Neuartiges Virus entdeckt: Coronavirus mit neuen Eigenschaften - Forscher warnen vor CcCoV-KY43
Forscher haben in Fledermäusen ein neuartiges Coronavirus entdeckt. Nun warnen die Experten, dass das Virus mit dem Namen CcCoV-KY43 zur Gefahr für die Menschen werden könnte. Denn der Erreger sei grundsätzlich fähig, in menschliche Zellen einzudringen.
Erstellt von Franziska Kais - Uhr
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- Forscher entdecken neuartiges Coronavirus in Fledermäusen
- CcCoV-KY43 grundsätzlich fähig, in menschliche Zellen einzudringen.
- Neues Pandemie-Potential: Experten warnen vor Gefahr für Menschen
Ein internationales Forscherteam aus Großbritannien und Kenia hat ein neuartiges Coronavirus in Fledermäusen identifiziert, das potenziell Menschen infizieren könnte. Das Virus mit der Bezeichnung CcCoV-KY43 wurde bei Herznasen-Fledermäusen nachgewiesen, die hauptsächlich in Ostafrika vorkommen – darunter Teile Kenias, des östlichen Sudans und Nordtansanias.
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Neuartiges Coronavirus in Fledermäusen nachgewiesen - Forscher warnen vor CcCoV-KY43
Wie der britische "Daily Star" aktuell berichtet, stellten die Wissenschaftler fest, dass der Erreger in der Lage ist, an Rezeptoren menschlicher Lungenzellen anzudocken. Durchgeführte Tests in Kenia ergaben jedoch, dass das CcCoV-KY43 Virus bislang nicht auf die lokale Bevölkerung übergesprungen ist. Dennoch warnen die Experten, dass der Erreger grundsätzlich fähig sei, in menschliche Zellen einzudringen, und damit eine Gefahr für den Menschen darstellt.
Neuartiges Coronavirus entdeckt - Forscher untersuchten Spike-Proteine von Alphacoronaviren
Für ihre Untersuchung analysierten die Wissenschaftler die sogenannten Spike-Proteine von Alphacoronaviren - jene Strukturen, die an menschliche Zellen andocken und Infektionen auslösen können. Insgesamt nahmen sie 40 verschiedene dieser Proteine unter die Lupe und prüften systematisch, ob diese an eine Sammlung bekannter Coronavirus-Rezeptoren in menschlichen Zellen binden können.
Experten von den Ergebnissen der Alphacoronaviren-Untersuchung überrascht
Die Ergebnisse überraschten selbst die Fachleute. Dr. Dalan Bailey, Experte für Molekularbiologie am Pirbright Institute in Woking, erklärte: "Vor unserer Studie ging man davon aus, dass die meisten Alphacoronaviren nur ein oder zwei mögliche Rezeptoren nutzen, um in ihren Wirt einzudringen. Wir wissen jetzt, dass Alphacoronaviren möglicherweise eine ganze Reihe zusätzlicher Rezeptoren verwenden könnten." Professor Stephen Graham von der Universität Cambridge verglich die Funktionsweise mit einem Schlüssel-Schloss-Prinzip: Die viralen Spike-Proteine seien Schlüssel, die in Schlösser – also Wirtrezeptoren – passen, um Zellen zu öffnen. Die Herausforderung bestehe nun darin, weitere dieser Rezeptoren zu identifizieren.
Warnung vor CcCoV-KY43 - besteht die Gefahr einer neuen Pandemie?
Professor Graham betonte die Notwendigkeit, wachsam zu bleiben: "Das Risiko besteht." Die Wissenschaftler wollen nun die Verbreitung des neuartigen Coronavirus in Fledermauspopulationen kartieren und prüfen, ob es bereits in gefährdeten Bevölkerungsgruppen zu Übertragungen gekommen ist. Dr. James Nyagwange vom Kenya Medical Research Institute sieht in den Erkenntnissen eine wichtige Chance: "Dies wird der Menschheit helfen, sich auf künftige Übertragungen vorzubereiten und mit der Entwicklung von Impfstoffen und antiviralen Mitteln zu beginnen." Die frühzeitige Identifizierung des Rezeptors - noch bevor das Virus auf Menschen übergesprungen ist - ermöglicht präventive Maßnahmen.
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fka/news.de/stg
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