Alzheimer bald Geschichte: Forscher erwarten rapide Fortschritte im Kampf gegen Demenz
Rückt ein Heilmittel gegen Alzheimer endlich näher? Experten behaupten: Ja - bereits innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre seien große Fortschritte in der Demenz-Forschung zu erwarten. Wie nah wir der Heilung bereits sind, erklären wir hier.
Von news.de-Redakteur Felix Schneider - Uhr
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- Experten hoffen auf größere Durchbrüche in der Alzheimer-Forschung
- Bereits innerhalb der nächsten Jahre sollen mehrere Medikamente kommen
- Forscher können mit Medikamenten möglicherweise bald die Ursachen bekämpfen
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Überall auf der Welt arbeiten Forscher bereits seit Jahrzehnten an einer Heilung für die lange kaum verstandene Erkrankung Alzheimer. Das Hauptproblem: Alzheimer ist eine Erkrankung des gesamten Gehirns - eine Behandlung muss auf das gesamte Hirn abzielen. Zudem ist bis heute nicht völlig klar, wie die Erkrankung entsteht. Dennoch schüren Forscher Hoffnungen auf eine Heilung - und können immer mehr Puzzlestücke zu einem großen Ganzen zusammenfügen.
Was sind die Ursachen für Alzheimer?
Immerhin: Während die Details Forscher bislang noch vor ein Rätsel stellen, wird der ungefähre Erkrankungsprozess mittlerweile immer klarer. Laut dem Bundesministerium für Gesundheit sind einer der Hauptauslöser für Alzheimer die sogenannten Amyloid-Plaques und Tau-Fibrillen. Dabei handelt es sich um Eiweißablagerungen, die sich nach und nach im Hirn ansammeln und Nervenzellen absterben lassen.
Was jedoch genau dazu führt, kann variieren - Forscher mutmaßen, dass bislang noch nicht alle Risikofaktoren festgestellt werden konnten. Zu den modifizierbaren, also beeinflussbaren Faktoren zählen mitunter:
- Bluthochdruck
- Übergewicht
- Bewegungsmangel
- Rauchen
- Alkoholkonsum
- Schlafmangel
Zusätzlich gibt es auch noch nicht-beeinflussbare Faktoren wie Alter, Geschlecht und Genetik. Genetische Ursachen liegen allerdings in weniger als zwei Prozent aller Fälle vor. Die Hoffnung der Forscher: Lassen sich all diese Teile aus Ursachen, Krankheitsverlauf und präventiven Maßnahmen verbinden, könnte endlich ein Heilmittel entwickelt werden.
Erste Medikamente werden bereits jetzt zur Demenz-Bekämpfung eingesetzt
Erste Schritte in Richtung Heilung wurden bereits unternommen: Seit September 2025 werden die ersten Patienten in Deutschland mit den Alzheimer-Medikamenten Lecanemab und Donanemab behandelt. In Deutschland leben etwa 1,8 Millionen mit einer Alzheimer-Erkrankung - für sie könnten die Medikamente eine wirkliche Erleichterung darstellen, wenn sie sich im Praxis-Test bewähren.
Die Antikörper-Wirkstoffe der Medikamente reduzieren die Ablagerungen im Hirn und sorgen damit zwar nicht für eine vollwertige Heilung, dafür aber für einen verzögerten Verlauf der Erkrankung. Bisher sind die Antikörper allerdings nur für einen Teil der Patienten zugelassen, Studien an Patienten mit genetisch bedingtem Alzheimer laufen bereits.
"Ich bin sehr optimistisch, dass wir in Kürze über Behandlungsmethoden verfügen werden, die das Fortschreiten der Krankheit deutlich verlangsamen oder stoppen können", erklärt auch Tara Spires-Jones, Direktorin des Hirnforschungs-Zentrums der Universität Edinburgh gegenüber der "Daily Mail". Bereits innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre, so die Forscherin, sind gewaltige Fortschritte zu erwarten.
Neuartiges und vielversprechendes Alzheimer-Medikament in Arbeit
Die ersten Anzeichen für derartige Entwicklungen sind bereits jetzt zu beobachten. So läuft derzeit eine Vielzahl an aktuellen Studien, die neue Medikamente untersuchen und auf die Probe stellen. Die Northwestern University veröffentliche erst kürzlich die Ergebnisse einer Studie an Mäusen, in der das experimentelle Medikamente Nu-9 zum Einsatz kam. Besonders spannend: Alzheimer, hierbei sogar von einer besonders toxischen Unterart von Amyloid ausgelöst, konnte noch vor dem Auftreten der ersten Symptome gestoppt werden. Ob das Medikament auch auf Menschen so effektiv wirkt, bleibt abzuwarten.
Zusätzlich arbeiten viele Forscher an Kombi-Therapien, die die Wirkungen verschiedener Medikamente miteinander kombinieren, um die Erkrankung noch effektiver bekämpfen zu können. Auch Prof. Tara Spires-Jones glaubt, dass der Schlüssel zur Heilung in Kombi-Therapien liegen könnte.
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sfx/loc/news.de
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