Kiel: Beschäftigte im Handel demonstrieren in Kiel
Rund 200 Beschäftigte demonstrieren in Kiel für bessere Löhne und mehr Anerkennung im Handel. Warum Verdi die jüngsten Arbeitgeber-Angebote als unzureichend kritisiert.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Rund 200 Beschäftigte des Handels vor allem aus Schleswig-Holstein haben in der laufenden Tarifauseinandersetzung an einer Demonstration in Kiel teilgenommen. "Wir sind nicht die Billigheimer der Nation", sagte Verdi-Vorständin Silke Zimmer auf der Abschlusskundgebung. "In einer Tarifrunde im Handel geht es eben nicht allein um Prozente, es geht um Anerkennung, es geht um Wertschätzung."
Die Gewerkschaft wolle einen zügigen Tarifabschluss, sagte Zimmer. Dieser müsse der Leistung der Beschäftigten gerecht werden. "Wir wollen vor allen Dingen keinen weiteren Reallohnverlust, weil wir nämlich schlicht nicht mehr wissen, wie wir unser tagtägliches Leben finanzieren sollen."
Knapp zwei Drittel aller Beschäftigten im Einzelhandel hätten nur einen Teilzeitjob, sagte Zimmer. "Und jedes Mal ist man darauf angewiesen, dass der Hausleiter, dass der Filialleiter noch ein paar Stunden rausrückt."
Bundesweite Warnstreiks
Verdi hatte zu bundesweiten Warnstreiks aufgerufen. Betroffen sind am Donnerstag und am Freitag Betriebe und Unternehmen im Einzel- sowie im Groß- und Außenhandel in allen Bundesländern. In Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland haben die Geschäfte am Donnerstag wegen Fronleichnam ohnehin geschlossen. Die Gewerkschaft bezifferte die Zahl der Teilnehmenden in Kiel auf etwa 250, die Polizei sprach von 170.
Der Warnstreik sende ein klares Signal, sagte Zimmer. "Wir eskalieren die Situation nicht, aber wenn es notwendig ist, sind wir bundesweit bereit, uns für unsere Interessen gemeinsam einzusetzen." Ihr berichteten Kolleginnen und Kollegen, dass sich Beschäftigte aus purer Not am Ende des Monats krankmeldeten, weil sie nicht mehr wüssten, wie sie die Fahrt zur Arbeit finanzieren sollen.
In einigen Bundesländern hatte die Arbeitgeberseite zuletzt Tarifangebote vorgelegt, die Verdi jedoch zurückwies. Der Handelsverband Deutschland (HDE) hatte vor den Warnstreiks erklärt, keine spürbaren Auswirkungen für Kunden durch die Streikaktionen zu erwarten. Die Unternehmen seien gut vorbereitet, die internen Abläufe eingespielt.
Mitte Mai bereits mehr als 200 Betriebe bestreikt
Mitte Mai hatte Verdi in der laufenden Tarifrunde im Handel zu den ersten bundesweiten Warnstreiks aufgerufen und Kundgebungen in mehreren Städten veranstaltet. Verdi fordert sieben Prozent mehr Lohn, mindestens 225 Euro, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.
Die Arbeitgeber haben zuletzt in Schleswig-Holstein im Einzelhandel ab November eine Erhöhung um zwei Prozent angeboten und ab August 2027 eine weitere um 1,5 Prozent - bei einer Laufzeit von zwei Jahren. Auch die Ausbildungsvergütungen sollen entsprechend angehoben werden.
Der Verdi-Verhandlungsführer im Norden, Bert Stach, sprach von niederschmetternden Angeboten. "Bei der Wirtschaftslage, die wir momentan haben, bei der sich ja alle naselang was ändert, wollen wir eigentlich ein Tarifergebnis haben mit der Laufzeit von einem Jahr."
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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