Polizei-News Dresden, 02.06.26: Jahresbilanz 2025 Zollfahndungsamt Dresden: 1.026 Verfahren, 1.135 Tatverdächtige, 11,9 Mio Zigaretten, 11,5 Mio Euro
Der Zoll meldet einen aktuellen Fall in Dresden von heute (Di), dem 02.06.26. Was ist bisher bekannt?
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Das Zollfahndungsamt Dresden hat auch im Jahr 2025 auf hohem Niveau seine Aufgaben zur Bekämpfung der mittleren, schweren und organisierten Zollkriminalität erfüllt.
Die Bandbreite der hiesigen Ermittlungen umfasste grenzüberschreitende Betäubungsmitteldelikte, Verbrauchsteuerstraftaten, Verstöße gegen das Außenwirtschaftsrecht und grenzüberschreitende Verstöße gegen die gesetzlichen Bestimmungenin den Bereichen Waffen und Sprengstoff, Arznei- und Dopingmittel, Artenschutz und gewerblichen Rechtsschutz sowie die Hinterziehung vonEinfuhrabgaben.
Im vergangenen Jahr leitete das Zollfahndungsamt Dresden 1.026 Ermittlungsverfahren gegen 1.135 Tatverdächtige ein und führte eine Vielzahl von bestehenden Verfahren fort. Aufgrund der erfolgreichen Ermittlungen des Zollfahndungsamtes Dresden sprachen Gerichte im Vorjahr Freiheitsstrafen von insgesamt 87 Jahren sowie Geldstrafen in Höhe von 179.881 Euro aus.
Darüber hinaus konnten im Bereich Vermögensabschöpfende Maßnahmen (VAM) Vermögenswerte in Höhe von 11.582.393,51 Euro sichergestellt werden.Durch ihre Ermittlungen deckten die Dresdner Zollfahnderinnen und Zollfahnder Steuerhinterziehungen im Gesamtumfang von über 4,5 Millionen Euro auf und stellten unter anderem:
261
133.720 Stück Heat-not-Born-Produkte
159.000 Liter Heiz- und Kraftstoffe
49.309 Stück pyrotechnische Erzeugnisse
6 Scharfe Schusswaffen und 4 Schalldämpfer sowie weitere
weitere 259 dem Waffengesetz unterliegende Gegenstände
298 Stück erlaubnispflichtige Munition
25.358 Tabletten mit verbotenen Arznei- und Dopingmitteln
3.408 Stück gefälschtes Parfüm
sicher.
Weitere Auszüge aus der Bilanz:
Verbrauchsteuerkriminalität
Verbrauchsteuern stellen die bedeutendsten Einnahmen der Zollverwaltung dar und umfassen die sogenannten indirekten Steuern auf Genussmittel (Tabakwaren, alkoholische Getränke und Kaffee) sowieEnergieerzeugnisse (Energieträger wie Mineralöl, Erdgas, Flüssiggas und Kohle) und den elektrischen Strom.
Der illegale Verkehr und Handel mit diesen hochsteuerbaren Waren birgt aufgrund der lukrativen, illegalen Gewinnaussichten ein enormesBetrugspotenzial. Dieses verursacht - neben erheblichen Steuerausfällen in der Bundesrepublik Deutschland und anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union - insbesondere auch Wettbewerbsverzerrungen in der Wirtschaft.
Das Zollfahndungsamt Dresden leitete im Berichtsjahr insgesamt 74 Ermittlungsverfahren in diesem Deliktsbereich neu ein und stellte unter anderem 11.911.978 Zigaretten, 133.720 Stück Heat-not-Burn-Produkte sowie 159.015 Liter Heiz- und Kraftstoffe sicher.
Betäubungsmittelkriminalität
Die Bekämpfung des international organisierten Rauschgiftschmuggels stellt nach wie vor einen Hauptschwerpunkt in der Arbeit des Zollfahndungsamtes Dresden dar.
