NDR-Doku enthüllt: Mit diesen Tricks locken dm und Rossmann ihre Kunden
dm und Rossmann gehören für viele Verbraucher zum Alltag. Doch der Einkauf in den Drogeriemärkten folgt offenbar ausgeklügelten Strategien. Eine NDR-Dokumentation zeigt, warum identische Produkte je nach Standort unterschiedlich viel kosten und wie die Gestaltung der Filialen das Einkaufsverhalten beeinflussen soll. Besonders überraschend ist der Preisvergleich zwischen Markenprodukten und Eigenmarken.
Von news.de Redakteurin Anika Bube - Uhr
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- NDR-Doku nimmt dm und Rossmann genauer unter die Lupe
- Unterschiedliche Preise: Identische Produkte können je nach Standort unterschiedlich viel kosten
- Psychologie im Laden: Bremszonen und Produktinseln sollen Kunden zum längeren Verweilen animieren
Die NDR-Dokumentation "Die Tricks von dm und Rossmann" nimmt die beiden größten deutschen Drogerieketten unter die Lupe – und fördert dabei einiges zutage, das Verbraucher aufhorchen lassen dürfte. Der Film zeigt, wie dm und Rossmann mit standortabhängigen Preisen, ausgeklügelter Ladengestaltung und starken Eigenmarken ihre Kundschaft gezielt zum Mehrkauf verleiten, und offenbart ein System aus psychologischen Kniffen und Preisstrategien, das weit über das bloße Verkaufen von Shampoo und Zahnpasta hinausgeht.
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Doku nimmt dm und Rossmann unter die Lupe
Was kaum ein Kunde ahnt: Identische Produkte kosten bei dm und Rossmann je nach Filialstandort unterschiedlich viel. Die NDR-Recherche belegt das eindrücklich am Beispiel zweier Hamburger Rossmann-Filialen. In der schicken Filiale am Jungfernstieg – goldenes Logo, edles Ambiente – zahlten die Reporter für zehn Produkte 21,12 Euro. In einer Filiale am Stadtrand mit geringerer Kaufkraft waren es für den identischen Einkauf 21,84 Euro. Der Grund: die Wettbewerbssituation vor Ort. In der Nähe der Edelfiliale befinden sich gleich zwei dm-Märkte, was die Preise drückt. Am Stadtrand fehlt diese Konkurrenz. Auch dm bestätigte gegenüber dem NDR, dass die lokale Wettbewerbslage die Preisgestaltung beeinflusst. Bei täglich über zwei Millionen Kunden pro Kette summieren sich selbst wenige Cent pro Produkt zu sechsstelligen Beträgen – jeden Tag.
So lotsen dm und Rossmann Kunden in die Kauffalle
Dass Verbraucher regelmäßig mehr einkaufen als geplant, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis durchdachter Ladenarchitektur. Beide Ketten setzen auf sogenannte Bremszonen direkt am Eingang: Bei Rossmann stoppt die "Ideenwelt" mit Aktionsware und Elektro-Gadgets den Kundenfluss, bei dm übernehmen Schminkregale diese Funktion. Emotionsforscher Markus Küppers wies im NDR-Test nach, dass eine Kundin dort die intensivsten positiven Gefühle zeigte und rund vier Minuten verweilte.
Alltagsprodukte wie Toilettenpapier oder Putzmittel stehen dagegen bewusst ganz hinten im Laden. Diese sogenannten Ladendreher zwingen Kunden, den gesamten Markt zu durchqueren. Zusätzlich bremsen Thementürme – Produktinseln mitten im Gang – den Weg ab. "Die versuchen, die Märkte so zu gestalten, dass wir tatsächlich auch einfach mehr kaufen als wir brauchen", fasst Marketingexperte Professor Sascha Raithel zusammen.
Zwei Drittel günstiger und trotzdem nicht schlechter
Der wohl überraschendste Befund der Doku betrifft die Eigenmarken beider Ketten. Ein Warenkorb mit acht Markenprodukten schlug mit 34,85 Euro zu Buche – die identischen Artikel als Eigenmarke kosteten bei dm nur 11,50 Euro, bei Rossmann 11,55 Euro. Das entspricht einer Ersparnis von rund zwei Dritteln.
Qualitätseinbußen müssen Sparfüchse dabei nicht zwingend hinnehmen. Im Praxistest lieferten die Glasreiniger von Denkmit und Domol laut einem Fensterreinigungsprofi exakt dasselbe Ergebnis wie das viermal teurere Markenprodukt von Ajax. Bei Vitalcremes bewertete Wirkstoffexperte Leon von xskincare ausgerechnet die Rossmann-Eigenmarke Isana als "die hochwertigste Form von allen dreien" – obwohl sie mit 2,49 Euro nur einen Bruchteil der Nivea-Creme für fast 13 Euro kostet.
Die komplette Doku können Sie am Montag, 05.10.2026, im TV-Programm des Ersten sehen oder in der ARD-Mediathek als Video-on-Demand abrufen.
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