Nebeneffekt bei Gürtelrose-Impfung: Studie zeigt - diese Impfung verlangsamt den Alterungsprozess

Eine Gürtelrosen-Impfung kann laut einer neuen Studie nicht nur gegen die Reaktivierung des Windpockenvirus schützen, sondern verlangsamt unter bestimmten Umständen sogar den Alterungsprozess. Die Hintergründe.

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Eine neue Studie hat einen ungewöhnlichen Effekt der Gürtelrose-Impfung bei Älteren nachgewiesen. (Foto) Suche
Eine neue Studie hat einen ungewöhnlichen Effekt der Gürtelrose-Impfung bei Älteren nachgewiesen. Bild: dpa/Ralf Hirschberger
  • Neue Studie belegt Zusammenhang zwischen Gürtelrose-Impfung und Altern
  • Biologisches Altern soll durch Herpes-zoster-Impfung verlangsamt werden
  • Stille Entzündungen - darum lassen sie unseren Körper schneller altern

Wer einmal an Windpocken erkrankt, ist in der Regel immun. Und Kinder werden heutzutage ohnehin bereits früh gegen die Varizellen geimpft (Empfehlung der STIKO seit 2004). Und dennoch bleibt das Virus ein Leben lang im Körper. Lässt die Immunabwehr nach - häufig im Alter, durch Stress oder Krankheit, besteht die Gefahr, dass die Viren reaktiviert werden. Die Folge: Man erkrankt an einer sogenannten Gürtelrose (Herpes zoster). Damit dies nicht geschieht, empfiehlt die STIKO auch hier eine Impfung. Eine Immunisierung gegen Gürtelrose wird im Alter von 60 Jahren empfohlen, bei Risikogruppen sogar schon ab 50 Jahren.

Studie belegt: Gürtelrose-Impfung verlangsamt den Alterungsprozess des Körpers

Eineneue Studie liefert nun einen weiteren, überraschenden Grund für eine Gürtelrosen-Impfung im Alter. Forscher:innen der "University of Southern California" haben Hinweise darauf gefunden, dass die Immunisierung den Alterungsprozess bei älteren Menschen ausbremsen kann.

Dabei wurden im Rahmen einer groß angelegten Studie über 3.800 Senior:innen untersucht. Die Teilnehmer:innen, Durchschnittsalter 2016 war 70 Jahre alt, zeigten überraschende Auffälligkeiten. Die Daten zeigten: Wer gegen Gürtelrose geimpft war, alterte biologisch langsamer - auch noch Jahre nach der Impfung!

Biologisches Alter - was genau ist das überhaupt?

Unter dem Begriff "Biologisches Altern" versteht man den Prozess, wie stark sich der Körper im Laufe der Zeit verändert, erklärt "t-online.de". Dabei liegt der Fokus auf den Organen und der Körpersysteme und nicht auf dem tatsächlichen Alter, welches in Kalenderjahren gezählt wird.

Bei der Studie des Forschungsteams rundum Jung Ki Kim und Eileen Crimmins wurden sieben Alterungsprozesse untersucht:

  • Die Funktion des Immunsystems,
  • Neurodegenerative Marker (Merkmale, die auf die Beschädigung von Nervenzellen im Gehirn oder Rückenmark hinweisen,
  • Entzündungswerte im Blut
  • sowie epigenetische und transkriptomische Alterung (wichtige Indikator für Zellalterung)

Und die Ergebnisse der Studie waren erstaunlich. Senior:innen, die gegen Gürtelrose geimpft waren, hatten ...

  • niedrigere Entzündungswerte,
  • eine verlangsamte Genaktivität in alterungsrelevanten Bereichen,
  • und bessere biologische Werte im Allgemeinen.

Äußere Umstände wie Bildung, Einkommen oder Vorerkrankungen wurden in diesem Falle berücksichtigt, spielten jedoch keine Rolle bei dem Ergebnis der Studie.

"Stille Entzündungen" machen uns alt und krank

Ausschlaggebend für den ungewöhnlichen Nebeneffekt bei der Impfung seien laut Studie die sogenannten "stillen Entzündungen, chronisch oft unbemerkte Entzündungsprozesse im Körper, die mit altersbedingten Krankheiten wie Demenz, Herzleiden und Gebrechlichkeit in Verbindung stehen und auf die die Impfung einen positiven Effekt haben soll.

Die Gürtelrose-Impfung könnte helfen, die stillen Entzündungsprozesse im Körper zu reduzieren und so eine langfristige Immunantwort des Körpers zu erzeugen. Das Fazit der Expert:innen daher: Die Gürtelrose-Impfung schützt nicht nur vor einer Infektion mit Herpes zoster, sondern kann auch langfristig das Immunsystem stabilisieren und Alterungsprozesse verlangsamen. 

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