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Wolodymyr Selenskyj: Ukrainischer Präsident kündigt Treffen zwischen USA, Russland und Ukraine an

Vertreter der USA, der Ukraine und Russlands wollen Angaben des ukrainischen Präsidenten Selenskyj zufolge in den Vereinigten Arabischen Emiraten über ein mögliches Kriegsende verhandeln. Bild: picture alliance/dpa/Pool AFP | Ludovic Marin

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  • Wolodymyr Selenskyj bestätigt Friedensverhandlungen zwischen USA, Russland und Ukraine
  • Trilaterales Treffen zum Ukraine-Krieg bei Weltwirtschaftsgipfel in Davos angekündigt
  • Trump-Gesandter Witkoff auf dem Weg nach Moskau zu Wladimir Putin

Bereits am 23. und 24. Januar 2026 sollen Vertreter der USA, Russlands und der Ukraine in Abu Dhabi zusammenkommen, um über das Ende des seit fast vier Jahren tobenden Ukraine-Krieges zu verhandeln - es wäre das erste trilaterale Treffen seit Beginn des von Wladimir Putin initiierten Krieges am 24. Februar 2022. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte die Gespräche auf Expertenebene nach seinem Treffen mit US-Präsident Donald Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos.

Selenskyj: Ukraine, Russland und USA kommen zu Friedensgesprächen zusammen

Selenskyj dämpfte jedoch die Erwartungen an das Treffen in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Es handele sich um eine Überraschung der amerikanischen Seite. "Ich hoffe, dass die Emirate Bescheid wissen", sagte er. Entscheidend sei nun, ob Moskau überhaupt zu Zugeständnissen bereit sei. Zuvor hatte bereits Trumps Sondergesandter Steve Witkoff die geplanten Gespräche in Abu Dhabi erwähnt. Direkte offizielle Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien fanden zuletzt vor mehreren Monaten in Istanbul statt.

US-Präsident Trump sieht noch "einen Weg vor sich"

Das kurzfristig anberaumte Gespräch zwischen Trump und Selenskyj in Davos dauerte rund eine Stunde. Einen Durchbruch brachte es indes nicht. "Wir haben noch einen Weg vor uns", erklärte der US-Präsident gegenüber Journalisten. Das Gespräch sei jedoch gut verlaufen.

Beide Staatschefs besprachen unter anderem Fragen der Flugabwehr sowie geplante Vereinbarungen zu Sicherheitsgarantien und dem Wiederaufbau der Ukraine. Trump verwies auf die bevorstehenden Gespräche seiner Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner mit Kremlchef Wladimir Putin. Seine Botschaft an Moskau sei eindeutig: "Der Krieg muss aufhören." Auch Selenskyj bewertete das Treffen positiv. Es war die erste persönliche Begegnung der beiden Präsidenten in diesem Jahr.

Ukraine-Präsident beim Weltwirtschaftsforum: Selenskyj rechnet mit Europa und Nato ab

Der ukrainische Präsident nutzte seinen Auftritt beim Weltwirtschaftsforum für deutliche Kritik an seinen Verbündeten. Europa rede zwar gerne über die Zukunft, scheue aber konkretes Handeln in der Gegenwart, warf er den europäischen Partnern vor. Dabei würden genau diese Entscheidungen bestimmen, wie die Zukunft aussehe.

Auch die Nato bekam ihr Fett weg. Das Bündnis existiere nur, weil alle daran glaubten, dass Washington im Ernstfall eingreife. "Doch niemand hat das Bündnis bisher in Aktion erlebt", so Selenskyj. Erst der Druck von Trump habe die Verbündeten dazu gebracht, ihre Verteidigungsausgaben zu erhöhen. Besonders spöttisch äußerte sich Selenskyj über die europäische Reaktion im Grönland-Streit. Wenn man insgesamt 40 Soldaten entsende – welche Botschaft gehe davon an Putin oder China aus?

Trump-Sondergesandter Witkoff ist bereits auf dem Weg zu Putin

Noch am Abend des 22. Januar sollte Trumps Sondergesandter Steve Witkoff nach Moskau fliegen, um mit Kremlchef Putin zu sprechen. Von diesem Gespräch hängt maßgeblich ab, ob die Verhandlungen in Abu Dhabi Fortschritte bringen können. Die zentrale Frage bleibt, ob Russland überhaupt kompromissbereit ist. Selenskyj betonte, genau das müsse sich nun zeigen. Offizielle direkte Kontakte zwischen Kiew und Moskau liegen bereits Monate zurück – lediglich informelle Gespräche über Gefangenenaustausche fanden zuletzt in Abu Dhabi statt.

Unterdessen gehen die russischen Angriffe weiter. Nach Luftangriffen am Donnerstagmorgen waren in Kiew laut Bürgermeister Vitali Klitschko noch rund 3.000 Hochhäuser ohne Heizung. Selenskyjs Reise nach Davos war deshalb bis zuletzt unsicher gewesen.

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/news.de/dpa/stg

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