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Versteckte Preiserhöhungen: Mogelpackungen! So krass schummeln Discounter und Co. bei Eigenmarken

Die Verbraucherzentrale Hamburg registrierte in den vergangenen Monaten deutlich mehr versteckte Preiserhöhungen bei Eigenmarken von Discountern und Supermärkten. Durch Mogelpackungen schlagen die Händler teilweise bis zu 40 Prozent drauf.

Viele Handelsmarken sind in den vergangenen Monaten deutlich teurer geworden. (Foto) Suche
Viele Handelsmarken sind in den vergangenen Monaten deutlich teurer geworden. Bild: AdobeStock / Pcess609

Verbraucher müssen beim Einkaufen immer tiefer in die Tasche greifen. Während viele Preiserhöhungen in den vergangenen Wochen deutlich kommuniziert wurden, tricksen einige Discounter und Supermärkte vor allem bei günstigeren Handelsmarken. Die Verbraucherzentrale Hamburg registrierte zuletzt vermehrt Beschwerden über versteckte Preiserhöhungen bei No-Name-Produkten.

Doppelte Preiserhöhungen durch Mogelpackungen! So tricksen Discounter und Supermärkte

Bisher war das Prinzip "Weniger Inhalt zum gleichen Preis" (Shrinkflation) vor allem ein Phänomen bekannter Markenartikel. Doch nun scheinen Discounter und Supermärkte immer öfter die Preise für Produkte ihrer eigenen Marken versteckt zu erhöhen. Während der Anteil von Eigenmarken im vergangenen Jahr bei 14 Prozent lag, waren es im ersten Halbjahr von 2022 bereits 25 Prozent. Ein Trend, der sich in den kommenden Monaten vorsetzen könnte. Das Schlimme: Teilweise verringerte der Einzelhandel nicht den Inhalt, sondern erhöhte gleichzeitig auch die Preise. Experten sprechen von "doppelter" Preiserhöhung.

Fast 34 Prozent teurer! Aldi verkauft kleineres Lammsteak für mehr Geld

Die Verbraucherzentrale Hamburg listet eine Vielzahl an Mogelpackungen auf. So reduzierte der Discounter Aldi den Inhalt des "Jack's Farm Lammsteaks gesalzen" von 400 auf 300 Gramm. Der Preis von 6,99 Euro blieb jedoch gleich. Das macht eine versteckte Preiserhöhung von 33,3 Prozent. Der Discounter erklärt die veränderte Füllmenge und den höheren Preis mit der "aktuellen Verknappung der Ware" sowie gestiegenen Kosten.

Netto, Lidl und Co.! Diese Mogelpackungen decken Verbraucherschützer auf

Mit einer Preiserhöhung von 34,7 Prozent wartet die "Naturgut Steinofen-Pizza mit Mozzarella, Spinat & Feta" vom Discounter Penny auf. Die Pizza schrumpfte von 460 auf 410 Gramm. Außerdem stieg der Preis von 2,49 Euro auf 2,99 Euro. Die Rewe Group erklärt, dass man bei der Penny-Pizza "zugunsten von Qualität und Geschmack auf einen neuen Lieferanten umgestellt" habe. Aufgrund der Produktionslinie des neuen Lieferanten musste die Grammatur geändert werden, heißt es weiter. Außerdem werden die stark gestiegenen Rohstoffpreise für Mozzarella, Feta und Weizen angeführt.

Um 39 Prozent stieg der Preis des "Olivano's Linsen-Bulgur-Salat Pikant" vomNetto Marken-Discount in den vergangenen Monaten. Die Füllmenge wurde zunächst von 250 auf 200 Gramm reduziert. Wenig später stieg dann der Preis von 0,89 Euro auf 0,99 Euro. Das entspricht einer Preiserhöhung von 39 Prozent.

Klopapier-Schock bei Lidl! 3 Meter weniger Papier pro Rolle

Doch nicht nur bei Lebensmittel drehen die Einzelhändler an der Preisschraube. Lidl mogelte laut Verbraucherzentrale besonders dreist. Bei einer Aktion verkaufte der Discounter die "XXL-Packung Floralys Toilettenpapier". Zwar blieb die Anzahl der Blätter pro Klopapierrolle mit 200 Stück unverändert, doch die Größe der einzelnen Blätter schrumpfte im Vergleich zur Normalpackung deutlich. Verbraucher bekommen drei Meter weniger Papier pro Rolle, heißt es von der Verbraucherzentrale Hamburg. Lidl kann den Vorwurf der Mogelpackung nicht verstehen. "Bei der 'Floralys Soft XXL'-Packung handelt es sich um eine einmalige spezielle Großpackung. Eine versteckte Preiserhöhung geht damit im Vergleich zu einer Standard-Packung nicht einher", heißt es in einer Stellungnahme.

"Die für die Produktion der Handelsmarken gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten sollen an die Kundschaft weitergegeben werden, ohne diese gänzlich zu verprellen", erklären die Verbraucherschützer. "Schließlich werben viele Supermärkte und Discounter mit den niedrigen Preisen ihrer eigenen Marken. Das Schrumpfen des Inhalts ist daher das Mittel der Wahl." Vor allem Verbraucher, die wegen der gestiegenen Preise nun häufiger zu No-Name-Produkten greifen, würden die Trickserei nicht bemerken, heißt es weiter.

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