Simvastatin: Darum kann dieses Medikament zu Muskelschmerzen führen
Wird in der Arztpraxis ein hoher Cholesterinspiegel festgestellt, so werden in der Regel Statine dagegen verschrieben. Was viele Patienten nicht wissen: Die Medikamente können zu Muskelschmerzen führen. Wie es dazu kommt, zeigt eine neue Studie.
Von news.de-Redakteur Felix Schneider - Uhr
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- Statine sind Medikamente zur Senkung des Cholesterinspiegels
- Die Mittel können unter anderem Muskelschmerzen verursachen
- Eine Studie hat die Ursache ermittelt - diese ist seltener als angenommen
Mehr rund um verschiedene Medikamente finden Sie am Ende dieses Beitrags.
Während Arztpraxen die Medikamente gerne bei einem hohen Cholesterinspiegel verschreiben, vertragen manche Patienten Statine überhaupt nicht. In einigen Fällen können die Mittel zu unangenehmen Muskelschmerzen führen. Wie genau das Medikament im Körper wirkt und warum es dadurch zu Muskelschmerzen kommen kann, das haben die Forscher Gunnar Weninger und Haikel Dridi an der Columbia University in New York untersucht.
Was sind Statine - und wie verursachen sie die Schmerzen?
Laut der "Pharmazeutischen Zeitung" bekommen etwa elf Millionen Deutsche den Cholesterinsenker. Der Grund: Statine können - langfristig verwendet - eine Verkalkung der Blutgefäße durch das schlechte LDL-Cholesterin verhindern. Besonders häufig wird das Mittel Simvastatin angeordnet. Allerdings kommen die positiven Effekte der Medikamente auch mit Nebenwirkungen - darunter auch Muskelschmerzen.
Die Studie legt nahe, dass die Ursache für die Schmerzen in der Wirkung der Statine auf die Proteine in den Muskelzellen liegt. Die Statine binden sich an die Proteine und sorgen dafür, dass Kalzium-Ionen innerhalb der Zellen austreten. Dadurch wird allerdings zu viel Kalzium in den Muskelzellen freigesetzt, was die Muskeln langfristig schwächen und zu Schmerzen führen kann.
Schmerzen sind deutlich seltener als angenommen
Andere groß angelegte Studien suggerieren allerdings, dass dieser Effekt weitaus weniger dramatisch ist, als er zunächst klingen mag. Denn: Die Muskelschmerzen treten nur sehr selten ein. Weniger als zwei Prozent sind tatsächlich von dem Phänomen betroffen. Tatsächlich ist es zudem oftmals nicht die Wirkung des Medikaments selbst, das die Schmerzen verursacht, sondern der sogenannte "Nocebo-Effekt".
Dabei treten negative Wirkungen auf, die eigentlich nicht oder nur sehr selten durch ein Medikament verursacht werden, auch, wenn diese im Körper faktisch nicht nachzuweisen sind. Verursacht werden die Schmerzen beispielsweise also häufig dadurch, dass Patienten bereits befürchten, dass diese eintreten könnten. Das liegt mitunter an der Kommunikationsweise der Ärzte. Warnen diese ihre Patienten vor den eigentlich seltenen Schmerzen, so treten diese möglicherweise ein, weil die Patienten glauben, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit davon betroffen sein werden.
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sfx/bos/news.de
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