Tag des deutschen Bieres: So gesund ist der Gerstensaft tatsächlich
Bier hat nicht unbedingt den besten Ruf. Dabei ist das Lieblingsgetränk der Deutschen viel gesünder als gemeinhin bekannt. Anlässlich des Welttages des deutschen Bieres verrät news.de, warum es sich lohnt, den Kronkorken manchmal knallen zu lassen.
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
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Ein altes Sprichwort bringt es auf den Punkt: "Bier ist gesund, solange man es trinkt und nicht säuft!" Wissenschaftliche Untersuchungen haben dem deutschen Nationalgetränk tatsächlich positive Effekte auf die Gesundheit attestiert – wobei nicht der Alkohol der entscheidende Faktor ist.
Bier ist gesünder als sein Ruf
"Neben Wasser, Hopfen und Malz sind in Bier etwa 1000 wertvolle Inhaltsstoffe enthalten", erläutert Isabell Goyn, Gesundheitswissenschaftlerin beim Phytotherapie-Portal DocJones.de. Diese Vielfalt an Substanzen macht das Getränk zu mehr als nur einem Durstlöscher.
Doch nicht nur die Inhaltsstoffe zählen. Das gemeinsame Anstoßen in geselliger Runde trägt ebenfalls zum Wohlbefinden bei. "Außerdem wird Bier meistens in einer lustigen Runde getrunken, was sich positiv auf die Stimmung und somit auch auf die Gesundheit auswirkt", betont die Expertin. Der damit verbundene Stressabbau verstärkt die gesundheitsfördernden Eigenschaften zusätzlich.
Ein halber Liter Bier täglich halbiert das Herzinfarktrisiko
Besonders bemerkenswert sind die kardiovaskulären Vorteile des Gerstensafts. Forscher der Universität Münster konnten nachweisen, dass Menschen, die regelmäßig Bier konsumieren, nur halb so häufig einen Herzinfarkt erleiden wie jene, die komplett darauf verzichten. Verantwortlich dafür ist unter anderem die blutdrucksenkende Wirkung des Getränks.
Dabei kommt es allerdings auf die richtige Dosierung an. "Als optimal gilt ein halber Liter Bier pro Tag", erklärt Gesundheitswissenschaftlerin Isabell Goyn. Wer diese Menge einhält, kann von den schützenden Eigenschaften profitieren, ohne die negativen Auswirkungen übermäßigen Alkoholkonsums zu riskieren.
Die Expertin mahnt jedoch zur Vorsicht: "Es steht völlig außer Frage, dass Alkoholkonsum verheerende Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann." Entscheidend sei es, die eigenen Grenzen zu kennen und das Trinkverhalten entsprechend anzupassen.
Hopfen als Geheimwaffe für ruhige Nerven
Bier ist weltweit das einzige Getränk, das Hopfen enthält. Diese Pflanze blickt auf eine rund 6000-jährige Geschichte als Heilmittel zurück. "Wegen ihrer nachweislich beruhigenden, schlaffördernden und angstlösenden Wirkung sind die Blüten der Pflanze, die Hopfenzapfen, von medizinischem Interesse", erklärt Goyn. Bei Nervosität, Angstzuständen und Schlafproblemen kommen sie therapeutisch zum Einsatz.
Auch bei Erkältungen kann das Gerstensaftgetränk helfen – allerdings in erwärmter Form. Die Techniker Krankenkasse hat die Wirksamkeit dieses traditionellen Hausmittels bestätigt. Heißes Bier lindert Schnupfensymptome, fördert die Müdigkeit und regt das Schwitzen an, wodurch Giftstoffe leichter ausgeschieden werden.
Bei der Zubereitung ist jedoch Vorsicht geboten: "Das Bier sollte allerdings nicht über 40 Grad erhitzt werden, da sonst die wertvollen Inhaltsstoffe kaputt gehen", rät die Gesundheitswissenschaftlerin.
Was hat es mit dem hartnäckigen Bierbauch-Mythos auf sich?
Die Vorstellung, dass regelmäßiger Biergenuss unweigerlich zu einem runden Bauch führt, hält sich hartnäckig. Doch wissenschaftliche Erkenntnisse zeichnen ein anderes Bild. Eine Untersuchung des Londoner University College ergab, dass bei Männern keinerlei Zusammenhang zwischen dem Konsum von Bier und dem Body-Mass-Index besteht.
Noch überraschender: Bei Frauen zeigte sich sogar ein gegenteiliger Trend. Studienteilnehmerinnen, die gelegentlich zum Gerstensaft griffen, waren im Durchschnitt schlanker als jene, die vollständig abstinent lebten.
Einen Grund für dieses Phänomen liefert die Zusammensetzung des Getränks. Die Kombination aus Kohlensäure, Alkohol und Bitterstoffen aus dem Hopfen regt zwar den Appetit an. "Gut, dass das im Bier enthaltene Phosphor den Stoffwechsel anregt und der Snack zum kühlen Blonden nicht direkt auf die Hüften wandert", erklärt Gesundheitswissenschaftlerin Goyn.
Schönheitspflege aus der Bierflasche: So kann Bier zur Beauty-Geheimwaffe werden
Neben den inneren Werten punktet das Gerstensaftgetränk auch bei der äußeren Anwendung. Bierhefe erweist sich als regelrechte Vitamin-B-Bombe und liefert zusätzlich Spurenelemente, Aminosäuren sowie Mineralstoffe. Diese Kombination sorgt für ein verbessertes Hautbild und kräftigere Nägel.
Für glänzendes Haar braucht es keine teure Pflegekur – selbst günstiges Bier erfüllt diesen Zweck. Die Anwendung ist denkbar simpel: Das Getränk über die Haare gießen und ohne Ausspülen trocknen lassen. Das Ergebnis sind geschmeidige, glänzende Haare. Der Tipp der Expertin: "Besser abends oder am Wochenende anwenden, tagsüber im Büro könnte der Geruch falsche Vermutungen aufkommen lassen!"
Letztlich bleibt die wichtigste Erkenntnis: Ob für Herz, Nerven oder Schönheit – die positiven Effekte entfalten sich nur bei maßvollem Genuss. Ein halber Liter täglich gilt als ideale Menge.
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