TV-News: AfD und Kampf ums Netz: Grimme nominiert für Online-Preise

28 Netzangebote aus mehr als 600 Bewerbungen: Welche Formate überzeugen für den begehrten Preis mit Klimawandel-Themen, interaktiven Recherchen und kontroversen Diskussionen?

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Debatten mit AfD-Anhängern auf der Straße und interaktive Angebote zur Erforschung der NSDAP-Vergangenheit: Das Grimme-Institut hat erneut besonders gelungene Beispiele für Online-Publizistik für den Grimme Online Award nominiert.

Insgesamt schafften es 28 Netzangebote aus fast 600 Einreichungen auf die diesjährige Nominierungsliste, die das Institut bei einer gut besuchten Veranstaltung der Netzkonferenz "re:publica x New Fall Festival" in Düsseldorf präsentierte. Am 1. Dezember werden aus den nominieren Beiträgen maximal acht Preise in den Kategorien Information, Wissen und Bildung, Kultur sowie Unterhaltung und Spezial in Essen vergeben. Sie sind undotiert, aber äußerst begehrt.

Debatten auf Augenhöhe mit AfD-Anhängern

Für einen Preis nominiert wurde unter anderem der Reporter und Influencer Marc Keller für sein Angebot "vollmarcant" auf YouTube: Er befragt dabei AfD-Anhänger teils bei Parteiveranstaltungen auf offener Straße nach ihrer Motivation, die Partei zu unterstützen und an Demonstrationen teilzunehmen.

Es gehe ihm darum, vor allem mit jüngeren Anhängern auf Augenhöhe zu diskutieren, um aufzuklären, sagte er vor kurzem in der ZDF-Sendung "37 Grad". Damit stoße er auch auf Hass und Ablehnung: Er stehe sogar auf mehreren Todeslisten.

Eine Nominierung erhielt auch das interaktive Angebot des "Spiegel", die mögliche NSDAP-Mitgliedschaft von Familienangehörigen zu erforschen. Das Angebot lade dazu ein, sich mit historischer Verantwortung auseinanderzusetzen.

Klimawandel und neue Wege zur Klassik

Gleich mehrere nominierte Angebote befassen sich mit dem Klimawandel - etwa der Blog "Brandmelder - Klima braucht Kontext" oder das Multimedia-Angebot aus der Schweiz "Das große Tauen. Wie der Klimawandel Bergdörfer bedroht".

Erstmals nominiert wird ein Format über die Live-Streaming-Plattform Twitch: der "ARD Game Jam Classical Edition" der ARD. Vom 13. bis 15. Februar hatten sieben Teams auf Twitch neue Computerspiele entwickelt. Sie ließen sich dabei von klassischen Orchesterstücken inspirieren, vorgetragen von Mitgliedern des SWR Symphonieorchesters. Ebenfalls im Livestream wurden die Spiele dann getestet und prämiert.

Der Kampf ums Netz wird heftiger

Der Blick auf das Angebot zeige, wie scharf der Kampf um Netzinhalte aktuell tobe, schrieb die Nominierungskommission: Die kommerziellen Plattformen der großen Anbieter begrenzten zunehmend mit ihren Algorithmen und konkreten Anforderungen künstlich die Gestaltung der Inhalte; viele Plattformen schränkten Verlinkungen auf externe Webseiten stark ein. Das schade der Demokratie.

Nahost-Konflikt in diesem Jahr kein größeres Thema

Der Nahost-Konflikt trat anders als im Vorjahr in den Angeboten zum Wettbewerb kaum hervor. 2025 hatte die umstrittene Aberkennung einer Ehrung für die junge Nahost-Aktivistin Judith Scheytt durch einen Grimme-Förderverein bei der Grimme-Online-Gala noch für einen Eklat gesorgt: Die Regisseure Moritz Riesewieck und Hans Block nahmen wegen des Vorgangs ihren Preis nicht an. Sie ließen die Auszeichnung am Rednerpult stehen - sie sei bis heute nicht abgeholt worden, sagte ein Grimme-Sprecher.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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