Effekte von Statinen: Mit diesen Nebenwirkungen müssen Patienten rechnen
Cholesterinsenker in der Kontroverse: Trotz ihrer Wirksamkeit geraten Statine immer wieder in die Kritik. Grund ist die Furcht vor diversen Nebenwirkungen. Eine Analyse zeigt, welche wirklich belegt sind.
Von news.de-Redakteur Felix Schneider - Uhr
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- Statinen werden viele verschiedene Nebenwirkungen nachgesagt
- Eine Metaanalyse zeigt: Nur ein Bruchteil davon ist tatsächlich belegt
- Statine sind oftmals notwendig - doch viele zweifeln daran
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Immer wieder wird vor den Nebenwirkungen von Statinen gewarnt: So sind auf dem Beipackzettel insgesamt 66 verschiedene Wirkungen gelistet, darunter Muskelschmerzen, Müdigkeit, Depressionen und Schlafstörungen. Doch wie neue Untersuchungen zeigen, ist nur ein Bruchteil davon tatsächlich wissenschaftlich nachweisbar.
Kaum Nebenwirkungen nachweisbar bei Statinen
Bereits seit längerem warnen viele Ärzte ihre Patienten insbesondere vor Muskelschmerzen durch Statinen - doch tatsächlich lassen sich laut einer im Fachjournal "Lancet" publizierten Meta-Analyse nur vier der insgesamt 66 Nebenwirkungen auf dem Beipackzettel von Medikamenten wie Simvastatin nachweisen:
- Veränderungen der Urinzusammensetzung
- Ödeme (Wassereinlagerungen)
- abnormale Leberenzymwerte
- Abweichungen in der Leberfunktion
Prof. Sir Rory Collins, Hauptautor der Metaanalyse, erklärt gegenüber dem BBC: "Jetzt, wo wir wissen, dass Statine den Großteil der Nebeneffekte auf den Beipackzetteln nicht verursachen, bedarf es einer Revision der aktuellen Informationen um Patienten und Ärzten zu helfen, besser informierte Entscheidungen zu treffen."
Darum sind hohe Cholesterinwerte ungesund
Dennoch kursiert noch immer die Behauptung, dass Statine mehr schaden als nützen würden. Das liegt unter anderem daran, dass viele Menschen noch immer an den negativen Konsequenzen des schlechten LDL-Cholesterins zweifeln. Dabei ist wissenschaftlich längst belegt, dass erhöhte LDL-Werte die Sterblichkeit - etwa durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen - deutlich steigern. Insbesondere für Betroffene einer Koronaren Herzkrankheit (KHK) profitieren somit von dem in der Regel günstigen Nutzen-Risiko-Verhältnis von Statinen.
Weshalb benötigen Betroffene Statine?
Verschreibungspflichtige Tabletten wie Simvastatin senken das Cholesterin im Blut, indem sie das Enzym, das Cholesterin produziert, hemmen. Allein durch einen gesunden Lebensstil, etwa mit ausgewogener Ernährung, lässt sich der LDL-Wert laut der Deutschen Herzstiftung nur um etwa fünf bis zehn Prozent senken. Wer besonders hohe LDL-Werte hat, der ist in der Regel von genetischen Ursachen betroffen. Entsprechend sind Statine das beste verfügbare Mittel, um den Wert zu senken.
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sfx/bua/news.de
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