Polizei-News Schleswig-Holstein, 16.01.26: Schleusungskriminalität - Hohe Haftstrafen für eine Kieler Schleusergruppierung
Die Polizei informiert über einen aktuellen Vorfall unerlaubter Einreise und Aufenthalt in Schleswig-Holstein. Was ist heute passiert?
Erstellt von Team Datenjournalismus - Uhr
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Eine in Kiel ansässige Schleusergruppierung schleuste unter Einbindung mehrerer Mittäter, Ausländer nach Deutschland ein, die sich zuvor in griechischen und italienischen Flüchtlingslagern aufgehalten haben. Von Deutschland aus erfolgte die Verbringung der Geschleusten über Frankreich, um sie von dort aus über den Ärmelkanal weiter nach Großbritannien zu verbringen. Ein Gericht in Paris verurteilte den Kopf der Gruppierung nunmehr zu 15 Jahren Freiheitsstrafe. Weitere sieben Bandenmitglieder erhielten Freiheitsstrafen in Höhe von bis zu 12 Jahren.
bereits im Jahr 2021 gegen den nunmehr verurteilten 45-jährigen irakischen Bandenchef wegen einer Vielzahl von Schleusungen mit Lastkraftwagen und später mit Schlauchbooten von Frankreich nach England. Im Zusammenhang mit den dortigen polizeilichen Maßnahmen gegen die Schleuserorganisation, verlegte er im Jahr 2022 seinen Wohnsitz von Frankreich nach Kiel.
Die Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung Rostock und die Staatsanwaltschaft Kiel leiteten 2022 aufgrund eines Hinweises einer Vertrauensperson ein Ermittlungsverfahren gegen den Mann ein. Die verdeckt geführten Ermittlungen erhärteten den Verdacht, dass der Mann auch von Deutschland aus weiterhin Schleusungen durchführte.
Bei einer Schleusung im August 2023 kam es dabei auf dem Ärmelkanal bei einem mit 67 Menschen an Bord überladenen Schlauchbootes zu einem Motorschaden. Das Boot kenterte und Rettungshelfer bargen sechs Leichen, ein weiterer Toter wurde später in den Niederlanden angespült. Im Wege internationaler Rechtshilfe unterstützten die deutschen Behörden die französischen Ermittler, indem sie die Ermittlungsergebnisse zur Verfügung stellten.
Nach der erfolgreichen Festnahme des Hauptbeschuldigten in Frankreich im August 2023, führte die Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung Rostock im Auftrag der Staatsanwaltschaft Kiel umfangreiche Durchsuchungsmaßnahmen im Kieler Stadtgebiet durch. Hierbei konnten eine Vielzahl von Beweismittel sichergestellt werden, die den dringenden Tatverdacht der gewerbs- und bandenmäßigen Einschleusung erhärteten.
Die gewonnen Informationen aus den verdeckten Maßnahmen und der intensiven Ermittlungsarbeit im Austausch mit den französischen Behörden konnte die Tatbeteiligung der beiden Hauptbeschuldigten nachweisen und führten letztendlich zu dem hohen Strafmaß.
Die internationale Zusammenarbeit unter Federführung von EUROPOL bzw. EUROJUST und Einbindung von Ermittlungsdelegationen aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Belgien, den Niederlanden und Bulgarien hat sich in diesem Fall besonders ausgezahlt.
+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung der Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung vom 16.01.2026 gegen 08:53 Uhr. Die Originalmeldung aus dem Blaulichtreport des Presseportals finden Sie hier. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben aktualisiert und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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