Die Ermittlerinnen und Ermittler des Zollfahndungsamtes Dresden sowieder Gemeinsamen Ermittlungsgruppen Rauschgift (GER) leiteten in diesem Deliktsbereich insgesamt 119 Verfahren neu ein und stellten über 261 Kilogramm Betäubungsmittel sicher.
Im Einzelnen handelt es sich hierbei u.a. um:
46,63 Kilogramm Kokain
10,72 Kilogramm Methamphetamin bzw. Crystal
3,52 Kilogramm MDMA
154,05
19,66 Kilogramm Amphetamin und andere.
Aufgrund der Pilotierung des Projektes Basisermittlungen im Jahre 2025 waren Sicherstellungen von Postsendungen mit Betäubungsmitteln im örtlichen Zuständigkeitsbereich des Zollfahndungsamtes Dresden stark rückläufig. Im Falle der Basisermittlungen führte hier das aufgreifende Hauptzollamt Dresden selbständig die Ermittlungen innerhalb der festgelegten Mengengrenzen durch. Für Postsendungen, die nicht für Deutschland sondern für Adressaten in anderen Ländern Europas oder auf anderen Kontinenten bestimmt waren, erhielten die Fahnder in den Zielländern im Zuge der internationalen Zusammenarbeit umgehend Mitteilungen über die hiesigen Feststellungen. Das hierbei sichergestellte Rauschgift wurdein drei Fällen kontrolliert an die zuständigen Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet und damit die dortigen Ermittlungen maßgeblich unterstützt. Aufgrund der angespannten Haushaltslage wurden hier deutlich weniger kontrollierte Lieferungen durchgeführt als in den Jahren zuvor.
Hinterziehung von Einfuhrabgaben
Im Berichtsjahr wurden 8 Ermittlungsverfahren neu eingeleitet bei denen der Verdacht bestand, dass Zölle sowie die Einfuhrumsatzsteuer nicht ordnungsgemäß entrichtet wurden. Der überwiegende Teil der Ermittlungsverfahren stand in Zusammenhang mit der Falschanmeldung der Warenwerte sowie der Warentarifnummern bei der Einfuhrabfertigungvon Waren.
Sonstige Verbote und Beschränkungen
Unter Verboten und Beschränkungen sind alle EU-rechtlichen und nationalen Vorschriften zu verstehen, die dem Schutz der öffentlichenOrdnung, der Umwelt, der menschlichen Gesundheit, der Tier- und Pflanzenwelt sowie dem gewerblichen Rechtsschutz dienen.
Die Ermittlungsschwerpunkte des Zollfahndungsamtes Dresden liegen hierbei in den Deliktsbereichen der Waffen- und Sprengstoffkriminalität, der Marken- bzw. Produktpiraterie, des Arznei- und Dopingmittelschmuggels sowie im Bereich des Artenschutzes.
Waffen- und SprengstoffkriminalitätIn diesem Deliktsbereich konzentrierten sich die Ermittlungen des Zollfahndungsamtes Dresden vorrangig auf die Bekämpfung des Waffenschmuggels und die rechtswidrige Einfuhr von Sprengstoffen, insbesondere in Form von unerlaubter Pyrotechnik.
Die Ermittlerinnen und Ermittler des Deliktsbereich und stellten u.a. über 49.309 Stück pyrotechnische Erzeugnisse sowie 259 dem Waffengesetz unterliegende Gegenstände sicher. Dabei handelte es sich um verbotene, erlaubnispflichtige odernicht mit dem erforderlichen Prüfzeichen versehene Waffen, wie Schlagringe, Messer, Reizstoffsprühgeräte, verschiedenste Elektroimpulsgeräte, Softairwaffen und Waffenteile für scharfe Schusswaffen. Darüber hinaus konnten 298 Stück erlaubnispflichtige Munition sichergestellt werden.
vergangenen Jahr sieben Ermittlungsverfahren neu eingeleitet. In einem Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts von Rechtsverletzungengeschützter Marken oder Herkunftsbezeichnungen konnten 3.408 Parfüms verschiedener namhafter Marken sichergestellt werden.
