Von news.de-Redakteurin - 15.12.2019, 09.15 Uhr

Speisesalz: Giftige Zusatzstoffe im Salz? Das verbirgt sich hinter E 535 und Co.

In fast jedem Kochsalz stecken Zusatzstoffe - auf der Verpackung mit einer entsprechenden E-Nummer gekennzeichnet. Doch was versteckt sich hinter den kryptischen Bezeichnungen? Sind Zusatzstoffe im Speisesalz wirklich unbedenklich?

Sind Zusatzstoffe im Speisesalz gesundheitlich wirklich unbedenklich? Bild: news.de-Fotomontage (AdobeStock / dja65, AdobeStock / nady)

Das "Salz in der Suppe" ist ein wichtiger Bestandteil der täglichen Ernährung. Salz ist ein Geschmacksverstärker. Im Mittelalter wurden die weißen Kristalle sogar mit Gold aufgewogen. Heutzutage bekommt man Salz in jedem Supermarkt. Doch Salz ist nicht gleich Salz. Zwar besteht Speisesalz hauptsächlich aus Natriumchlorid, den meisten Produkten werden jedoch Zusatzstoffe beigefügt. Bei dem Begriff Zusatzstoff zucken viele Verbraucher automatisch zusammen. Sind diese Stoffe unbedenklich? Oder sind sie für die Gesundheit sogar gefährlich?

Speisesalz mit Zusatzstoffen versetzt - Gefahr für die Gesundheit?

Am häufigsten wird Speisesalz mit Rieselhilfen versehen. Diese Stoffe verhindern, dass Salz Feuchtigkeit anzieht und somit verklumpt. In der EU sind verschiedene Stoffe als Trennmittel zugelassen: Calziumcarbonat (E 170); Natrium- und Magnesiumcarbonate (E 500, E 504);Natrium-, Kalium- und Calziumferrocyanide (E 535, E 536, E 538);Siliziumdioxid, Kalzium- und Magnesiumsilikate (E 551 – E 553) sowie Eisentartrat (E 534). In einem Kilo Kochsalz sind jedoch nur maximal zehn Gramm dieser Stoffe zugelassen.

Blausäure im Speisesalz? Sind E 535, E 536 und E 538 giftig?

Calzium- (Kalk), Natrium- (Natron) und Magnesiumcarbonate gelten als gesundheitlich unbedenklich. Anders sieht es jedoch bei Ferrocyaniden (Blutlaugensalze) aus. Sie sind in ihrer Reinform hochgiftig. Jedoch gehen diese mit Calcium, Kalium und auch Natrium sehr feste Verbindungen ein. Experten gehen daher davon aus, dass weder die Magensäure noch Essigsäure in der Lage sind, Blausäure (Cyanid) aus den Verbindungen zu lösen. Dennoch wird empfohlen, die Höchstmenge von 0,025 Milligramm pro Kilo Körpergewicht am Tag nicht zu überschreiten. 

Völlig unbedenklich ist Siliziumdioxid. Der Stoff wird vom Körper unverändert ausgeschieden. Allerdings sind sich Experten unsicher, ob die Nano-Form des Stoffes negative Auswirkungen auf den menschlichen Organismus hat. 

Jod, Fluorid und Folsäure im Speisesalz

Außerdem sind in manchen Speisesalzen zusätzlich noch Jod, Fluorid oder auch Folsäure zu finden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt Verbrauchern sogar, jodiertes Salz zu verwenden. Der Grund: Deutschland sei zwar kein Mangelgebiet bezüglich der Jodversorgung, dennoch haben Untersuchungen gezeigt, dass 30 Prozent der Bevölkerung nicht ausreichend mit dem Spurenelement versorgt sind. "Zur Erhaltung der Jodversorgung und der Vermeidung eines Absinkens der Jodzufuhr wird die Verwendung von jodiertem Speisesalz im Haushalt, in der Gastronomie, bei der Gemeinschaftsverpflegung und Lebensmittelherstellung empfohlen", heißt es auf der Webseite des BfR. Täglich gilt die maximale Aufnahme von 500 Mikrogramm Jod für einen Erwachsenen als sicher.

Mikroplastik im Salz nachgewiesen

In einigen Meeressalzen wie Fleur de Sel wurde in Tests sogar Mikroplastik nachgewiesen. Das wird jedoch nicht extra bei der Produktion zugeführt, sondern gelangt durch Umweltverschmutzung in das Salz. Wer auf Zusatzstoffe im Salz verzichten will, sollte beim Kauf auf die Inhaltsstoffe achten. Auf Nummer sicher gehen Verbraucher bei reinem Meersalz sowie koscherem Salz.

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bua/loc/news.de

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