Von news.de-Redakteurin - 18.04.2021, 06.01 Uhr

Spargelsaison: Hautausschlag und Co.! Wie gefährlich ist Spargel wirklich?

Die Spargelsaison ist im vollen Gange. Doch das Stangengemüse hat auch seine Schattenseiten. Seit Jahren kursieren so manche Gesundheitsfakten um das Gemüse. Einige Infos schockieren. Wir klären auf.

Menschen mit Gicht sollten Spargel selten oder gar nicht essen. (Symbolfoto) Bild: AdobeStock/ kab-vision

Die Spargelsaison ist gestartet.Doch das Stangengemüse spaltet die Nation. Die einen verehren ihn und andere könnten bei dem Anblick bereits schreiend davonlaufen. Um das kontroverse unterirdische Gewächs ranken sich einige Fakten, die den einen oder anderen überraschen dürften.

Stimmt das? Spargel nicht bei Gicht und Nierenerkrankungen essen

Ein Teller mit gekochtem Spargel oder als Suppeneinlage. Bei diesem Gedanken läuft allen Spargel-Liebhabern das Wasser im Mund zusammen. Doch seit Jahren hält sich die Warnung, dass Menschen mit Gicht das Stangengemüse nicht essen sollten. Stimmt das? Spargel enthält Purine. Diese chemischen Verbindungen kommen natürlicherweise schon im menschlichen Körper vor. Sie helfen beim Aufbau der DNA im Zellkern oder Enzyme und sind am Energiestoffwechsel beteiligt. Nach dem Aufbau werden sie recycelt. Bei diesem Stoffwechselprozess entsteht dann Harnsäure. Diese wird über die Niere ausgeschieden. Bei einem Überschuss, durch zum Beispiel zu viel Spargel, bilden sich Harnsäurekristalle. Bei Gichtpatienten lagern sie sich dann in Gelenken ab und können so schmerzhafte Schwellungen verursachen.

Bei Gicht wird eine purinarme Ernährung empfohlen. Bei einem Schub werden nur 200 Milligramm Purine in Lebensmitteln empfohlen. Guckt man sich den Puringehalt von Spargel an, muss diese Warnung etwas relativiert werden. Er enthält etwa 10 mg Purine auf 100 g Spargel. Das ist weniger als zum Beispiel in den beliebten Beilagen wie Forelle (68 mg Purine auf 100 g) oder Kochschinken (83 mg Purine auf 100 g). Um wirklich einen Gichtanfall mit dem Gemüse auszulösen, müssten Patienten schon sehr viel davon essen.

Igitt! Spargelurin als Schattenseite des Spargels gefürchtet

Eine Schattenseite vom Spargel macht sich wohl ein wenig später auf der Toilette bemerkbar. Der berüchtigte Spargel-Urin lässt alle Abstinenzler die Nase vor Ekel rümpfen. Denn die enthaltene Asparagusinsäure wird in schwefelhaltige Stoffe zersetzt. Die riechen nicht gerade angenehm. Wussten Sie, dass nicht jeder das Stinke-Pipi riechen muss? Durch ein bestimmtes mutiertes Gen im Geruchsrezeptor einiger Personen riechen diese den Schwefel nicht. 

Hautausschlag! Gibt es eine Spargelallergie?

In der Medizinwelt sorgte vor einigen Jahren ein Koch für schockierende Nachrichten. Immer zum Beginn der Spargelsaison entwickelte er juckende Hautekzeme. Bei ihm stellte sich heraus, dass er an der seltenen Spargelallergie, die auch als Spargelkrätze bekannt ist, leidet. "Es ist schwierig, eine Spargelallergie nachzuweisen, weil Spargel normalerweise mit anderen Lebensmitteln zusammen gegessen wird", sagte Bernhard Homey von der Hautklinik der Universität Düsseldorf damals gegenüber der "Deutschen Apotheker Zeitung".

Mittlerweile konnten Forscher das auslösende Allergen, den Wuchsstoff 1,2,3-Trithian-5-carboxylsäure, finden. Es löst nur Hautausschläge beim Kontakt mit frischem Spargel aus. Nach dem Spargelschälen oder der Berührung mit dem Spargelsaft können Augen, Nase, Haut und Luftwege gereizt werden. Im schlimmsten Fall kommt es zu Asthmaanfällen. Frischer Spargel kann aber unbedenklich gegessen werden, heißt es. Na dann: Guten Appetit!

Sabrina Böhme steckt ihren Kopf in ihrer Freizeit gerne in Bücher über Ernährungs- und Gesundheitsthemen. Wenn sie nicht gerade Studien analysiert, folgt sie Food-Trends. Regelmäßig berichtet sie für news.de aus dem Gesundheits-Kosmos.

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bos/sig/news.de

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