Folge der Unterfinanzierung: Große Suchtklinik für Jugendliche vor dem Aus
Für suchtkranke Kinder und Jugendliche gibt es kaum Klinikbetten. Ein Großteil davon drohe in den nächsten Wochen wegzufallen, warnt ein Krankenhaus – weil dessen Finanzierung nicht gewährleistet sei.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Die nach eigenen Angaben größte Klinik für suchtkranke Jugendliche in Deutschland steht vor der Schließung. Ende Juni müsse die Dietrich-Bonhoeffer-Klinik im niedersächsischen Großenkneten bei Oldenburg ihre Arbeit beenden, erklärte eine Sprecherin der Trägerin Leinerstift e.V. "Grund für die Schließung der Klinik ist eine massive Unterfinanzierung der Leistungen", sagte sie.
Laut Klinik 60 von 85 Klinikplätze in ganz Deutschland betroffen
Trotz intensiver Verhandlungen und der Unterstützung aus Verbänden und Politik sei keine Einigung mit dem federführenden Kostenträger erzielt worden. Im Jahr 2025 habe die Klinik bereits ein Defizit von mehr als einer Million Euro erwirtschaftet. Die Prognose für die kommenden Jahre lasse erwarten, dass der schon jetzt nicht auskömmliche Tagessatz weiter abgesenkt werde, wodurch sich das Defizit weiter erhöhen werde, hieß es.
Die Klinik in Großenkneten hält 60 Betten für suchtkranke Kinder und Jugendliche vor. Bundesweit gibt es den Angaben der Klinik zufolge 85 Klinikplätze für die Reha, die sich an einen Entzug anschließt. Rund 200.000 Kinder und Jugendliche leiden demzufolge in Deutschland an Suchterkrankungen aufgrund einer Abhängigkeit von Alkohol, Drogen oder Medikamenten. Für erwachsene Suchtpatienten gebe es bundesweit mehr als 13.000 Reha-Plätze.
Drogenbeauftragter Streeck will vermitteln
Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck (CDU), bezeichnete eine mögliche Schließung der Klinik in der Bild-Zeitung als einen schweren Verlust. "Gerade für junge Menschen mit Suchterkrankungen brauchen wir solche Therapieangebote dringend." Er trete als "Vermittler zwischen Betreibern und Rentenversicherung auf, um den Erhalt von Therapieplätzen zu sichern", sagte Streeck der Zeitung.
"Sucht und Abhängigkeit bei Jugendlichen nehmen zu, der Mischkonsum wird gefährlicher, die Zahl der Drogentoten unter 30 Jahren steigt und der Zugang zu Drogen ist durch das Internet so leicht wie nie", sagte Streeck. Gerade deshalb sei eine frühe Therapie für Abhängige wichtig.
Mit einer Spendenaktion versucht derzeit der Träger, Spenden für eine Weiterführung des Klinikbetriebs zu finden. Gleichzeitig werden Unterstützer für eine Petition gesucht, um die Schließung der Klinik zu verhindern und die Suchtrehabilitation für Jugendliche ausreichend zu finanzieren.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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