Verbraucher werden getäuscht: So erkennen Sie die Lebensmittel-Lügen im Supermarkt

Natürlich, proteinreich und ohne Zusätze: Hersteller werben in den Regalen der Supermärkte gern mit gesund klingenden Begriffen. Doch das, was in den Produkten drinsteckt, muss nicht immer zwingend gesund sein.

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Viele der Produkte in Supermärkten enthalten jede Menge Zusatzstoffe - und das, obwohl sie als "natürlich" beworben werden. (Foto) Suche
Viele der Produkte in Supermärkten enthalten jede Menge Zusatzstoffe - und das, obwohl sie als "natürlich" beworben werden. Bild: picture alliance/dpa | Sven Hoppe
  • Verbraucher dürfen beim Einkauf nicht auf Hersteller-Versprechen vertrauen
  • Häufig nutzen Hersteller für ihre Produkte Begriffe wie "proteinreich" oder "natürlich"
  • Das Problem: Die Produkte sind oftmals nicht so gesund, wie die Hersteller sagen

Mehr Tipps zu Verbraucher-Themen finden Sie am Ende dieses Beitrags.

Augen auf beim Einkauf: Nicht immer entspricht die Realität dem, was Hersteller von Lebensmitteln versprechen. Was beim Einkauf im Korb landet, ist nicht immer gesund, nur weil es auf der Verpackung steht. Auf welche Tricks Verbraucher beim Einkauf achten sollten, verraten wir Ihnen hier.

Vorsicht bei Lebensmitteln aus dem Ausland

Viele Produkte im Supermarkt stammen nicht aus Deutschland, sondern auch aus Ländern außerhalb der EU. Nicht immer sind die Standards für Lebensmittelsicherheit dort so hoch wie innerhalb der EU-Grenzen. Besonders was den Einsatz von Spritzmittel-Giften angeht, müssen Verbraucher vorsichtig bei der Wahl der Lebensmittel sein.

Keime, Fremdkörper oder verbotene Rückstände sorgen regelmäßig für Rückrufe. Ein Bericht des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit aus dem Jahr 2024 zeigt: Während sich in lediglich bei 1,0 Prozent der Erzeugnisse aus Deutschland und bei 1,5 Prozent der Proben aus anderen EU-Staaten Überschreitungen der geltenden Rückstandshöchstgehalte fanden, liegt dieser Anteil bei Lebensmitteln aus Nicht-EU-Ländern bei 6,7 Prozent.

Auch bei Bio-Produkten gilt: Kommen diese aus dem Ausland, folgen die Hersteller anderen Regeln als hierzulande. Daher kann auch bei Bio-Produkten nicht grundsätzlich von einer schonenden Herstellungsweise ausgegangen werden.

Darum sind verarbeitete Lebensmittel so gefährlich

Zudem sollten Verbraucher Vorsicht walten lassen, wenn die Zutatenliste besonders lang erscheint. Verarbeitete Lebensmittel sind zwar nicht grundsätzlich schlecht, doch hochverarbeitete Produkte kombinieren oftmals viele ungesunde Zutaten wie Zucker, isolierte Stärke, billige Fette und Geschmacksverstärker. Das sorgt zwar erstmal für einen sehr intensiven Geschmack, ist aber nicht unbedingt gesund. Im Gegenteil: Studien zeigen, dass bei regelmäßigem Konsum unter anderem Übergewicht, Adipositas und Herz-Kreislauf-Risiken sowie Krebs und Typ-2-Diabetes drohen können.

Problematisch: Oftmals zeugen die Verpackungen mehr von der Intransparenz der Hersteller als von tatsächlich gesunden Inhaltsstoffen. So werden viele dieser Produkte als harmlos oder sogar gesund beworben, während sie in Wirklichkeit hochkomplex zusammengesetzt sind und nur wenig mit "natürlichen" Zutaten zu tun haben.

Diesen Werbeversprechen sollten Sie nicht trauen

Tatsächlich sind Worte wie "natürlich" und "traditionell hergestellt" recht inhaltslose Werbeaussagen: Rechtlich sind Begriffe wie diese kaum geschützt und klingen oftmals besser, als sie in Wirklichkeit sind. Ebenso steht auf Verpackungen oftmals "ohne Zuckerzusatz" - was jedoch häufig bedeutet, dass der Zuckerzusatz einfach durch Zucker aus Fruchtsäften oder Konzentraten ersetzt wurde.

Auch problematisch: Besonders Produkte wie Müsliriegel oder Joghurt werden teils als "proteinreich" vermarktet. Dabei handelt es sich meist um Lebensmittel, denen ein kleiner Anteil Eiweiß hinzugefügt wurde, während sich gleichzeitig jede Menge Zucker in ihnen befindet. Daher gilt: Vor dem Einkauf grundsätzlich immer das Etikett durchlesen - sonst riskieren Sie, in die Fallen der Hersteller zu tappen.

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