Arznei- und DopingmittelWegen Verstößen gegen das Arzneimittel- sowie gegen das Antidopinggesetz ermittelten die Beschäftigten des ZollfahndungsamtesDresden im Vorjahr in 144 Fällen.Sichergestellt wurden in diesen Ermittlungsverfahren 5.317 Tabletten,3 Kilogramm Pulver und 36.360 Milliliter verbotener Arzneimittel sowie 20.041 Tabletten und 8.941 Milliliter mit Dopingsubstanzen.
ArtenschutzDie Arbeit des Zolls trägt maßgeblich zum Erhalt der vom Aussterben bedrohten Arten bei. Zum Schutz der Tiere und Pflanzen überwacht der Zoll die Einhaltung der gesetzlichen Ein- und Ausfuhrregelungen im internationalen Warenverkehr. Rund 5.800 Tier- und 30.000 Pflanzenarten stehen unter diesem besonderen Schutz. Artgeschützte Tiere und Pflanzen sowie daraus hergestellte Waren, die verbotswidrigein- oder ausgeführt werden, werden von den Zollbehörden beschlagnahmt. Dabei ist es unerheblich, ob die Waren privat oder gewerblich im Reiseverkehr, im Postverkehr oder auf anderen Wegen transportiert werden.
In 10 Ermittlungsverfahren gingen die Dresdner Zollfahnderinnen und Zollfahnder im letzten Jahr dem Verdacht von Verstößen gegen das Washingtoner Artenschutzübereinkommen sowie gegen das Bundesnaturschutzgesetz nach und stellten dabei u.a. 1036 Gramm Erzeugnisse aus der Kostuswurzel, 10 Erzeugnisse aus Waran, vier Erzeugnisse aus Krokodilleder sowie einen Krokodilschädel sicher.
Außenwirtschaftsrecht
Das Außenwirtschaftsrecht regelt den Wirtschaftsverkehr der Bundesrepublik Deutschland mit anderen Staaten unter besonderer Berücksichtigung der eigenen sicherheits-, außen-, wirtschafts- und handelspolitischen Belange. Um diese tatsächlich wirksam schützen zu können, bedarf es staatlicher Eingriffe, die den an sich freien Wirtschaftsverkehr in erforderlichem Maße beschränken. Außenwirtschaftsrechtliche Beschränkungen treten zumeist in Form von Verboten oder Genehmigungsvorbehalten auf. Zentrales Ziel ist es, dieSicherheitsinteressen der Bundesrepublik Deutschland zu gewährleistenund eine Störung der auswärtigen Beziehungen zu verhindern.Das Zollkriminalamt und die Zollfahndungsämter sind zuständig für strafrechtliche Ermittlungen bei vorsätzlichen Zuwiderhandlungen gegen exportkontrollrechtliche Bestimmungen im Auftrag der Staatsanwaltschaften der Länder oder bei proliferationsrelevanten Sachverhalten im Auftrag des Generalbundesanwalts.
Wegen außenwirtschaftsrechtlicher Verstöße wurden am ZollfahndungsamtDresden 177 Ermittlungsverfahren bearbeitet, überwiegend wegen Verstößen gegen die Sanktionen in Folge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Schwerpunkt bildete hierbei die Ausfuhr hochwertiger Kraftfahrzeuge nach Russland, wobei die Ausfuhr in den wenigsten Fällen direkt, sondern zur Verschleierung des Transportweges, über die Türkei oder die Vereinigten Arabischen Emirate sowie verschiedene Nachbarstaaten Russlands erfolgte.
Zusatz: Die Jahresstatistik 2025 ist als Anlage beigefügt.
+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung des Zollfahndungsamt Dresden vom 02.06.2026 gegen 09:04 Uhr. Die Originalmeldung aus dem Blaulichtreport des Presseportals finden Sie hier. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben aktualisiert und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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