Magdeburg: Kirschsaison in Sachsen-Anhalt eröffnet - Preise stabil
Die Kirschsaison in Sachsen-Anhalt startet mit guten Aussichten. Warum der Klimawandel dennoch Risiken birgt und was das für Preise und Anbau bedeutet.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Die Kirschsaison 2026 ist eröffnet. "Wir erwarten prognostiziert einen Ertrag von 1.300 Tonnen in Sachsen-Anhalt", sagte Jörg Geithel, Vorsitzender des Obstbauverbandes Sachsen und Sachsen-Anhalt, in Oschersleben (Landkreis Börde). Angebaut werden im Land Süßkirschen auf 150 Hektar sowie Sauerkirschen auf 20 Hektar. 2025 wurden laut dem Statistischen Bundesamt mehr als 2.200 Tonnen Süßkirschen und über 220 Tonnen Sauerkirschen in Sachsen-Anhalt geerntet.
Wenig Blütenfrost, nur vereinzelt Hagel
Die Bedingungen waren Geithel zufolge in diesem Frühjahr gut: wenig Winter- und Blütenfröste, nur regional vereinzelter Hagel. Für die Reife brauche es nun wenig Hitze und Regen. Durch den Klimawandel hätten die Kirschen eine immer frühere Blüte. Das berge eine Gefahr bei Spätfrost. So auch 2024: Damals hatte Frost für erhebliche Ausfälle gesorgt. Es wurden nur 350 Tonnen Süßkirschen sowie rund 38 Tonnen Sauerkirschen geerntet.
Preise zwischen sieben und neun Euro pro Kilogramm
Die Preise für Verbraucher orientieren sich 2026 den Angaben zufolge an denen der vergangenen Jahre. In der direkten Vermarktung, etwa bei Hofläden, zahlten Kunden zwischen sieben und neun Euro für ein Kilogramm, hieß es. Der Großteil der Süßkirschen wird als Tafelobst verwendet, während Sauerkirschen hauptsächlich weiterverarbeitet werden.
Wirtschaftliche Herausforderungen für Obstbauern
Die Obstbauern klagen über wirtschaftliche Herausforderungen. So sei der Wettbewerbsdruck innerhalb der EU enorm, sagte Geithel. "Der Mindestlohn der Saisonarbeitskräfte darf nicht weiter steigen, um wettbewerbsfähig innerhalb der EU zu bleiben."
Überdies sei die Situation bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln in Deutschland angespannt. "Wir haben leider immer weniger zugelassene Pflanzenschutzmittel", sagte Geithel. "Wir brauchen die dringend, um wichtige Schaderreger wie die Made der Kirschfruchtfliege zu bekämpfen."
Zahl der Betriebe nimmt ab
In Sachsen-Anhalt gibt es immer weniger Obstbaubetriebe. Waren es 1997 noch 101 Betriebe für Süßkirschen, gab es 2022 nur noch 37. Ähnlich sieht es bei Sauerkirschen aus: von 64 im Jahr 1997 ging es zurück auf 26 im Jahr 2022. Ein Grund dafür ist Geithel zufolge, dass die Hofnachfolge schwieriger werde.
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