Erfurt: Großinvestition: X-FAB baut weitere Chipfabrik in Erfurt
Europa will unabhängiger in der Halbleiterproduktion werden. Nicht nur in Dresden, auch bei der Firma X-Fab in Erfurt fließt viel Geld in neue Kapazitäten. Was geplant ist.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Der Halbleiterhersteller X-FAB baut eine neue Chipfabrik und erweitert damit seine Produktions in Erfurt. In das Großprojekt sollen nach Angaben von Geschäftsführer Gabriel Kittler 300 bis 400 Millionen Euro fließen. Unterstützung kommt von Bund und Land, die eine Finanzspritze von insgesamt 127,4 Millionen Euro geben, wie Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt und Wirtschaftsministerin Colette Boos-John (beide CDU) in Erfurt mitteilten. Die EU hatte Ende 2025 Finanzhilfen für neue Chipfabriken in Erfurt und Dresden genehmigt.
Hintergrund ist, dass Europa unabhängiger in der Halbleiterproduktion werden will. Derzeit ist Europa stark von Importen vor allem aus Asien abhängig. Die "Fab4Micro" in Erfurt sei ein Schlüsselprojekt für die technologische Souveränität Deutschlands und Europas, erklärte Thüringens Regierungschef.
Chips für KI und Rechenzentren
Konkret geht die Förderung an die X-FAB MEMS Foundry GmbH in der Thüringer Landeshauptstadt. Auf dem Firmengelände sollen neue Reinräume entstehen. Dort werden nach Unternehmensangaben unter anderem Mikrosysteme gefertigt, die elektronische und optische Funktionen in einem Bauteil vereinen. Sie würden beispielsweise für Künstliche Intelligenz (KI), neue Rechenzentren, optische Systeme oder Medizintechnik benötigt.
Die Investition sei ein Bekenntnis zum Standort Erfurt, wo die Geschichte der Gruppe vor mehr als 30 Jahren begann, sagte der Vorstandsvorsitzende der X-FAB-Gruppe, Damien Macq. Geplant sei der Produktionsstart in der neuen Chipfabrik Ende 2028, äußerte Kittler. Etwa 100 qualifizierte Arbeitsplätze würden zusätzlich entstehen.
Thüringen hat Tradition in der Mikroelektronik
Die börsennotierte X-FAB-Gruppe, die ihren Ursprung in Erfurt hat, unterhält Fabriken in Deutschland, Malaysia, Frankreich und den USA. Von den weltweit 4.300 Beschäftigten arbeiten rund 800 in der Thüringer Landeshauptstadt. Anders als das Unternehmen GlobalFoundries in Dresden, für das die EU ebenfalls eine Förderung genehmigte, ist X-FAB kein Massenhersteller, sondern produziert Halbleiter für spezielle Anwendungen im Auftrag von Kunden.
Wirtschaftsministerin Boos-John sprach von einer der bedeutendsten Industrieinvestitionen der vergangenen Jahre in Thüringen. Der Bund stelle rund 80,3 Millionen Euro an Förderung zur Verfügung, von Thüringen kämen 47,1 Millionen Euro. Thüringen habe eine Tradition als Mikroelektronikstandort, nicht nur in Erfurt. Derzeit seien im Freistaat in diesem Bereich mehr als 70 Unternehmen tätig.
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