Trinkwasser mit Bakterien belastet: Hitzewelle macht Wasserleitungen zur Keimfalle – Behörden schlagen Alarm
Während Deutschland unter der Hitze schwitzt, wächst in vielen Wasserleitungen eine unsichtbare Gefahr heran. Coli-Bakterien, Enterokokken und Legionellen sorgen bundesweit für Warnungen und Abkochgebote. Experten rechnen damit, dass solche Fälle künftig häufiger werden.
Erstellt von Anika Bube - Uhr
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- In mehreren Regionen Deutschlands wurden Keime im Leitungswasser nachgewiesen – vielerorts gelten Abkochgebote
- Die anhaltende Hitze begünstigt das Wachstum von Bakterien wie Coli-Bakterien, Enterokokken und Legionellen
- Experten warnen, dass der Klimawandel die Trinkwasserversorgung künftig vor neue hygienische Herausforderungen stellen könnte
Die Sommerhitze bringt nicht nur hohe Temperaturen, sondern auch wachsende Sorgen um die Trinkwasserqualität. Immer mehr Wasserversorger melden Keime im Leitungswasser, verhängen Abkochgebote oder sprechen Warnungen für besonders gefährdete Menschen aus. Im brandenburgischen Kurort Buckow raten die Behörden älteren Menschen, Schwangeren und Kleinkindern sogar vorsorglich davon ab, zu duschen. Das Schlimme: Buckow ist kein Einzelfall.
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Keim-Funde im Trinkwasser in mehreren Bundesländern
Seit Ende Juni häufen sich bundesweit Meldungen über bakterielle Verunreinigungen im Trinkwasser. Unter anderem wurden coliforme Bakterien in Garching an der Alz nachgewiesen. Im Kreis Euskirchen fanden Experten Enterokokken, die unter anderem Harnwegs- und Wundinfektionen verursachen können. Weitere Warnungen gab es unter anderem in Markt Obernzell, Waidhaus, Herford, Obertiefenbach, Neuenkirchen und Holzhausen.
Warum Hitze das Problem verschärft
Nach Einschätzung von Experten spielt die anhaltende Hitze eine wichtige Rolle. Weil sich der Boden und Straßenbeläge stark aufheizen, erwärmen sich auch die darunter verlaufenden Trinkwasserleitungen schneller als früher. Dadurch können sich Bakterien leichter vermehren.
Besonders Legionellen gelten als problematisch. Gelangen sie beim Duschen über feinste Wassertröpfchen in die Lunge, können sie die sogenannte Legionärskrankheit auslösen – eine schwere Form der Lungenentzündung.
Experten sehen Handlungsbedarf
Fachleute gehen davon aus, dass sich das Problem mit zunehmenden Hitzewellen weiter verschärfen könnte. Deshalb arbeiten Forscher bereits an Lösungen, um die Trinkwasserversorgung widerstandsfähiger gegen den Klimawandel zu machen. Diskutiert werden unter anderem besser isolierte Leitungen, technische Kühlsysteme und modernere Filtersysteme.
Wichtig für Verbraucher: Ein Abkochgebot gilt immer nur lokal und wird von den zuständigen Gesundheitsämtern oder Wasserversorgern ausgesprochen. Bundesweit besteht derzeit kein allgemeines Abkochgebot für Leitungswasser. Diese Einordnung hilft, die regionalen Vorfälle nicht mit einer flächendeckenden Gefährdung zu verwechseln.
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