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Bundesbank veröffentlicht Studie: Was passiert, wenn Deutschland das Bargeld ausgeht?

Obwohl der Trend zu elektronischen Bezahlverfahren geht, ist Bargeld in Deutschland äußerst beliebt. Doch wie sieht das in Zukunft aus? Die Bundesbank wollte nun in einer Studie herausfinden, wie die Bargeldnutzung 2037 aussieht.

Steht das Bargeld in Deutschland vor dem Aus? (Foto) Suche
Steht das Bargeld in Deutschland vor dem Aus? Bild: AdobeStock / Andrey Popov

Die Bundesbank warnt vor dem Ende des Bargelds. Elektronische Bezahlverfahren werden in Deutschland immer beliebter. Bereits 40 Prozent aller Kunden bezahlen im Handel mit Karte oder Smartphone. In Bussen, Bahnen und Parkautomaten werden kaum noch Scheine und Münzen angenommen. Die Bundesbank hat nun in einer Studie untersucht, wie die Bargeldnutzung im Jahr 2037 aussieht. Das Ergebnis: Erschreckend.

Bundesbank veröffentlicht Studie: Was passiert, wenn Bargeld in Deutschland verschwindet?

"Die Studie zeigt, dass der Erhalt und die breite Verwendung des Bargelds keine Selbstläufer sind", sagte Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz. Die Analyse zeigt, dass der eingeschränkte Zugang zu Bargeld den Trend zu digitalen Bezahlverfahren beschleunige. Mit fatalen Folgen:

  • Geldautomaten verschwinden
  • Abschaffung von 1- und 2-Cent-Münzen
  • Öffentliche Kassen geben kein Bargeld mehr aus
  • Zugang zu öffentlichen Toiletten nur noch mit elektronischer Bezahlung
  • Verkehrssysteme nur noch mit digitaler Bezahlung nutzbar
  • "Digitaler Euro" als Bargeld-Ersatz
  • Zahl der Cyberangriffe steigt
  • Bargeld-Reserve der Bundesregierung nur noch für Notfälle

"Hyperdigitale Bezahlwelt" vs. "Bargeld-Renaissance": Studie offenbart erschreckende Szenarios

In der Analyse wurden drei Szenarios durchgespielt, die offenbaren, welche Rolle Bargeld in der Zukunft spielen könnte. Das erste Szenario beschreibt eine "hyperdigitale Bezahlwelt", in der Bargeld aus dem Alltag der meisten Menschen beinahe verschwunden ist, es nur noch wenige Bankfilialen oder Geldautomaten gibt und auch das Geldabheben an der Ladenkasse nicht mehr möglich ist, da Verbraucher im Handel kaum noch bar bezahlen können. Im zweiten Szenario wird eine "Bargeld-Renaissance" simuliert: Die Nutzung von Schein und Münze sinkt zunächst, stabilisiert sich aber in den 2030er-Jahren wieder, weil die Menschen die Vorzüge von Bargeld wiederentdecken: zum Beispiel Anonymität beim Bezahlen. Das dritte Szenario, "Die verschwindende hybride Bezahlwelt", spiegelt ein Umfeld wider, in dem die Nutzung von Bargeld sehr stark von den Lebensumständen der Menschen abhängt: Im Handel wird die Kundschaft zu bargeldloser Zahlung ermutigt, der Zugang zu Bargeld verschlechtert sich stetig und die Bargeldnutzung schleicht sich aus.

Balz hatte im vergangenen Jahr ein "Nationales Bargeldforum" vorgeschlagen, um die Diskussion über das Bezahlen der Zukunft zu flankieren. Ziel sei, "Bargeld als relativ kostengünstiges, aber auch effizientes Zahlungsmittel möglichst gut verfügbar zu halten in einem Umfeld, das sich im Wandel befindet".

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/fka/news.de/dpa

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