahrzehnte mit offenen Fragen leben müssen. Ein Beitrag des Weißen Rings nahm diese besondere Belastung in den Blick.
Mit Referentinnen und Referenten aus den Niederlanden und Großbritannien erhielt die Tagung zudem internationale fachliche Impulse. Dadurch wurde deutlich, dass die Bearbeitung von Cold Cases vom Austausch unterschiedlicher Erfahrungen, Methoden und Strukturen profitieren kann.
Hauptorganisator und Leiter des Lüneburger Sachgebiets Cold Case, Kriminalhauptkommissar Thilo Speich, sagte zum Abschluss der Fachtagung:
"Cold-Case-Arbeit lebt davon, dass wir Fälle nicht nur erneut anschauen, sondern sie mit den Möglichkeiten von heute neu denken. Digitale Werkzeuge, forensisch-genetische Verfahren, operative Spezialansätze und interdisziplinäre Zusammenarbeit können neue Ermittlungsansätze eröffnen. Entscheidend ist, dass dieses Wissen in der Praxis ankommt. Genau dafür ist diese Fachtagung da: Erfahrungen teilen, Kontakte stärken und Impulse mitnehmen, die im besten Fall konkrete Verfahren voranbringen."
Die 2. Bundesweite Fachtagung Cold Case knüpfte damit an die Veranstaltung aus dem Jahr 2023 an und führte den bundesweiten Austausch zur Bearbeitung ungeklärter Tötungsdelikte und Vermisstenfälle fort.
+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung der Polizeidirektion Lüneburg vom 11.06.2026 gegen 14:42 Uhr. Die Originalmeldung aus dem Blaulichtreport des Presseportals finden Sie hier. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben aktualisiert und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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