Frankfurt/Main: Fast jeder zweite Betrieb setzt auf ausländische Mitarbeiter
Hessens Arbeitsmarkt ist laut Arbeitsagentur "voll abhängig von der Zuwanderung". Durch den demografischen Wandel dürfte die Bedeutung von ausländischen Arbeitskräften bis 2032 sogar weiter steigen.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Fast jeder zweite Betrieb in Hessen beschäftigt ausländische Arbeitskräfte. Nach Angaben der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit arbeiten in rund 80.500 hessischen Betrieben mehr als 567.400 Menschen mit ausländischem Pass. Das entspricht einem Anteil von 49 Prozent. Zunächst hatte Hit Radio FFH über die Daten berichtet.
"Der hessische Arbeitsmarkt ist voll abhängig von der Zuwanderung. Ohne Zuwanderung wird weiteres Wachstum in der hessischen Wirtschaft nicht möglich sein", sagte der Leiter der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit, Frank Martin, dem privaten Radiosender Hit Radio FFH. Zuwanderung verdränge keine einheimischen Arbeitskräfte, sondern helfe, offene Stellen zu besetzen.
Im Bundesvergleich liegt Hessen gemeinsam mit Baden-Württemberg auf Platz zwei. Einen höheren Anteil von Betrieben mit mindestens einem ausländischen Beschäftigten gibt es lediglich in Berlin.
Anstehender demografischer Wandel
Nach Einschätzung der Arbeitsagentur wird die Bedeutung internationaler Arbeitskräfte noch zunehmen. Bis 2032 werden demnach rund 295.000 Menschen in Hessen in Ruhestand gehen. Für die Nachbesetzung sei Zuwanderung ein wichtiger Teil der Lösung.
Zudem stabilisierten ausländische Beschäftigte als Beitragszahler die Sozialversicherungssysteme, sagte Martin. Ohne ausländische Beschäftigte und zusätzliche Beitragszahler wären die Beiträge zur Renten- und Krankenversicherung nach seiner Einschätzung stärker gestiegen.
Bürokratie-Hürden bewältigen
Ob Betriebe internationale Beschäftigte haben, hängt vor allem von Größe und Standort ab. Bei Kleinstbetrieben trifft das nur auf etwa ein Drittel zu. Regional führt Offenbach mit 69 Prozent der Betriebe vor Frankfurt mit 61 Prozent. Im Werra-Meißner-Kreis liegt der Anteil dagegen bei 28 Prozent.
Dass bislang rund die Hälfte der Betriebe keine ausländischen Arbeitskräfte beschäftigt, führt die Arbeitsagentur auf bürokratische Hürden, Sprachbarrieren und zusätzlichen Aufwand bei Aufenthalts- und Arbeitserlaubnissen zurück. Wer diese Hürden einmal bewältigt habe, stelle jedoch häufig weitere internationale Mitarbeiter ein.
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