Automobilindustrie: Steinmeier rät Wirtschaft zu Selbstbewusstsein in China

Erste Station der China-Reise von Bundespräsident Steinmeier ist die Metropole Hefei. Bereits hier sind die wirtschaftlichen Beziehungen ein wichtiges Thema. Zum Auftakt besucht Steinmeier auch VW.

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Der Monat Mai 2026 bringt eine Reihe von Gesetzesänderungen und neuen Gesetzen mit sich, unter anderem zu Entlastungen für Autofahrer, steuerfreien Prämien und Gehaltserhöhungen im öffentlichen Dienst. (Foto) Suche
Der Monat Mai 2026 bringt eine Reihe von Gesetzesänderungen und neuen Gesetzen mit sich, unter anderem zu Entlastungen für Autofahrer, steuerfreien Prämien und Gehaltserhöhungen im öffentlichen Dienst. Bild: Adobe Stock / Kadmy

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat an die deutsche Wirtschaft appelliert, sich im Verhältnis zu China auf ihre eigenen Stärken zu besinnen. "Wenn man hier unterwegs ist, staunt der Deutsche vielleicht, wie sehr wertgeschätzt Deutschland und deutsche Technologie in China nach wie vor ist", sagte Steinmeier bei seinem Staatsbesuch in China. "Und deshalb rate ich uns, dass wir unser Licht nicht unter den Scheffel stellen, sondern mit Selbstbewusstsein auf den Märkten auftreten."

Auch bei der technologischen Zusammenarbeit mit China gebe es Grund zu Selbstbewusstsein, sagte Steinmeier in der Millionenmetropole Hefei. Erste Gespräche der ihn begleitenden Wissenschaftsvertreter hätten gezeigt, wie wichtig in diesem Bereich Kooperationen nach wie vor angesehen würden.

Sorge wegen des hohen chinesischen Handelsüberschusses

Bei der Entwicklung der wirtschaftlichen Beziehungen gebe es auch Sorgen, sagte Steinmeier und wies auf das jährlich wachsende Handelsdefizit zwischen China und Europa hin. "Der Handelsüberschuss, den China anhäuft, macht uns natürlich besorgt, weil das erfolgreiche Modell der wirtschaftlichen Zusammenarbeit in eine Inbalance gerät, ein Ungleichgewicht entsteht."

Europa müsse sich jetzt neu aufstellen und seine wirtschaftlichen Instrumente neu sortieren, betonte Steinmeier. "Wir müssen uns bemühen, dass die wirtschaftliche Zusammenarbeit nicht etwa aufhört, sondern dass sie fortgesetzt wird, aber zum beiderseitigen Nutzen."

Das deutsche Handelsbilanzdefizit mit China betrug im vergangenen Jahr knapp 90 Milliarden Euro. Laut Statistischem Bundesamt exportierte China nach Deutschland Waren im Wert von 170,6 Milliarden Euro, die deutschen Exporte nach China hatten einen Wert von 81,3 Milliarden Euro. EU-weit betrug das Defizit laut EU-Handelskommissar Maros Sefcovic im ersten Halbjahr 2026 fast 197 Milliarden Euro.

Besuch im VW-Entwicklungszentrum

Steinmeier besuchte am ersten Tag seiner sechstägigen Reise den VW-Standort Hefei. Er schaute sich das Forschungs- und Entwicklungszentrum von Volkswagen an, in dem der mit großen Absatzproblemen kämpfende deutsche Autobauer Fahrzeuge für den wichtigen chinesischen Markt entwirft. "Hier am Standort schlägt das Herz unserer "In China für China-Strategie"", erläuterte der Geschäftsführer der Volkswagen Gruppe China, Ralf Brandstätter. Diese Strategie sei auch die Antwort von VW auf den immer intensiver werdenden Wettbewerb in China.

Es handele sich um das größte Entwicklungszentrum des VW-Konzerns außerhalb Deutschlands mit mehr als 3.000 Fahrzeug- und Software-Ingenieuren. "Wir fokussieren uns hier aber nur auf smarte Elektrofahrzeuge, also keine Verbrenner mehr", sagte Brandstätter. Das Unternehmen entwickele in Hefei neue Autos 30 Prozent schneller und bis zu 40 Prozent günstiger als bisher.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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