Ab 1. April: Das bedeutet das neue Tankstellen-Gesetz für Verbraucher
Ab Mittwoch, dem 1. April 2026, gelten neue Regeln an den Tankstellen. Ab dann dürfen die Betreiber ihre Spritpreise nur noch einmal täglich erhöhen – immer um 12 Uhr. Was das für Verbraucher bedeutet.
Erstellt von Felix Schneider - Uhr
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- Ab Mittwoch, dem 1. April, gilt das neue Tankstellen-Gesetz bundesweit
- Künftig dürfen die Preise an den Zapfsäulen nur noch einmal pro Tag steigen
- Welche Tipps Autofahrer beachten sollten, verraten wir Ihnen hier
Mehr Wissenswertes für Autofahrer finden Sie am Ende dieses Beitrags.
Autofahrer müssen sich auf das neue Tankgesetz am Mittwoch einstellen: Ab dem 1. April dürfen Tankstellen nur noch einmal pro Tag die Preise an den Zapfsäulen erhöhen. Das neue Gesetz soll zwar für günstigeres Tanken sorgen, doch in Stein gemeißelt ist noch nichts. Die Spritpreise müssen nicht unbedingt billiger werden, warnt auch der ADAC. Alles, was Verbraucher über die neuen Regeln wissen müssen.
Der künftige Zeitplan fürs Tanken
Eine Sprecherin des Automobil-Clubs ADAC warnt gegenüber der "Bild": "Der ADAC befürchtet, dass Konzerne die Preise vor der dann einzigen Möglichkeit der Anpassung gegebenenfalls höher ansetzen als notwendig." Ab Mitternacht bis 11:59 Uhr dürfen die Betreiber die Preise nicht erhöhen. Der Vormittag wird daher perspektivisch die günstigste Zeit.
Der ADAC rät, kurz vor 12 Uhr zur Tankstelle zu fahren. Allerdings sei es durchaus möglich, dass die Tankstellen ihre Preise bereits im Voraus anpassen, um für die Zeit bis Mittwochmittag einen Puffer zu haben. Um 12 folgt dann der teuerste Zeitpunkt des Tages - so gut wie alle Tankstellen werden ihre Preise voraussichtlich um diese Zeit anpassen.
In der Folge wird die Zeit direkt nach 12 Uhr zum teuersten Tank-Zeitpunkt des Tages. Nach der einmaligen Erhöhung dürfen die Tankstellen ihre Preise wieder nur noch senken - allerdings sind die Tankstellen nicht gezwungen, ihre Preise tatsächlich herunterzuschrauben. "Ob und wie Preise im Tagesverlauf möglicherweise gesenkt werden, ist bislang nicht abzusehen", so die ADAC-Sprecherin.
Mineralölkonzerne könnten Situation ausnutzen
Wichtig: Die Tankregel begrenzt nur Zeitpunkt und Häufigkeit der Erhöhungen an den Tankstellen. Um wie viel der Sprit im Preis steigt, das dürfen die Betreiber frei entscheiden. Entsprechend ist die Größenordnung der Erhöhungen vor allem vom Ölpreis abhängig. Der ADAC befürchtet, dass Erhöhungen des Ölpreises zwar direkt an Verbraucher weitergegeben werden, Senkungen allerdings erst mit Verzögerungen eintreten werden.
Das neue Gesetz orientiert sich am österreichischen Modell, bei dem Erhöhungen ebenfalls nur einmal pro Tag erlaubt sind. Dort ist die Lage sogar verschärft: Nur montags, mittwochs und freitags sind Preiserhöhungen erlaubt. Der Vorsitzende des Auto Club Europa (ACE), Sven-Peter Rudolph mahnt, dass es dauern könnte, bis sich die Preise stabilisieren. "Das Modell schafft mehr Planbarkeit im Tagesverlauf. Gleichzeitig zeigt der Blick nach Österreich: Bis sich stabilisierende Effekte einstellen, vergeht Zeit", so der Experte.
Kurzfristig könnte es allerdings auch zu sogenannten "Mitnahmeeffekten" kommen: Mineralölkonzerne versuchen, aus der neuen Regelung Profit zu schlagen, indem sie ihre Preise künftig höher ansetzen und Spielräume ausschöpfen. In den ersten Tagen des neuen Gesetzes könnten daher auch größere Preissprünge nach oben zu beobachten sein.
Was sollten Verbraucher künftig beim Tanken beachten?
In der Praxis sollten Autofahrer daher einige Regeln beachten, um sicher durch den Preisdschungel navigieren zu können:
- Wer sparen will, sollte nicht direkt nach 12 Uhr tanken
- Die günstigsten Spritpreise dürfte es kurz vor 12 Uhr geben
- Gegen Nachmittag oder Abend könnte es zu Senkungen kommen
Autofahrer sollten in den kommenden Tagen Preise noch genauer prüfen und vergleichen, um nicht in Preisfallen zu tappen. Die konkreten Folgen der neuen Regelung sind derzeit noch nicht in vollem Umfang absehbar. Immerhin: Mit der Regelung wurde auch das Kartellrecht verschärft. Ganz willkürlich dürfen die Tankstellen ihre Preise daher nicht anpassen - kommt es zu deutlich überhöhten Preisen, kann das Kartellamt leichter eingreifen.
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