Schweiß schützt vor Krankheiten: Forscher entdecken natürlichen Schutzschild in diesem Körpersekret
Eine neue Studie zeigt: Schweiß ist nicht nur für die Regulation der Körpertemperatur wichtig, sondern enthält auch einen wichtigen Stoff, der vor Krankheiten schützt. Doch wie genau funktioniert der Schutzschild?
Von news.de-Redakteur Felix Schneider - Uhr
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- Schweiß kühlt nicht nur ab, sondern schützt auch vor Krankheiten
- Forscher haben den im Schweiß enthaltenen Stoff Dermcidin untersucht
- Die Wissenschaftler sehen Potenzial in der Nutzung für Medikamente
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Besonders beim Sport und hohen Temperaturen beginnt der Körper, viel Schweiß abzusondern - dabei verdunstet die Flüssigkeit auf der Haut, was für Abkühlung sorgt. Doch Schweiß kann noch viel mehr, als bisher angenommen: Ein im Schweiß enthaltener Stoff kann laut einer neuen Studie vor Bakterien und Viren schützen.
Schweiß als Schutzschild für die Haut
Bei dem Stoff, den die spanischen Forscher untersucht haben, handelt es sich um das körpereigene Peptid Dermcidin. Dieses kommt primär in Schweiß vor, da es in den menschlichen Schweißdrüsen gebildet wird. Mit dem Schweiß kommt es an die Hautoberfläche und verteilt sich dort. Schon länger war aus Studien bekannt, dass Dermcidin eine antimikrobielle Schutzfunktion innewohnt, die Bakterien abtöten kann.
In den Ergebnissen der Forscher stellt sich nun allerdings auch heraus, dass der Stoff auch gegen Viren wie Grippeviren, Coronaviren und sogar Masern wirkt. Spannend: Menschen, die sich mit Grippe infizieren, dafür aber keine Symptome entwickeln, haben in der Regel besonders hohe Werte an Dermcidin, wie ein Vergleich von Speichelproben in der Studie zeigte. Dieser Effekt wurde auch durch Tierversuche der Forscher mit Mäusen bestätigt. Kamen die Tiere besonders früh in Kontakt mit Dermcidin, erkrankten sie deutlich milder.
Auch Speichel und Nasenschleim schützen vor Erregern
Leider schützt Schweiß trotzdem nicht direkt vor Krankheiten - wer mehr schwitzt, ist nicht automatisch auch seltener krank. Entscheidend ist, wie viel Dermcitin der Körper produziert. Anders als häufig angenommen "entgiftet" Schweiß den Körper nicht und kann das Immunsystem nicht ersetzen. Die gute Nachricht: Da sich der Stoff im Labor reproduzieren lässt, sehen die Forscher Potenzial in ihm als Wirkstoff in Medikamenten.
Auch in anderen Körperflüssigkeiten befinden sich chemische Abwehrmaßnahmen: So befindet sich in Tränenflüssigkeit und Speichel etwa das Enzym Lysozym, das die Zellwände vieler Bakterien direkt zerstört. Nasenschleim enthält wiederum Peptide, die ähnlich wie Dermcitin wirken und Mikroben schädigen.
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sfx/loc/news.de
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