Polizei-News Hamburg, 12.02.26: Kriminalstatistik 2025 - Rückgang der Straftaten in allen Hamburger Bezirken - Auch Gewaltkriminalität sinkt wieder
Aktuelle Polizeimeldung: Verkehrsunfall Bild: Adobe Stock / Stefan Körber
Erstellt von Team Datenjournalismus
12.02.2026 13.15
vorzugehen. So ist es im Rahmen gemeinsamer internationaler "Action Weeks" gelungen, Callcenter und Täterstrukturen im Ausland zu zerschlagen.
Mehr Vergewaltigungen angezeigt - Anzeigebereitschaft steigt
Große Anstrengungen investiert die Polizei Hamburg auch bei der Aufklärung und Dunkelfeldaufhellung im Bereich der Sexualstraftaten. Während die Zahl der erfassten Sexualstraftaten (ohne Kinder- und Jugendpornografie) gegenüber 2024 um -5 Prozent zurückgegangen ist, erhöhte sich die die Zahl der Straftaten im Bereich der Vergewaltigungen um 34 Fälle (+11,9 Prozent). Die Polizei führt dies u.a. auf Sensibilisierungs- und Präventionsmaßnahmen zurück, die zu einem veränderten Anzeigeverhalten und einer damit einhergehenden Verschiebung von Taten vom Dunkel- ins Hellfeld beigetragen haben. Bei mehr als 80 Prozent aller 319 Taten bestand bereits eine Vorbeziehung zum Tatverdächtigen. Ein Drittel der Tatverdächtigen stammt sogar aus der eigenen Familie.Die Polizei Hamburg weist in diesem Zusammenhang noch einmal auf die Möglichkeit einer vertraulichen Spurensicherung hin. Betroffene von sexualisierter Gewalt können sich für die Sicherung von Tatspuren kostenlos rund um die Uhr an die Rechtsmedizinische Untersuchungsstelle des UKE wenden (24h-Telefon: +49 (0) 40 7410 - 52127). Dort kann ein Gutachten über die Verletzungen erstellt werden. Die Betroffenen können anschließend selbst entscheiden, ob und wann sie das Gutachten ggf. für eine Strafanzeige verwenden wollen. Die Polizei appelliert weiterhin, Sexualstraftaten auch in Familien und Partnerschaften konsequent anzuzeigen. Nur wenn die Polizei Kenntnis von Straftaten erhält, kann sie umgehend einschreiten und helfen.Aufgrund einer veränderten Erfassungspraxis im Bereich der Kinder- und Jugendpornografie kam es in diesem Deliktsbereich zu einem deutlichen Fallzahlenrückgang. So wurden in Umsetzung der bundesweiten PKS-Richtlinien nur noch die Taten erfasst, bei denen ausreichende Hinweise auf eine Tathandlung im Inland (in diesem Falle Hamburg) vorliegen.
Illegaler Handel mit Cannabis floriert weiterhin
Gesetzgeberische Veränderungen machen sich in der aktuellen Kriminalstatistik besonders durch die Teillegalisierung von Cannabis im April 2024 bemerkbar. Während die Zahl der erfassten Konsumentendelikte spürbar gesunken ist, floriert der illegale Handel mit Betäubungsmitteln. Von den 1.918 Straftaten nach dem neuen Konsum-Cannabis-Gesetz entfallen knapp 1.230 auf den illegalen Handel. Rechnet man dazu die Fälle von Handel/Schmuggel mit weiteren Betäubungsmitteln ergibt sich ein Anstieg auf 2.561 Taten. Mehr wurden nur im Corona-Jahr 2020 gezählt. Aus polizeilicher Sicht ist weiter problematisch, dass das Konzept der Anbauvereine zur Erzeugung von Cannabis nach wie vor nicht greift und der private Anbau bei Weitem nicht in der Lage ist, den tatsächlichen Bedarf der Konsumenten zu decken. Ermittlerinnen und Ermittler stehen zugleich vor der Herausforderung, dass sich der illegale Handel durch die Cannabislegalisierung nur erschwert nachweisen und verfolgen lässt.
Innensenator Andy Grote: "Die hohe Leistungsfähigkeit und Einsatzbereitschaft unserer Polizistinnen und Polizisten macht unsere Stadt sicherer! Neben einem weiteren Rückgang der Gesamtkriminalität, ist insbesondere die Trendwende im Bereich der Gewaltkriminalität eine gute Nachricht, die das Sicherheitsgefühl und das Vertrauen der Menschen in unsere Polizei stärkt. Hamburg ist damit weiterhin eine sehr sichere Stadt und im letzten Jahr noch ein Stück sicherer geworden. Das Risiko, von einer Straftat betroffen zu sein, liegt damit auf einem historisch niedrigen Niveau.Gleichzeit muss uns umtreiben, dass trotz steigender Anzeigebereitschaft immer noch viele Taten im Bereich der Partnerschaftsgewalt und bei Vergewaltigungen unentdeckt bleiben. Die Dunkelfeldstudie der Bundesregierung aus dieser Woche macht deutlich, dass wir Betroffene noch stärker ermutigen und schützen müssen. Wir haben als eines der ersten Bundesländer die elektronische Fußfessel auch im Bereich der Beziehungsgewalt gesetzlich verankert und eine bundeseinheitliche Regelung ausdrücklich unterstützt. Der nächste Schritt ist die Ausweitung des Gewaltschutzes auch im digitalen Raum, u.a. durch die Ausweitung der Strafbarkeit auf den Besitz von gewaltpornografischen Inhalten, wenn sie ohne oder gegen den Willen des erwachsenen Opfers entstanden sind. Außerdem sollen illegale Inhalte im Internet besser automatisch erkannt und ausgewertet werden, etwa durch den Einsatz leistungsfähiger KI-basierter Analyse- und Filtersysteme."
Polizeipräsident Falk Schnabel: "Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 zeigt, dass wir in Hamburg auf dem richtigen Weg sind: Die Zahl der registrierten Straftaten ist im vergangenen Jahr um rund 11.000 Fälle beziehungsweise 5 Prozent gesunken. Damit setzt sich der positive Trend aus dem Vorjahr fort. Besonders erfreulich ist, dass wir mit einer Aufklärungsquote von 49,1 Prozent den höchsten Wert seit 1997 erreicht haben. Das ist ein klarer Beleg für die engagierte und professionelle Arbeit unserer Kolleginnen und Kollegen sowie für die Wirksamkeit unserer Maßnahmen zur Kriminalitätsbekämpfung und Prävention. Wir werden diesen Kurs konsequent weiterverfolgen, um die Sicherheit in unserer Stadt weiter zu
+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung der Polizei Hamburg vom 12.02.2026 gegen 12:40 Uhr. Die Originalmeldung aus dem Blaulichtreport des Presseportals finden Sie hier. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben aktualisiert und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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