Steigende Energiepreise: EZB erwartet wegen Iran-Krieg länger erhöhte Inflation

Der Energiepreisschock ist nicht verdaut: Die Inflation im Euroraum dürfte so schnell nicht wieder sinken, glaubt die EZB. Zugleich wird die Notenbank zuversichtlicher, was die Konjunktur angeht.

Erstellt von - Uhr

Adobe Stock / Dmitry Nikolaev (Foto) Suche
Adobe Stock / Dmitry Nikolaev Bild: Adobe Stock / Dmitry Nikolaev

Die Menschen im Euroraum müssen sich nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) bis mindestens 2027 auf eine erhöhte Teuerungsrate einstellen. Für das laufende Jahr erwartet die Notenbank weiterhin 3,0 Prozent Inflation, wie sie auf Basis jüngster Prognosen mitteilte. Der Wert liegt deutlich über der mittelfristig angepeilten Marke von 2,0 Prozent, bei der die EZB ihr wichtigstes Ziel gewahrt sieht: für einen stabilen Euro zu sorgen und so die Kaufkraft der Menschen zu erhalten.

Auch 2027 mit 2,5 Prozent und 2028 mit 2,1 Prozent wird die Zielmarke bei der Inflation nach Einschätzung der EZB verfehlt werden. Im August waren die Verbraucherpreise im Euroraum nach erster Schätzung der Statistikbehörde Eurostat 3,3 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Das ist die höchste Teuerungsrate seit September 2023.

Mit dem Iran-Krieg sind die Energiepreise im Euroraum stark gestiegen, was Autofahrer beim Tanken und Hausbesitzer beim Heizen spüren. Der Preis für Brent-Öl stieg zuletzt über die Marke von 100 Dollar je Barrel (159 Liter).

Wirtschaft hält sich robuster als erwartet

Zugleich wird die EZB etwas optimistischer, was das Wirtschaftswachstum angeht: Für 2026 veranschlagt sie nun ein Plus von 0,9 Prozent, bei der Prognose vor drei Monaten waren es noch 0,8 Prozent. Auch die Erwartungen für 2027 wurden etwas erhöht auf 1,4 Prozent Wachstum. 2028 rechnet die EZB dann mit einem Plus von 1,5 Prozent im Euroraum.

Trotz des Ölpreisschocks ist die Wirtschaft im Währungsraum im zweiten Quartal 2026 um 0,6 Prozent zum Vorquartal gewachsen, auch Europas größte Volkswirtschaft Deutschland entwickelte sich mit drei Wachstumsquartalen in Folge besser als erwartet.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

Weitere aktuelle News im Ressort "Wirtschaft":

/roj/news.de

Themen:

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.