Aus Berlin: Deutscher schleppt Affenpocken-Virus in Mexiko ein
Im vergangenen Jahr mehrten sich die Berichte über Affenpocken-Fälle in Berlin - nun schleppte erstmals ein Berliner die besonders aggressive Virusvariante Subklade Ib nach Mexiko ein.
Von news.de-Redakteur Felix Schneider - Uhr
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- Affenpocken-Subklade Ib wurde erstmals in Mexiko festgestellt
- Ein Deutscher aus Berlin hatte sich mit der Erkrankung infiziert
- Die Mpox-Variante endete im Kongo häufig tödlich
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Was für einen Sozialarbeiter aus Berlin eigentlich ein schöner Urlaub am Strand werden sollte, wurde sowohl für ihn als auch für die mexikanischen Behörden zum medizinischen Albtraum. Der Mann (50) reiste zunächst in die USA, dann weiter nach Mexiko-Stadt und Acapulco - bis er über schwere Symptome klagte. Dann die Schock-Diagnose: Affenpocken. Konkret hatte der Mann sich offenbar die besonders aggressive Virusvariante Subklade Ib eingefangen.
Berliner bringt Affenpocken mit nach Mexiko
Informationen der "Bild" zufolge war der Mann zunächst am 8. Dezember 2025 nach Denver (USA) gereist, bevor er zwei Tage später nach Mexiko-Stadt weiterflog. Von dort aus reiste er offenbar für einen Strandurlaub in den Badeort Acapulco - doch daraus sollte nichts werden. Bereits am 12. Dezember 2025 klagte der Berliner über Fieber, starke Kopfschmerzen, Schnupfen und heftiges Schwitzen. Vier Tage später litt er unter den für Affenpocken typischen Hautknoten und Bläschen. Auch Müdigkeit und Muskelschmerzen gesellten sich zu den Symptomen hinzu. Der Mann kam daraufhin in die Isolationsbehandlung.
Mehr als 600 Tote durch Mpox im Kongo
Untersuchungen bestätigten letztendlich den Verdacht, dass der 50-Jährige an Affenpocken (Mpox) litt. Bei einer Genanalyse zeigte sich dann auch, dass es sich tatsächlich um die Subklade (Virus-Untergruppe) Ib handelte. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärt, führte diese aufgrund fehlender Impfstoffe bereits im Jahr 2023 im Kongo zu14.626 Erkrankungen und 654 Toten. Die Organisation rief 2024 daher eine "Gesundheitliche Notlage internationaler Tragweite" aus.
Bis zum aktuellen Fall traten in Mexiko nur weniger gefährliche Varianten des weitverbreiteten Mpox-Virus auf. Die Behörden reagierten auf den Fall daher mit größter Vorsicht und ließen eine dringende Mitteilung mit Hinweisen zur verbesserten Früherkennung veröffentlichen. Zudem verfolgen die Behörden die Kontakte des Mannes nach, um eine Ausbreitung des Virus frühzeitig einzudämmen. Den mexikanischen Behörden zufolge habe der Mann keine Symptome mehr.
Infektion & Symptome: Was Sie über Affenpocken wissen müssen
Informationen des Landesamts für Gesundheit und Soziales (LGeSo) Berlin zufolge war die Hauptstadt deutschlandweit am stärksten betroffen. Betroffen sind demnach vor allem schwule und bisexuelle Männer sowie Menschen mit häufig wechselnden Sexualpartnern. Erste Anzeichen für eine Erkrankung sind häufig:
- Fieber, Schüttelfrost
- Muskelschmerzen, Rückenschmerzen
- Müdigkeit und Kopfschmerzen
Wenige Tage nach Beginn der ersten Anzeichen entwickeln sich bei Betroffenen zudem die typischen Hautläsionen - oftmals an Genitalien oder Anus, nicht selten aber auch an Händen, Brust oder im Gesicht. Wie diese aussehen können, zeigen Bilder auf der Webseite des RKI.
Was tun, wenn ich mit Affenpocken infiziert bin?
Wer eine Infektion vermutet, sollte dringend seine engeren / sexuellen Kontakte darüber informieren und gegebenenfalls weitere Kontakte vermeiden. Eine ärztliche Untersuchung ist wichtig , um abzuklären, ob es sich tatsächlich um Affenpocken handelt. Rufen Sie dafür Ihren Hausarzt oder das zuständige Gesundheitsamt an, um weitere Informationen zu erhalten. Wichtig zu wissen: Da Mpox sich auch auf Tiere übertragen kann, ist auch der enge Kontakt mit Haustieren zu vermeiden.
Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sich um eine Impfung gegen die Erkrankung kümmern. Nur so können sich Risikogruppen richtig schützen. Die Impfung kann auch direkt nach dem Kontakt mit Erkrankten erfolgen und so eine Infektion verhindern. Diese sogenannte Postexpositionsprophylaxe sollte bereits innerhalb von 14 Tagen nach dem Kontakt erfolgen.
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sfx/bua/news.de
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