Cortisol macht dick: Hüftspeck-Alarm - wie Stress auf Arbeit jede Diät sabotiert
Ob durch Arbeit, zu wenig Schlaf oder Kinder: Stress ist unser alltäglicher Begleiter. Doch wussten Sie schon, dass zu viel Stress das Abnehmen erschweren kann? Wir verraten Ihnen, wie es dazu kommt und was hilft.
Erstellt von Felix Schneider - Uhr
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- Zu viel Stress kann dafür sorgen, dass die Diät fehlschlägt
- Hormone sorgen für einen langfristig erhöhten Blutzuckerspiegel
- Besonders strenge Diäten können sich selbst im Weg stehen
Mehr Tipps rund um die Themen Ernährung und Fitness finden Sie am Ende dieses Beitrags.
Nicht immer liegt es an mangelnder Selbstdisziplin, wenn eine Diät krachend scheitert. Stress gilt unter Ernährungsmedizinern als einer der am häufigsten unterschätzten Faktoren beim Abnehmen. Doch wie hängen Stress, Hormonhaushalt und Gewicht miteinander zusammenhängen?
Wie reagiert der Körper auf Stress?
Zunächst ist es wichtig zu verstehen, was genau bei Stress im Körper passiert. Wenn wir uns gestresst fühlen, beginnt das Gehirn, zusätzliche Hormone wie Cortisol und Adrenalin auszuschütten. Untersuchungen zeigen, dass unsere Glukoseproduktion dadurch auf Hochtouren läuft: Die Hormone mobilisieren Zucker aus den Reserven und stellen Körper und Gehirn so Energie zur Verfügung.
Gleichzeitig wird die Insulinausschüttung gehemmt und die Insulinresistenz gefördert. Dieser Mechanismus sollte ursprünglich dafür sorgen, dass wir in Stress- und Notfallsituationen - beispielsweise bei der Jagd - so schnell wie möglich Energie verfügbar haben.
Gewichtszunahme beginnt bei dauerhaftem Stress
Das Problem: Unter dauerhaftem Stress, wie wir ihn nun im Büro oder durch täglich neue Rechnungen haben, bleibt die Cortisolproduktion dauerhaft erhöht. Dabei wird zwar Zucker bereitgestellt, aber nicht unbedingt verbraucht. Dadurch steigt dann zwangsläufig der Insulinspiegel wieder an - was wiederum die Speicherung von Fetteinlagerungen fördert.
Wie Studien zeigen, kann Cortisol auch appetitsteigernd wirken und besonders auf zucker- und fetthaltige Nahrung Heißhunger auslösen. Durch eine solche Ernährung werden allerdings mehr Kalorien als nötig aufgenommen. Diese werden wiederum langfristig gespeichert. Außerdem kann Cortisol bei chronischem Stress den Muskelabbau fördern und den Grundstoffwechselumsatz leicht senken.
Wie können Diäten sich selbst zum Scheitern bringen?
Allerdings sind wenn die Diät fehlschlägt nicht nur Schlafmangel und Arbeitsstress schuld - auch die Diät selbst ist gewissermaßen an der Gewichtszunahme beteiligt. Denn: Besonders intensive Diäten können den Körper durch das gezielte "Hungern" zusätzlich strapazieren. Das führt dazu, dass das Gehirn in eine Art "Überlebensmodus" schaltet und versucht, weniger Kalorien zu verbrennen.
Zudem beginnen Körper und Hirn, Informationen über "Hungerzeiten" abzuspeichern. So erklärt Ernährungsmedizinerin Daniela Kielkowski gegenüber dem RND: "Wenn man schon viele Diäten oder Fastenkuren hinter sich hat, hat das Gehirn dieses Energiedefizit gelernt. Kommt dann wieder eine normale Ernährung, wird das Gehirn sein Stresslevel nicht aufheben, sondern wird den Stoffwechsel so einstellen, dass es immer etwas Energie auf Reserve hat."
Wie vermeide ich, dass Stress den Abnehmerfolg hemmt?
Um das Zunehmen durch Stress zu vermeiden, gibt es eigentlich nur eine Lösung: Den Stress selbst möglichst meiden. Das ist oftmals nicht direkt möglich - beispielsweise wenn der Job die Stressquelle ist. In diesen Situationen kann es sinnvoll sein, sich trotzdem möglichst viel um das eigene Wohlbefinden zu kümmern.
Ausreichend Schlaf, regelmäßige Essenszeiten, beruhigende Routinen und auch mal etwas Entspannung abseits des Alltags sind dafür besonders wichtig. Stabilität ist das A und O - dadurch kann das Gehirn "sichere" Muster erlernen und für einen konstanten Blutzuckerspiegel sorgen.
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sfx/bua/news.de
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