Extreme Halsschmerzen: Neue Corona-Variante "Cicada" breitet sich in Deutschland aus

Die neue "Cicada"-Variante des Corona-Virus breitet sich derzeit weltweit mit rasender Geschwindigkeit aus. Experten befürchten, dass sie mit ihren Mutationen den Impfschutz unterlaufen könnte.

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Aktuell beobachten Experten, wie sich die "Cicada"-Variante des Coronavirus mit besorgniserregender Geschwindigkeit ausbreitet. (Foto) Suche
Aktuell beobachten Experten, wie sich die "Cicada"-Variante des Coronavirus mit besorgniserregender Geschwindigkeit ausbreitet. Bild: AdobeStock / phonlamaiphoto
  • Die neue Corona-Variante "Cicada" breitet sich weltweit aus
  • Es handelt sich um eine hypermutierte Variation des Covid-19-Virus
  • Zu den Symptomen gehören auch besonders heftige Halsschmerzen

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Eine neue Covid-19-Variante breitet sich weltweit aus und hat mittlerweile insgesamt 23 Länder erreicht. Die als BA.3.2 bezeichnete Mutation trägt den Spitznamen "Cicada" - benannt nach der Zikade, die jahrelang unter der Erde verborgen bleibt, bevor sie plötzlich auftaucht. Erstmals wurde der Erreger im November 2024 in Südafrika identifiziert, doch seit 2025 breitet sie sich mit besorgniserregender Effizienz aus.

Mutationen machen Cicada-Variante besonders gefährlich

Besonders betroffen ist derzeit insbesondere Nordeuropa. In Deutschland, Dänemark und den Niederlanden macht Cicada laut Berichten des "Daily Post" bereits bis zu 30 Prozent der sequenzierten Fälle aus. Die britische Gesundheitsbehörde UKHSA beobachtet die Ausbreitung des Stammes aufmerksam. Die neue Variante gilt als hypermutiert - im Vergleich zu den derzeit vorherrschenden Stämmen weist sie 70 bis 75 genetische Veränderungen im Spike-Protein auf - der Teil des Virus, der das Eindringen in menschliche Zellen ermöglicht.

Genau dieses Spike-Protein nutzen auch die Impfstoffe, um das Immunsystem zur Erkennung des Erregers anzuregen. Die zahlreichen Mutationen erschweren es dem Körper daher erheblich, das Virus zu identifizieren. Mediziner warnen, dass der Impfschutz gegen diese Variante möglicherweise geringer ausfällt.

Betroffene berichten von "Rasierklingen-Halsschmerzen"

Die Beschwerden bei einer Cicada-Infektion ähneln grundsätzlich anderen Covid-19-Erkrankungen. So berichten Betroffene laut "New York Post" von Husten, Fieber, Schüttelfrost, Müdigkeit, verstopfter Nase und Kopfschmerzen. Auch der Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn kann auftreten.

Ein Symptom sticht jedoch besonders hervor: Viele Infizierte klagen über extrem starke Halsschmerzen, die als "Rasierklingen-Gefühl" beschrieben werden. Zudem deuten einige Berichte auf eine leicht erhöhte Häufigkeit von Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall hin. Neben symptomatischen Verläufen kann es auch zu Infektionen ohne Beschwerden kommen - einige Menschen könnten daher unwissentlich Überträger des Virus sein.

Schnelle Ausbreitung, aber keine schwereren Verläufe

Beruhigend zu wissen: Trotz der rasanten Verbreitung gibt es bislang keine Hinweise darauf, dass Cicada gefährlicher ist als andere zirkulierende Covid-19-Varianten. Weder schwerwiegendere Erkrankungen noch höhere Hospitalisierungsraten wurden beobachtet. Durch ausreichend Bettruhe, Flüssigkeitsaufnahme und rezeptfreie Medikamente lassen sich die Beschwerden weitgehend lindern. Kommt es zu schwerwiegenderen Beschwerden - Atemnot, Brustschmerzen, Verwirrtheit oder bläulich verfärbte Lippen und Haut - so sollten Betroffene umgehend den Notarzt rufen.

Experten betonen, dass die aktuellen Impfstoffe weiterhin vor schweren Krankheitsverläufen, Krankenhausaufenthalten und Todesfällen schützen sollten. Die weitere Entwicklung bleibt jedoch ungewiss. Virologe Andrew Pekosz betonte: "[Die Variante] hat viele Mutationen, die dazu führen könnten, dass sie für das Immunsystem anders aussieht."

Dieser Artikel wurde nach umfassender Recherche erstellt und ersetzt keinen ärztlichen Rat. Im Notfall sollten Sie immer einen Mediziner oder den Rettungsdienst um Hilfe bitten.

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