Drastische Ertragseinbußen: Totalausfall droht bei Kartoffelernte wegen anhaltender Hitze

Der dieses Jahr besonders lange und trockene Sommer könnte im Herbst zu erheblichen Ernteausfällen führen – davor warnt nun der Deutsche Bauernverband. Betroffen sind unter anderem Kartoffeln, aber auch Weizen und Raps.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Laut dem Deutschen Bauernverband könnten die Ernteerträge dieses Jahr deutlich geringer ausfallen. (Foto) Suche
Laut dem Deutschen Bauernverband könnten die Ernteerträge dieses Jahr deutlich geringer ausfallen. Bild: picture alliance/dpa | Roberto Pfeil
  • Landwirte warnen vor Missernten nach langer Trockenperiode
  • Betroffen sind unter anderem Kartoffeln, aber auch Weizen und Zuckerrüben
  • Der Deutsche Bauernverband fordert höhere Förderungsgelder

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Zum Erntedankfest könnte das Füllhorn weniger voll sein als sonst: Wie der Deutsche Bauernverband gegenüber dem RND beklagt, droht die anhaltende Trockenheit offenbar einen Großteil der Ernten vieler Bauern zu vernichten. Demnach könnten die Ernteausfälle im Ernstfall sogar zu Totalausfällen führen - und damit auch zu Preisveränderungen für Verbraucher.

Erhebliche Ernteausfälle und Futterknappheit

"Für die Herbstkulturen zeichnet sich in der Tendenz ab, dass wir auch hier mit erheblichen Ertragseinbußen rechnen müssen", erklärte Verbandspräsident Joachim Rukwied gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "In südlichen Teilen Deutschlands könnte das bis zum totalen Ertragsausfall gehen." Betroffen sind neben Kartoffeln auch Sorten wie Weizen, Raps und Zuckerrüben.

Besser sehe es demnach in den nördlichen Regionen der Bundesrepublik aus, wo es immer wieder zwischendurch zu Niederschlag kam. Die Bestände dort seien noch akzeptabel, so Rukwied. In der Tendenz seien die Ernten auch hier tendenziell unterdurchschnittlich. Rukwied warnt außerdem: "Was insgesamt und vor allem in Süddeutschland gerade ein Problem wird, ist, dass kein Futter mehr nachwächst." Landwirte sehen sich angesichts der geringen Futterbestände gezwungen, Tiere vereinzelt früher schlachten zu lassen als geplant.

Landwirte fordern mehr Fördergelder

Laut Rukwied sei die finanzielle Situation vieler Landwirte äußerst prekär: Während die Kosten für Betriebsmittel geradezu explodiert seien (Düngemittel, Futter, Pflanzenschutzmittel), seien die Preise für landwirtschaftliche Produkte deutlich gesunken. Der Verbandspräsident fordert dementsprechend Unterstützung von der Politik: Subventionen wie die EU-Düngemittelbeihilfe sollen von 60 auf 180 Millionen Euro aufgestockt und EU-Direkthilfen in Höhe von 80 Prozent des Gesamtbetrages vorgezogen auf Oktober ausgezahlt werden.

"Dritte Sofortmaßnahme wäre es, die Steuern auf Diesel deutlich zu senken bis mindestens Ende November. Das würde den Bauern kurzfristig helfen und Entlastung bringen." Zusätzlich fordert Rukwied eine steuerfreie Risikoausgleichsrücklage. So könne für schwierige Jahre ein finanzielles Polster geschaffen werden. Auch werden laut Rukwied hitzeresistentere und widerstandsfähigere Sorten im Anbau als Antwort auf die klimatischen Veränderungen benötigt.

Zum Vergleich: Im Agrar-Haushaltsjahr 2023/2024 haben rund 300.000 Begünstigte ca. 6,5 Milliarden Euro aus der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) erhalten. Allein die Direktzahlungen lagen bei rund 4,32 Milliarden Euro. Den größten Block macht dabei die sogenannte Einkommensgrundstützung mit rund 2,59 Milliarden aus.

Preisveränderungen aktuell noch nicht klar

Für Verbraucher entscheidet sich der Kartoffel-Schock nicht auf dem Acker, sondern am Regal. Dort ist bislang kein eindeutiger Preissprung sichtbar: Im Juni 2026 lagen Kartoffeln im Verbraucherpreisindex sogar 8,8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Trotzdem kann eine schwächere Ernte später Druck auf einzelne Produktgruppen ausüben - vor allem, wenn Lagerware knapp wird oder Verarbeiter mehr für passende Qualitäten zahlen müssen.

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