Ebola im Kongo: Viele Kontakte von Ebola-Patienten bisher nicht identifiziert

Gefährliche Wissenslücken machen die Bekämpfung des Ebola-Ausbruchs im Kongo schwierig und könnten zur Ausbreitung der Fälle beitragen. Denn viel zu wenig Kontaktpersonen sind bisher identifiziert.

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In der Demokratischen Republik Kongo sind nach Angaben der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC bereits 635 Ebola-Fälle bestätigt und 127 Menschen an der gefährlichen Infektionskrankheit gestorben. Hinzu kommen 19 Krankheitsfälle und zwei Tote in Uganda, die einen Bezug zu dem Ausbruch im Kongo haben.

Mangelnde Kontaktverfolgung macht Eindämmung schwierig

CDC-Direktor Jean Kaseya war bei der Vorstellung der neuen Zahlen besonders besorgt über die geringe Zahl der identifizierten und nachverfolgten Kontakte von Ebola-Patienten im Kongo. In der Provinz Ituri, wo mit bisher mehr als 600 bestätigten Fällen das Zentrum des Ebola-Ausbruchs liegt, seien knapp 5.000 Kontakte bestätigter Ebola-Fälle identifiziert, sagte er in seinem wöchentlichen Bericht. Es werde aber geschätzt, dass jeder Patient in der von hoher Bevölkerungsdichte und großer Mobilität geprägten Region etwa 40 Kontakte habe - das wären rein rechnerisch etwa 24.000. Doch selbst von den identifizierten Kontakten würden nur etwa 57 Prozent nachverfolgt, so Kaseya.

"Wenn wir diese Menschen nicht kennen, wenn wir sie nicht nachverfolgen, bedeutet das ein enormes Risiko der Verbreitung der Krankheit", betonte Kaseya. Hinzu komme: Es gibt noch immer bestätigte Ebola-Fälle, die nicht isoliert und in Behandlungszentren seien. "Wenn wir sie nicht erreichen, wenn wir ihre Kontakte nicht erreichen, können wir den Ausbruch nicht schnell kontrollieren", warnte Kaseya. Von dem Ebola-Ausbruch seien vor allem jüngere Menschen im Alter zwischen 15 und 45 Jahren in einer Bergbauregion betroffen. Diese Menschen bewegten sich häufig von Ort zu Ort und hätten eine große Zahl von Kontakten.

Gewalt und Materialmängel erschweren Ebola-Bekämpfung

Die ostkongolesische Region, in der die hochansteckende Infektionskrankheit im Umlauf ist, ist zudem wegen der Aktivitäten bewaffneter Gruppen und Milizen unsicher. "Wir brauchen eine Waffenruhe", sagte Kaseya angesichts neu aufgeflammter Kämpfe in der Region. "Andernfalls wird der Ausbruch weitergehen."

Ein Mangel an Ausstattung und Personal für die Beerdigungen verstorbener Ebola-Patienten erschwere die Situation weiter. Denn die Toten sind hochansteckend und müssen unter bestimmten Sicherheitsmaßnahmen beigesetzt werden. "Wir haben nur sieben Teams statt der 49, die wir eigentlich benötigen", sagte Kaseya. Statt der 98 benötigten Sanitätsfahrzeuge gäbe es nur sieben.

"Wir beobachten, dass die Fallzahlen täglich rapide ansteigen", sagte auch Babou Rukengeza, Leiter der Ebola-Nothilfe von Save the Children in der Provonz Ituri. Aufgrund der begrenzten Laborkapazitäten komme es zu Verzögerungen bei den Tests. Es gäbe zwar einige mobile Labore, doch der Bedarf ist sehr hoch, auch wenn sich die Laborkapazitäten in der vergangenen und in dieser Woche etwas verbessert hätten.

Ebola-Fieber ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Der aktuelle Ausbruch ist besonders schwer einzudämmen, auch weil es für den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo bislang weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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