Wladimir Putin im Ukraine-Krieg: Kreml-Chef muss Verluste mit sowjetischen Schrott-Panzern ausgleichen
Wladimir Putin sieht sich aufgrund massiver Verluste im Ukraine-Krieg offenbar gezwungen, notdürftig instandgesetzte Sowjet-Panzer an die Front zu schicken. Bild: picture alliance/dpa/Planet Pix via ZUMA Press Wire | Gavriil Grigorov/Kremlin Pool
Erstellt von Claudia Löwe
17.06.2026 13.51
- Wladimir Putin im Ukraine-Krieg von schweren Verlusten geplagt
- Kreml-Chef geht das Kriegsgerät aus - jetzt werden Uralt-Panzer reaktiviert
- Wladimir Putin schickt T-72-Panzer aus Sowjet-Zeiten nach Generalüberholung in den Krieg
Knapp viereinhalb Jahre Ukraine-Krieg haben ihre Spuren hinterlassen - nicht nur im ukrainischen Kriegsgebiet und in Russland, wo immer wieder Drohnen-Angriffe der ukrainischen Streitkräfte für Schlagzeilen sorgen, sondern auch innerhalb Wladimir Putins Armee. Der russische Präsident hat aktuellen Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums zufolge bereits knapp 1,4 Millionen Soldaten im Ukraine-Krieg eingebüßt und auch die Bestände militärischer Ausrüstung sind seit Beginn des Angriffskrieges stark dezimiert worden. Nun greift der Kreml-Chef offenbar zu ebenso drastischen wie verzweifelt anmutenden Maßnahmen, um die Rückschläge zu kompensieren.
Ukraine-Krieg aktuell: Wladimir Putin von heftigen Verlusten gebeutelt
Aus einem Beitrag bei "Focus online" geht hervor, dass Wladimir Putin derzeit im großen Stil alte T-72-Panzer aus sowjetischen Langzeitdepots zurück in den aktiven Dienst holt. Spezielle Instandsetzungsprogramme für Motoren ermöglichen demnach die Reaktivierung von Fahrzeugen, die seit dem Ende der Sowjet-Ära eingelagert waren und deren Antriebe als nicht mehr reparierbar galten - nun muss das Uralt-Gerät offenbar trotzdem zurück an die Front, um die stark geschrumpfte Panzerreserve des Landes aufzufüllen.
Wladimir Putin muss Schrott-Panzer aus Sowjet-Zeiten für Ukraine-Krieg flott machen
Satellitenauswertungen und OSINT-Analysen belegten zuletzt einen deutlichen Rückgang der verfügbaren Fahrzeuge in Wladimir Putins Panzer-Depots. Durch die systematische Wiederaufarbeitung der sowjetischen Bestände versuche der Kreml-Chef nun, diese Lücken zu schließen und seinen Panzerbestand zu erhöhen. Dafür habe die russische Rüstungsindustrie ein Programm zur Wiederherstellung von W-46-Dieselmotoren für uralte T-72A-Panzer gestartet. Zunächst war laut "Euromaidan Press" unter Berufung auf den Verteidigungsanalysten David Axe nur eine kleinere Stückzahl von etwa hundert Motoren vorgesehen. Zusätzlich arbeitet ein Werk in der Region Leningrad an der Aufarbeitung der leistungsstärkeren W-84-Motoren. Diese können ebenfalls in den T-72A verbaut werden. Ziel ist es, deutlich mehr der eingelagerten Panzer mit funktionsfähigen Antrieben auszustatten.
Kreml-Chef muss alte T-72-Panzer aufmotzen, um Verluste zu kompensieren
Bei Kriegsbeginn befanden sich nach vorliegenden Daten etwa 7.200 Panzer in russischen Langzeitdepots. Ein beträchtlicher Anteil davon war jedoch nur eingeschränkt oder gar nicht einsatzbereit. Rund 5.100 Fahrzeuge gelten als grundsätzlich wieder instandsetzbar. Viele dieser Panzer wurden bereits überholt oder befinden sich derzeit in der Wiederaufarbeitung. Nach Einschätzung der finnischen Onlinezeitung "Verkkouutiset" könnte Russland durch diese Maßnahmen seinen Bestand an verfügbaren Panzern wieder auf das Niveau von vor dem Angriff auf die Ukraine bringen – möglicherweise sogar darüber hinaus.
Schmach für Wladimir Putin: Selbst nach der Aufrüstung sind die Russen-Panzer Museumsstücke
Die Instandsetzung bedeutet jedoch keine umfassende Modernisierung der Kampffahrzeuge. Die T-72A stammen aus den späten 1970er Jahren und weisen grundlegende strukturelle Schwächen auf, die auch durch Nachrüstungen nicht behoben werden können. Zwar erhalten einzelne Panzer zusätzliche Panzerung, Schutzgitter gegen Drohnenangriffe und teilweise moderne Elektronik. Bei entscheidenden Faktoren wie Schutzwirkung, Sensorik und Systemintegration bleiben die Fahrzeuge dennoch weit hinter aktuellen Kampfpanzern zurück. Selbst aufgerüstete Varianten des T-72A erreichen nicht das technische Niveau moderner russischer Panzermodelle.
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