TV-News: "Urlaub vom Alltag" - 50 Mal "Brettl-Spitzen"
Eine Bühne, volkstümliche Musik - und schunkelnde Zuschauer: Die "Brettl-Spitzen" wirken als Format fast ein wenig aus der Zeit gefallen. Trotzdem funktioniert das nun schon seit 50 Folgen - warum?
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Auf der Bühne spielt die Musi, zwischendurch ein paar Sketche, das Publikum lacht, schunkelt und singt mit. Mit diesem simplen Konzept feiern die "Brettl-Spitzen" Jubiläum im BR Fernsehen. An diesem Sonntag (20.15 Uhr) wird die 50. Folge ausgestrahlt. Auch dabei steht die stets live gespielte Musik im Mittelpunkt - von Wirtshauskrachern über satirische Lieder (die sogenannten Couplets) bis hin zur Operette.
"Wir haben da einfach einen Nerv getroffen", sagt Moderator Jürgen Kirner, der sich das Format ausgedacht hat und dessen Gesicht ist, der Deutschen Presse-Agentur. "Je krasser die Zeiten sich entwickeln, desto mehr haben die Menschen den Wunsch der Alltagsflucht. Sie wollen Urlaub vom Alltag haben - und das bieten wir."
"Ein bisschen heile Welt"
Seit 2012 gibt es die Sendung, seit der zweiten Folge wird sie im berühmten Münchner Hofbräuhaus aufgezeichnet. Die Kabarettistin und Schauspielerin Bianca Bachmann ist seit Sendung eins dabei und hat seither keine verpasst. "Bei der Aufzeichnung der ersten Sendung 2012 hatte ich Geburtstag. Ich hatte den Termin eigentlich geblockt, weil es ein großer Geburtstag war, den ich feiern wollte - aber das ging natürlich vor", sagt sie im dpa-Interview.
Für sie ist die Show "wirklich besonders", vor allem, weil die Kollegen und das Team dort auch Freunde seien. "Das ist, wie wenn man zu einer Familienfeier kommt." Und: "Es hat schon was davon, wie man's von früher kennt und erinnert an die großen Samstagabendshows."
Auch sie sagt: "Wir bieten ein bisschen heile Welt." Sie glaube aber, "dass die Leute genau das zu schätzen wissen - dass sie für diese zwei Stunden einfach mal etwas abschalten können". Dabei werde in der Show aber nicht komplett ausgeblendet, "wie die Lage gerade im Land ist oder in der Welt", betont sie.
"Planungssicherheit bis 2029"
Dafür, dass das funktioniert, spricht nicht die im Laufe der Jahre stets erhöhte Schlagzahl bei der Produktion der neuen Folgen, sondern auch, dass der Bayerische Rundfunk langfristig mit den "Brettl-Spitzen" rechnet. "Wir planen immer ein Jahr im Voraus und haben Planungssicherheit bis 2029", sagt Moderator Kirner. "Es gibt wenige Formate im Bundesgebiet, die so erfolgreich sind. Wir haben schon ein Alleinstellungsmerkmal."
Ein solches ist auch, dass die Show immer wieder junge Talente ausgräbt. "Diese Künstler aufzubauen und dann zu sehen, was aus jemandem wie Martin Frank, Tom und Basti oder den Sonntagsfahrern wird, das macht mich schon auch stolz", sagt Kirner.
Er holt inzwischen auch Musiker auf die Bühne, die mit Bayern gar nicht so viel zu tun haben - wie den Hamburger Sänger und Pianisten Sean Riewesell, der seinen mehr als 60.000 Followern auf Instagram seine Chansons im Retro-Stil präsentiert und dabei - nicht nur musikalisch, sondern auch optisch - an Max Raabe erinnert.
In den 14 Jahren seit der ersten Sendung habe sich aber auch ein bisschen was verändert, sagt Kirner: "Das Humorverständnis hat sich geändert. Inzwischen ist es so, dass Du Menschen Satire erklären musst. Wenn wir singen "wir verkaufen die Schwiegermutter und versaufen ihr Geld", da muss man neuerdings dazu sagen, dass es sich hier um Satire handelt."
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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