Tarifstreit geht weiter: Drohen im März wieder Bahnstreiks?

In Berlin startet die vierte Tarifrunde zwischen Deutscher Bahn und Lokführergewerkschaft GDL. Die Fronten sind verhärtet, ein Angebot fehlt weiterhin. Für Fahrgäste gibt es trotzdem erst mal Entwarnung.

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Drohen Deutschland schon bald neue Bahnstreiks? (Foto) Suche
Drohen Deutschland schon bald neue Bahnstreiks? Bild: picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte
  • Runde vier im Bahn-Tarifstreit: Bahn und GDL verhandeln wieder – fünf Tage lang
  • Noch keine Streiks: Friedenspflicht gilt bis Ende Februar
  • GDL fordert 8 Prozent mehr Geld – Bahn hat bislang kein Angebot vorgelegt

Im Tarifstreit zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) steht die nächste Etappe an. Am Montag ab 9.30 Uhr kommen die Tarifparteien in Berlin zur vierten Verhandlungsrunde zusammen. Die Gespräche sind auf fünf Tage angesetzt – ein Zeichen dafür, wie komplex und festgefahren die Verhandlungen inzwischen sind.

Keine Bahnstreiks im Februar: Fahrgäste können vorerst aufatmen

Trotz des anhaltenden Konflikts gibt es für Reisende zunächst Entwarnung. Arbeitskämpfe drohen aktuell nicht, denn bis Ende Februar gilt die Friedenspflicht. In dieser Zeit darf die GDL nicht zu Warnstreiks aufrufen. Der Bahnverkehr bleibt damit vorerst stabil – auch wenn der Tarifstreit ungelöst ist.

Inhaltlich liegt die Messlatte der Gewerkschaft hoch. Die GDL fordert insgesamt 8 Prozent mehr Einkommen.Davon sollen 3,8 Prozent über eine klassische Entgelterhöhung erreicht werden. Der restliche Teil soll durch Umstrukturierungen im Tarifsystem kommen. Geplant ist unter anderem die Einführung einer neuen Tarifstufe, die zusätzliche finanzielle Verbesserungen bringen soll. Der neue Tarifvertrag soll nach Vorstellungen der GDL lediglich zwölf Monate laufen. Das würde bedeuten: Schon in einem Jahr könnten erneut Verhandlungen anstehen. Ein entscheidender Punkt fehlt allerdings weiterhin: Ein konkretes Angebot der Deutschen Bahn liegt bislang nicht vor. Ob sich das in dieser Verhandlungsrunde ändert, bleibt offen.

Noch rollt der Bahnverkehr ohne Einschränkungen. Doch solange es kein Angebot gibt und die Forderungen weit auseinanderliegen, bleibt der Tarifkonflikt brisant. Spätestens mit dem Ende der Friedenspflicht könnte der Streit für Fahrgäste wieder spürbar werden.

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/news.de/dpa

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