Lebensmittelwarnung aktuell: Nestlé ruft weltweit Babynahrung wegen Giftstoffen zurück
Ein möglicherweise mit dem Bakteriengift Cereulid verunreinigter Rohstoff zwingt Nestlé zum sofortigen Rückruf mehrerer Säuglingsnahrungen bekannter Marken. Eltern sollten die Chargen ihrer Produkte umgehend prüfen.
Erstellt von Anika Bube - Uhr
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- Weltweiter Rückruf gestartet: Mehrere Nestlé-Babynahrungen betroffen
- Mögliche Belastung: Verdacht auf Bakterientoxin Cereulid
- Keine Krankheitsfälle: Rückruf erfolgt vorsorglich
Der Lebensmittelkonzern Nestlé hat in Deutschland einen vorsorglichen Rückruf für mehrere Säuglingsnahrungsprodukte gestartet. Betroffen sind verschiedene Chargen der Marken Beba, Beba expert HA, Beba expert Comfort+, Beba Supreme, Beba AR sowie Alfamino.
Nestlé ruft Babynahrung zurück - Zutat offenbar mit Toxinen belastet
Als Auslöser für die Maßnahme nennt das Unternehmen eine mögliche Kontamination mit Cereulid. Bei diesem Stoff handelt es sich um ein Toxin, das vom Bakterium Bacillus cereus gebildet wird. Die Verunreinigung könnte über eine Zutat eines externen Lieferanten in die betroffenen Produktionschargen gelangt sein.
Die Sicherheit von Säuglingen habe "oberste Priorität", erklärte der Konzern aus Frankfurt am Main. Der Rückruf erfolge in enger Abstimmung mit den zuständigen deutschen Behörden.
Gefährliches Bakteriengift als Ursache vermutet
Cereulid entsteht durch den Mikroorganismus Bacillus cereus und kann beim Verzehr gesundheitliche Beschwerden auslösen. Nach Angaben von Nestlé könnte das Toxin über eine kontaminierte Zutat eines Zulieferers in die Produktion gelangt sein. Ausschließlich bestimmte Chargen mit spezifischen Mindesthaltbarkeitsdaten sind von dem Problem betroffen.
Wichtig für besorgte Eltern: Bislang wurden keine Erkrankungen oder Symptome im Zusammenhang mit den zurückgerufenen Produkten gemeldet. Der Konzern betont, dass es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme handele, die "gemäß unseren strengen Qualitäts- und Sicherheitsstandards" erfolge. Andere Nestlé-Produkte sowie nicht betroffene Chargen derselben Säuglingsnahrungen können weiterhin bedenkenlos verwendet werden.
Das sollten betroffene Eltern jetzt tun
Wer eines der zurückgerufenen Produkte mit den entsprechenden Chargennummern oder Mindesthaltbarkeitsdaten zu Hause hat, sollte sein Kind damit nicht mehr füttern. Die Säuglingsnahrung kann in der Verkaufsstelle zurückgegeben werden, wo sie erworben wurde. Nestlé erstattet den Kaufpreis auch ohne Vorlage eines Kassenbons.
Bei gesundheitlichen Bedenken empfiehlt der Hersteller, einen Kinderarzt oder eine andere medizinische Fachkraft zu konsultieren. Die genauen Chargennummern und Mindesthaltbarkeitsdaten der betroffenen Produkte sind im Anhang der offiziellen Rückrufinformation aufgeführt.
Nestlé bietet Unterstützung für verunsicherte Eltern
"Wir verstehen, dass diese Nachricht bei Eltern Besorgnis auslösen kann", teilte der Konzern mit. Das Unternehmen verspricht während des gesamten Rückrufprozesses transparente Informationen und Hilfestellung.
Für Fragen steht der Nestlé Verbraucherservice unter der kostenlosen Telefonnummer +49 (0) 800 2344 944 zur Verfügung. Die Hotline ist montags bis samstags zwischen 8 und 20 Uhr erreichbar, sonntags von 8 bis 18 Uhr. Dort können sich betroffene Eltern über die genauen Chargennummern informieren und weitere Unterstützung erhalten.
Alle betroffenen Chargennummern finden Sie hier.
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