Arbeitsmarkt: Besorgniserregender Trend - mehr als drei Millionen Arbeitslose

Auf dem Arbeitsmarkt steht es so schlimm wie schon lange nicht mehr - darin sind sich Experten einig. Im Januar stieg die Zahl der Arbeitslosen das erste mal seit 12 Jahren über drei Millionen. Wann kommt die Konjunktur wieder in Schwung?

Von news.de-Redakteur - Uhr

Die Statistiken der Agentur für Arbeit offenbaren für 2026 erschreckende Zahlen. (Foto) Suche
Die Statistiken der Agentur für Arbeit offenbaren für 2026 erschreckende Zahlen. Bild: picture alliance/dpa | Philip Dulian
  • Der Arbeitsmarkt entwickelt sich stark negativ
  • Mehr als drei Millionen Deutsche sind arbeitslos
  • Reformen für den Niedriglohnsektor könnten helfen

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Eine so extreme Lage auf dem Arbeitsmarkt hat Deutschland seit 12 Jahren nicht mehr erlebt: Mehr als drei Millionen Menschen sind hierzulande aktuell arbeitslos. Zwar steigt die Arbeitslosigkeit gegen Anfang des Jahres üblicherweise immer etwas an, doch auch bereinigt von diesen Effekten zeigt sich ein besorgniserregender Trend. Bleibt der Aufschwung auf dem Jobmarkt aus, könnte das auch die Wirtschaft langfristig lahmlegen.

Jobchancen für Arbeitslose stehen extrem schlecht

Die Statistik der Agentur für Arbeit macht klar: Mehr und mehr Menschen werden arbeitslos. Trotz üblich schwacher Wintersaison gilt dies nicht nur für saisonal beschäftigte, sondern insgesamt für Deutschland. Die schwache Konjunktur verstärkt diesen Wandel. Unternehmen agieren aufgrund der wirtschaftlichen Lage zurückhaltend bei Neueinstellungen, was die Situation verschärft. Noch Ende Dezember lag der Indikator für die Vermittlungswahrscheinlichkeit bei 5,7 - in der Regel liegt dieser bei etwa sieben, also deutlich darüber. Bedeutet: Die Chancen, aus der Arbeitslosigkeit in einen Job zu kommen, sind so gering wie lange nicht mehr.

Diese Gruppe trifft es besonders hart auf dem Arbeitsmarkt

Schlechte Chancen haben derzeit vor allem Berufseinsteiger. Besonders für junge Menschen ist der Einstieg schwierig. Laut dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) ist die Anzahl der Ausbildungsplätze aktuell rückläufig. Während die Nachfrage junger Menschen leicht um 0,7 % auf 560.300 Bewerber stieg, sank das Angebot an Ausbildungsplätzen um -4,6 % auf 530.300 Stellen. Die Nachfrage ist somit in einigen Bereichen deutlich höher als das Angebot.

Welche Reformen könnten für mehr Beschäftigung sorgen?

Wie lange die hohe Arbeitslosenquote anhalten wird, ist derzeit noch unklar.Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer erklärte gegenüber der "Bild": "Ich rechne mit einem leichten Wirtschaftswachstum, das sich in der zweiten Jahreshälfte auch positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken wird."

Dafür wird es allerdings auch Reformen brauchen. Studien zeigen beispielsweise, dass eine Senkung der Lohnnebenkosten - etwa der Sozialabgaben- die Beschäftigung heben könnte. Dabei legen die Ergebnisse der Untersuchungen auch nahe, dass eine asymmetrische Reduktion - etwa mit Freibeträgen im Niedriglohnsektor - größere positive Effekte auf den Arbeitsmarkt hätte als eine gleichmäßige Senkung aller Beiträge.

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