Hohe Nachzahlungen: Nebenkosten-Explosion für Mieter - Entlastungen kaum spürbar
Mit mehr Kindergeld und höheren Steuerfreibeträgen wollte die Regierung Millionen Bürger eigentlich entlasten - doch was kommt wirklich davon an? Aktuelle Analysen zeigen: Den wenigsten bleibt tatsächlich etwas über.
Erstellt von Felix Schneider - Uhr
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- Bundesregierung will Bürger mit mehr Kindergeld und Steuerfreibeträgen entlasten
- Das Entlastungspaket kommt bei den wenigsten tatsächlich an
- Hohe Nebenkostennachzahlungen schlugen spürbar zu Buche
Mehr rund um Miete, steigende Kosten und Co. finden Sie am Ende dieses Beitrags.
Bis zu 10,33 Euro mehr im Monat sollten Menschen in Deutschland 2026 mehr auf dem Konto haben - mehr Kindergeld und höhere Steuerfreibeträge sollten dies ermöglichen. Das Problem: Den meisten blieb schon nach der einmaligen Nebenkostennachzahlung nichts mehr über. Eine Analyse des Vergleichsportals Verivox zeigt, dass allein bei Singles Heizkostennachzahlungen in Höhe von 54 Euro drohten, für Familien sogar 146 Euro. Zudem kommen außerdem Extrakosten für Hausmeister, Reinigung, Wasser und mehr.
Mieter müssen mit höheren Warmmieten rechnen
Wibke Werner (48), Geschäftsführerin des Berliner Mietervereins, erklärt gegenüber "Bild": "Vor allem die Heizkosten schlagen spürbar zu Buche und können insbesondere in fernwärmeversorgten Gebäuden zu Nachforderungen von einigen hundert Euro führen." Gründe dafür sind unter anderem das Ende der Gaspreisbremse, der Anstieg der CO2-Preise, der Anstieg der Mehrwertsteuer von sieben auf 19 Prozent und die Erhöhung der Preise für Fernwärme.
Mieterbund-Präsidentin Melanie Weber-Moritz (52) mahnt: "Für eine 80-Quadratmeter-Wohnung mussten durchschnittlich über 500 Euro mehr für Betriebskosten als im Vorjahr aufgebracht werden. Die Nebenkosten steigen seit Jahren und sind mittlerweile zur zweiten Miete geworden." In der Regel kommt es durch die hohen Nachzahlungen oftmals zu einem Anstieg der Warmmieten, um folgende Nachzahlungen geringer zu halten. Bedeutet: Die meisten müssen ab Januar tiefer in die Tasche greifen.
Beiträge für Krankenkassen steigen im Januar an
Zusätzlich steigen im Januar außerdem die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung im Januar im Schnitt um knapp 0,2 Prozentpunkte, mittlerweile also insgesamt auf 17,73 Prozent. Damit erreichen die Beiträge Rekordhöhe.42 von 93 gesetzlichen Krankenkassen erhöhen ihre Beiträge. Auch die Einkommensgrenze, bis zu der Beiträge fällig sind, steigt von 5512 Euro auf 5812 Euro im Monat an. Damit müssen nun mehr Versicherte mehr zahlen.
Kosten für Autofahrer und Bahnfahrer steigen ebenfalls
Auch Benzin und Diesel sind seit Jahresbeginn teurer geworden - so kostet ein Liter Super E10 im bundesweiten Durchschnitt 3,4 Cent mehr als im Vorjahr. Hintergrund sind die gestiegenen CO2-Preise, deren Mehrkosten auf die Endverbraucher umverteilt werden. Bei 10.000 Kilometer/Jahr und sieben Litern Verbrauch kommen Fahrer damit auf 25 Euro pro Jahr. Auch wer kein Auto fährt, muss mit steigenden Mobilitätskosten rechnen, da das Deutschlandticket erneut teurer geworden ist (63 statt 58 Euro im Monat).
Fazit: Kaum einer wird wirklich von den Entlastungen profitieren können - der Durchschnitt wird sich mit steigenden Kosten herumschlagen müssen. Das Versprechen, 2026 die Mitte zu entlasten, bleibt damit vermutlich eher Wunschdenken.
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sfx/bua/news.de
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